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Basics: Screencasting-Anleitung für Einsteiger – Die wichtigsten Tipps und Tricks

Foto: © HANA76 - Fotolia.com

Was kann man mit einem Screencast alles anstellen? Wie setzt man ihn am besten um? Und was sind die wichtigsten Tipps, die ein Profi an einen Einsteiger weitergeben kann? Diese und andere Fragen werden in dieser Screencasting-Anleitung für Einsteiger geklärt.

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Das Internet ist multimedial

Am Anfang war der Text. In den frühen Jahren des WWW bestanden Webseiten ausschließlich aus Text. Dann wurden die Leitungen dick genug, um auch das Bild transportieren zu können, und etwas später war der Ton an der Reihe. In der Folge wurden beispielsweise Audio-Podcasts populär. Endlich erreichte auch das Bewegtbild das Netz.

Der eine oder andere erinnert sich vielleicht: Noch vor einigen Jahren musste bei der Vorschau eines Videos im Netz die Buffering-Zeit mit eingerechnet werden. In den letzten Jahren hat sich aber die Bandbreite der Internetanschlüsse stetig vergrößert, und das hat den Weg für eine weite Verbreitung der multimedialen Inhalte geebnet. Heute boomt das Video im Internet. Jede Minute werden auf YouTube 24 Stunden Videomaterial hochgeladen. YouTube ist zur zweitgrößten Suchmaschine geworden. Im Zuge dieser Entwicklung wurde auch das Screencasting populär.

Das Bewegtbild - hocheffizienter Informationsträger

Inhalte im Internet werden anders konsumiert, als wir das vom Buch oder Fernsehen kennen. Texte im Internet werden beispielsweise meistens nicht gelesen, sondern nur „gescannt“. Die Besucher einer Website nehmen nicht zwangsläufig auch die darauf enthaltenen Informationen auf. Dazu kommt noch, dass der eigentliche Text nur etwa 20 Prozent der menschlichen Kommunikation ausmacht. Der Rest sind Emotionen, Mimik, Töne und Bilder.

Ein Video kombiniert mit Ton ist praktisch das effektivste Mittel zur Informationsübermittlung. Audiovisuelle Medien kommen der natürlichen Aufnahme des Menschen entgegen und sind somit leichter erfassbar als reiner Text. Ein vertontes Video spricht mehrere Sinne gleichzeitig an und sorgt dafür, dass die Information besser aufgenommen werden kann.

Tell me, and I will forget. Show me, and I may remember. Involve me, and I will understand.

- Konfuzius, 551 v. Chr. bis 479 v. Chr.

Was ist „Screencasting“?

Doch was ist eigentlich Screencasting? Die Definition von Wikipedia lautet: „Ein digitaler Film, der die Abläufe bei der Verwendung von Software am Computer-Bildschirm wiedergibt und gegebenenfalls beschreibt.“ Ich finde diese Definition nicht ganz korrekt. Zwar demonstrieren die meisten Screencasts die Verwendung einer Software, aber sie lassen sich nicht darauf reduzieren. Ein Screencast ist eine Videoaufzeichnung von beliebigen Aktivitäten auf dem Bildschirm eines PCs. Die Aufzeichnung von einer PowerPoint-Präsentation ergänzt durch Audiokommentar bezeichnet man also auch als Screencast, obwohl hier nicht die Bedienung von PowerPoint im Vordergrund steht. Anders ausgedrückt: Der PC-Monitor wird beim Screencastingzur Bühne. Und alles, was sich darauf darstellen lässt, kann als Screencast verpackt werden.

Einsatzmöglichkeiten von Screencasts

Die Einsatzmöglichkeiten von Bildschirmvideos sind fast so vielfältig wie das Medium Video selbst. Hier nur einige wenige Beispielfälle, wie sich Screencasts besonders gut einsetzen lassen:

  • Ein Softwareprojekt beziehungsweise eine Anwendung in einer kurzen Demo (max. 1 bis 3 Minuten) vorstellen. Ein gutes Beispiel für diese Art der Screencasts ist die Vorstellung von Dropbox.
  • Lösungen für ein häufig auftretendes Kundenproblem aufzeichnen. So konnte Dell angeblich viel Geld durch Einsatz von Screencasting sparen (Link zur Fallstudie von TechSmith).
  • Eine Präsentation mit Audiokommentar aufzeichnen und online stellen. So wirkt man dem bekannten „Death by PowerPoint“-Syndrom entgegen, in dem man das Großteil des Textes von der Folien als Ton aufnimmt. Beispiel: Webinar über HTML5.
  • Als Alternative zu klassischen Handbüchern eine Serie von Videos aufzeichnen.

In dem Post „Screencast-Typen“ habe ich in meinem Blog versucht, in die ganze Vielfalt der Videos etwas Ordnung zu bringen.

Vorgehen und Anwendungen

Der Aufwand bei der Produktion eines Screencast kann sehr hoch sein. In meinen Kundenprojekten benötige ich etwa drei bis sechs Stunden für eine Minute Video - je nachdem wie ausgefeilt das Video sein muss und wie schwierig die Einrichtung der „Kulissen“ ist. Teilweise wird eine Szene bis zu zwanzig Mal neu aufgenommen, bis ich zufrieden bin. Hier wird auf jede Mausbewegung und auf jeden Pixel geachtet.

So ein Extrem muss nicht immer sein. Beispielsweise sieht man bei den zahlreichen Photoshop-How-To-Videos auf YouTube, dass sich jemand einfach hinsetzt, die Kamera anschmeißt und etwas zeigt. Es wird vorher nicht groß überlegt, welche konkreten Aktionen ausgeführt werden. Man tut so, als ob man einem Kumpel etwas am PC erklärt. Die Videos werden in diesem Fall relativ lang und beinhalten viel unnötigen Ballast ("Ääähms", Schweigepausen, unnötige Mausbewegungen etc.).

Die Auswahl an Screencasting-Tools ist groß. Neben Studioversionen mit einem großen Funktionsumfang existieren auch kleine und kostenfreie Programme wie Jing, die sich für den Einstieg in das Screencasting eignen.

Derartige Videos sind natürlich nicht generell schlecht. Wenn jemand etwas Spezielles in Photoshop lernen will, so schaut er sich auch ein zehn Minuten Video-Footage an, ohne dass ihn die ganzen Unsauberkeiten stören. Wenn es jedoch zum Beispiel um ein Demo-Screencast für eine kommerzielle Webanwendung geht, der direkt auf der Startseite angezeigt wird, ist so ein Video nicht akzeptabel. Man muss halt vorher überlegen, für welche Zuschauer der Screencast gedacht ist und welchem Zweck er dient.

Egal wie aufwendig das Video sein wird, sollten beim Screencasting folgende Schritte immer beachtet werden, um ein mehr oder weniger brauchbaren Screencast zu bekommen:

  1. Konzept: Für wen ist das Video gedacht? Auf welcher Plattform wird der Screencast publiziert und welches Seitenverhältnis muss ich einstellen? Was möchte ich zeigen und und was lasse ich lieber weg?
  2. Vorbereitung: Man sollte die Anwendung, die aufgenommen wird, passend konfigurieren und gegebenenfalls nötige Demodaten generieren (es macht wenig Sinn, eine CRM-Anwendung ohne Kundendaten zu demonstrieren). Außerdem ist es wichtig, die Umgebung vorzubereiten. Alle unnötigen Verknüpfungen und Ordner löschen, Browser-History leeren usw. Am einfachsten ist es, wenn man einen neuen Benutzer im System anlegt und diesen speziell für Aufnahmen verwendet. Mehr zu dem Punkt findet ihr im Artikel „Umgebung für Screencasting“ in meinem ScreencastBlog.
  3. Aufnahme: In den meisten Programmen hat man die Möglichkeit, den Aufnahmebereich auszuwählen. Dabei gilt die Regel: „So klein wie möglich, so viel wie nötig“. Alternativ kann man auch die Auflösung runterstellen und den kompletten Bildschirm aufnehmen. Auch wenn man ein Tutorial-Video erstellt und die Zielgruppe sowieso ein Menge Motivation mitbringt, empfiehlt es sich zumindest grob zu überlegen, was man im Screencast zeigen möchte.

Jetzt kann der REC-Button gedrückt werden. In einfachen Screencasts wird der Sprecherkommentar gleich aufgenommen. In aufwendigen professionellen Videos wird in der Regeln separat vertont.

Im Prinzip kann man das Video jetzt schon publizieren. Natürlich ist der Prozess bei aufwändigen Screencasts etwas umfangreicher und beinhaltet außerdem viel Nacharbeit. Diese Profi-Werkzeuge und Tricks zeige ich euch gleich noch.

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