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Der softe Einstieg ins digitale Nomadentum: So kann es auch gehen

(Grafik: t3n)
Lesezeit: 5 Min.
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Es muss nicht zwingend der Sprung ins kalte Wasser sein – es gibt Alternativen.

Von heute auf morgen alle Zelte abbrechen und mit dem Rucksack in die Welt, nicht wissend, was einen erwartet, wo man unterkommt, was man arbeitet, wie man reist – das ist nicht unbedingt etwas für jedermann. Wer es lieber vorsichtig und gemütlich angehen will, für den gibt es verschiedene Möglichkeiten. Auch für die, die schon unterwegs sind und vielleicht eine kleine Pause vom ewigen Rucksack auf, Rucksack zu, Rucksack auf brauchen. Ein paar Tipps.

Okay, die Pläne sind gemacht, Vorbereitungen abgeschlossen und ein Ticket in irgendein Land gebucht. Ihr habt euch informiert, recherchiert und eventuell auch schon eine Unterkunft gefunden – im Netz. Happy, happy. Doch dann kommt die Realität und sagt Hallo. Die Angst, dass das alles irgendwie schiefgeht, haben viele. Auch die, die schon unterwegs sind. Wie ist das ist dem neuen Land? Wie wird das werden? Wie sind die Leute drauf? Wen kenne ich da? Wie ist es da mit X und Y? Solche Fragen und Bedenken sind völlig normal und menschlich.

Sichere Häfen

Coliving ist eine Möglichkeit, „sanft“ zu starten. Das sind in der Regel Hostels, die neben Coworking auch Coliving anbieten. Sprich: Es gibt auch Zimmer und Verpflegung. Und natürlich Kontakt zu anderen digitalen Nomaden, die einem weiterhelfen können. Sie und auch die Betreiber sind eigentlich immer gerne bereit, ihr Wissen weiterzugeben. Sie unterstützen euch in allen Bereichen, sei es die beste lokale SIM, ein Motorbike, Restaurant-Tipps, Ausflugsziele, bei der Suche nach einer anderen Unterkunft, Visa-Angelegenheiten oder ein Sprach- und Koch-Crash-Kurs. Das ist sehr Community-getrieben und der Zusammenhalt ist groß. Nachteile davon: Der Zusammenhalt ist groß und es ist sehr Community-getrieben.

Will sagen, wenn ihr eigentlich lieber eher euer eigenes Ding machen wollt, müsst ihr Abstriche machen. Ich will nicht von Gruppenzwang reden, aber es geht in diese Richtung. Anwesenheit beim gemeinschaftlichen Abendessen ist nicht Pflicht, wer aber nicht erscheint, wird am nächsten Tag manchmal etwas kritisch beäugt. Und es kostet natürlich. Je nach Location ordentlich. Mehr als ein normales Zimmer, das man sich sonst anmieten könnte. Aber: Jedem Tierchen sein Pläsierchen, für manche klingt das nach Hölle, für andere nach Paradies. Das müsst und könnt ihr selber entscheiden.

Meow!

Das ist Thai und heißt tatsächlich „Katze“. Eine andere Möglichkeit ist, als Housesitter oder Petsitter zu starten. Also für einen bestimmten Zeitraum in einem Haus oder einer Wohnung zu leben und auf die Tiere des Besitzers aufzupassen, während der für eine längere Zeit weg ist. Geht auch ohne Tiere. Dann geht es den Besitzern darum, dass sich in ihrer Abwesenheit jemand um das Haus kümmert, es sauber hält, eventuell was repariert, den Garten pflegt und so. Bei Petsittern heißt das, die Hunde Gassi zu führen, die Katzen zu füttern, im Notfall zum Tierarzt zu gehen, sich einfach um die lieben Viecher zu kümmern. Keine Angst, nein, das ist kein Vollzeit-Job. In der Regel nimmt das ein, zwei oder drei Stunden pro Tag in Anspruch. Doch ist es Arbeit, wenn man mit zwei Hunden zwei Mal am Tag einen Spaziergang am Strand macht? Wenn man am Abend mit einer Miezekatze auf dem Schoß TV schaut? Na ja…

Fast fertig!

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Die andere Zeit des Tages hat man dann für sich selbst – und für Arbeit und Projekte. Die Häuser sind voll ausgestattet, schließlich lebt der Besitzer normalerweise darin. Also Küche, Bad, Schlafzimmer, TV und natürlich Internet. Ihr habt also genügend Zeit, euch um eure Jobs zu kümmern – die Zeit könnt ihr euch ja auch selbst einteilen. Hinzu kommt noch, dass ihr schnell in die lokale Community eingebunden werdet. Schließlich kennt die Nachbarschaft das Haus, den oder die Hunde und die Katzen. Ihr werdet schnell Kontakt finden, da die Besitzer natürlich alle informieren, dass sich da jetzt jemand um sein Haus und seine Tiere kümmert. Das Beste jedoch: Ihr müsst nichts dafür bezahlen. Manchmal werdet ihr sogar, auch wenn nur geringfügig, dafür bezahlt. Alle Kosten wie Futter oder Handwerker übernimmt der Besitzer. Und meist habt ihr dann sogar ein Motorbike oder Auto zur Verfügung.

Temporäres Zuhause

Housesitting und Petsitting gibt euch die Möglichkeit, langsam zu starten. Ihr habt erstmal ein Zuhause – meist ein ziemlich ordentliches, wenn nicht sogar luxuriöses. Ihr zahlt nicht dafür. Dafür kümmert ihr euch um Hausarbeit, haltet den Garten in Schuss und kümmert euch um Tiere. In dieser Zeit könnt ihr euch mit dem Land vertraut machen, Leute kennenlernen, arbeiten, das Land entdecken und so weiter. Ihr kommt an. Auch wenn es euch danach weiterzieht. Erstmal habt ihr ein echtes Zuhause, kein Etagenbett in einem Hostel. Das macht euch den ersten Schritt vielleicht etwas einfacher. Trustedhousesitters und Nomador sind nur zwei der mittlerweile vielen Plattformen, auf denen sich Besitzer und Sitter finden.

Temporäres Arbeiten

Bei Workaway ist das etwas anders, aber das Prinzip ist gleich: Ihr habt eine Unterkunft und eine Homebase. Für wie lange ist unterschiedlich. Hier ist es so, dass Leute gesucht werden, die für eine bestimmte Zeit an einem Projekt mitarbeiten. Und das kann vielfältiger nicht sein… In einem Elefanten-Camp Scheiße schaufeln, in einer Mission Essen kochen, bei der Restaurierung eines Bootes mithelfen, Deckshelfer sein, Ansprechpartner für Touristen in einem Ressort sein, für NGO arbeiten, auf einer Farm aushelfen, in einer Schule unterrichten, sich um Kinder, Haushalt und Tiere kümmern, bei nachhaltigen Projekten eine Hilfe sein – die Möglichkeiten sind fast unendlich.

Bei jedem Angebot wird explizit aufgeschlüsselt, was ihr bekommt und was von euch im Gegenzug verlangt wird. Also beispielsweise 15 Stunden pro Woche von Montag bis Freitag, dafür gibt es ein Zimmer und Essen und andere Extras. 15 Stunden die Woche, also drei Stunden pro Tag… den Rest des Tages habt ihr Zeit für eure Arbeit und Projekte. Und wie beim Housesitting und Petsitting kriegt ihr Zugang zur lokalen Community und fantastische, einmalige Erlebnisse, die es in keinem Reisebüro zu buchen gibt.

Alleine, zu zweit, weltweit und los!

Beide dieser Möglichkeiten sind für euch machbar, ganz gleich, ob ihr alleine oder zu zweit reist. Und es gibt Möglichkeiten auf der ganzen Welt. Das Wichtigste aber, so finde ich, ist die Tatsache, dass ihr „sanft“ ins Digital-Nomad-Leben starten könnt. Ihr habt erstmal eine Homebase, ihr könnt euch an den Lifestyle gewöhnen, euch akklimatisieren in jeder Hinsicht. Hätte ich gerade nicht so viel um die Ohren, würde ich liebend gerne auf dem einen Boot für drei Monate anheuern und durch die Karibik schippern. Einmal täglich für die Crew kochen und eine Stunde am Tag das Deck schrubben – und dann wieder an den Rechner. Mal schauen, vielleicht bald.

Cheers, Rob

Du hast Lust, mehr über das Leben als digitaler Nomade zu erfahren? Kein Problem, bei Rob’n’Roll around the World liest du mehr!

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