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4. Teil der Serie „Venture Capital & Business Angels“: Regeln, Absprachen und Verträge

Die meisten Startup-Unternehmer haben unrealistische Vorstellungen davon, wie Verträge mit VC-Gesellschaften aussehen und welche Regeln im Falle einer Beteiligung gelten sollen. Die Irrtümer betreffen dabei den Traum von der Liquidität im Überfluss ebenso wie den von einer hochkomfortablen Stellung mit großen Chancen ohne Risiken. Teil 4 der Serie Venture Capital und Business Angels räumt auf mit falschen Erwartungen und gewährt Einblick in die realen Verhältnisse.

Nach dem Einstieg in ein VC-finanziertes Startup-Projekt wird die Finanzierung nicht in einem einzigen Betrag, sondern in Tranchen, entlang den erreichten Milestones, ausbezahlt.

Nach dem Einstieg in ein VC-finanziertes Startup-Projekt wird die Finanzierung nicht in einem einzigen Betrag, sondern in Tranchen, entlang den erreichten Milestones, ausbezahlt.

Das Begehren und der Traum von Unternehmensgründern sind nachvollziehbar: Man möchte seine Idee verwirklichen und konzentriert daran arbeiten können, ohne mit den Ressourcen knausern zu müssen und permanent Geldsorgen zu haben. Die technische Problemlösung des Projekts fasziniert. Man ist vom Erfolg überzeugt und geht davon aus, dass „nur noch die Entwicklung zu Ende gebracht werden muss“. Dafür sucht man „lediglich noch“ den Finanzierer.

Erinnern wir uns aber nochmals an die Haltung der anderen Seite: Man erhält dort Hunderte, ja Tausende von Ideen präsentiert, und in allen Fällen sind die Projektgründer schwerstens überzeugt von ihrem Vorhaben. Dennoch scheidet nicht nur bei der Masse der Projektvorschläge eine Finanzierung von vornherein aus – auch bei den dann tatsächlich unterstützten Projekten scheitert früher oder später immer noch ein großer Anteil. VC-Gesellschaften haben also beste Gründe, das Kapital ihrer Fonds mit Vorsicht zu verwalten. Die Vorstellung, dass die neuen VC-Freunde einfach mal eben mit der großen Kurbel den Geldhahn aufdrehen und fortan schlaraffenländische Liquiditätszustände herrschen, sollte man also ganz schnell abhaken.

Tritt man bei Verhandlungen mit der VC-Gesellschaft in die Phase konkreter Vertragsbestandteile ein, sind es meistens zwei Punkte, an denen man sich reibt:

  • die Risikoeinbindung der Gründer
  • die zeitliche Struktur der Beteiligung

Risikoverteilung

Den beiden Parteien, Gründer auf der einen Seite und Beteiligungsfinanziers auf der anderen, ist daran gelegen, das jeweils eigene Chancen-Risiken-Verhältnis zu optimieren. Es liegt in der Natur der Sache, dass das nur jeweils zu Lasten der anderen Partei geht (und vice versa). Die VC-Seite allerdings hat noch zusätzliche Gründe für eine gewisse Belastung der Gründer mit Risiken: Man möchte zum einen die Ernsthaftigkeit der Gründer überprüfen und zum anderen auch bestätigt sehen, dass man es nicht mit Bruder Leichtfuß zu tun hat. Nur wer selbst wirklich restlos von seiner Sache überzeugt ist, geht schließlich erkennbare Risiken ein und ist bereit, sein Durchhaltevermögen unter Beweis zu stellen. Aus Sicht der VC-Gesellschaft trennt sich an diesem Punkt also schnell die Spreu vom Weizen.

Leute, die sich bei ersten Anzeichen eines schlechten Verlaufs der Dinge achselzuckend und schadlos mit einem charmanten „Hoppla“ verabschieden wollen (häufig, um mit einem neuen Projekt gleich wieder um Geld zu werben), gibt es reichlich. Es versteht sich von selbst, dass man als Finanzier nur begrenzt von solcher Haltung zu begeistern ist. Deswegen ist man daran interessiert, dass die Gründerseite deutliche Risiken trägt. Auch die Gründer sollen im Fall des Scheiterns „etwas zu verlieren haben“. Der Projekterfolg beziehungsweise -misserfolg und der persönliche Erfolg der Gründer sollen eng miteinander verknüpft werden. Gehen die Gründer darauf ein, so unterstreicht das deren Verantwortungsgefühl für das Projekt und ihre energische Einsatzbereitschaft. Die Gestaltungsmittel hierfür sind vielfältig, meistens allerdings stehen zwei Punkte im Vordergrund der Diskussion: Gehaltsstruktur und persönliche Haftung.

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