Software & Infrastruktur

Bloggen mit WordPress, Serendipity, Textpattern, Drupal und TYPO3: 5 Systeme, 5 Köpfe

Ob es um ein waschechtes Blog oder einen Newsbereich geht: Es gibt diverse Systeme am Markt, die diese Aufgabe übernehmen. Alle haben spezifische Besonderheiten, Vor- und Nachteile. Bei einigen steht das Bloggen im Vordergrund, bei anderen ist es eine Zusatzfunktion unter vielen. Fünf Autoren stellen jeweils ein System vor.

Blogs sind auf das schnelle und einfache Veröffentlichen ausgelegt, sie verknüpfen sich untereinander und forcieren Diskussionen über ihre Inhalte. Die Beiträge sind in der Regel umgekehrt chronologisch sortiert und über Rubriken oder Schlagwörter geordnet. Genau genommen ist ein Blogsystem ein CMS mit einigen besonderen Features.

Eine Spezialität sind Pingback und Trackback, die für eine beinahe automatische Vernetzung unter Blogs sorgen. Funktionsweise: Verlinkt ein Blog ein anderes Blog, gibt es mittels Pingback oder Trackback ein Signal. In vielen Fällen wird automatisch ein Link zurück gesetzt. Zudem geben Blogs speziellen Diensten wie der Google Blogsuche [1] oder Technorati [2] mit einem Ping Bescheid, sobald es einen neuen Beitrag gibt. Deshalb sind die Inhalte dieser Suchmaschinen hochaktuell.

Ein Blogsystem eignet sich so gesehen nicht nur zum klassischen Bloggen, bei dem eine Person für sie interessante Inhalte veröffentlicht. Vielmehr sind sie ein modernes Hilfsmittel, um Inhalte und Meinungen zu verbreiten.

Frank Bueltge: WordPress

dms_b152b8d7e2491571745e0183c9ed88b6WordPress [3] ist ein Weblog-System, das auf die häufige Veröffentlichung von Artikeln und die entsprechend häufige Aktualisierung der Website zugeschnitten ist. Es erlaubt das schnelle und einfache Erstellen, Verwalten und Publizieren von Beiträgen. Am häufigsten kommt WordPress bei Weblogs zum Einsatz, aber die Software ist keineswegs auf diesen Anwendungsbereich beschränkt. Mit dem nötigen Wissen und etwas Kreativität eignet es sich als Content Management System und für viele andere Aufgabenbereiche.

Mit der neuen Version 2.7 wurde das Backend von WordPress deutlich überarbeitet. Im Bild: Bearbeiten eines Postings.

Mit der neuen Version 2.7 wurde das Backend von WordPress deutlich überarbeitet. Im Bild: Bearbeiten eines Postings.

Gerade diese Flexibilität, die umfassenden Veränderungsmöglichkeiten, der offene, überschaubare Quellcode und die sehr große Community mit einer breit aufgestellten Entwicklergemeinde von WordPress machen seine Vorteile aus. So ist beispielsweise das deutsche Forum [4] sehr schnell in seinen Antworten auf Probleme von Usern. Zudem kann man WordPress mit Hilfe von Plugins an seine eigenen Bedürfnisse anpassen und sehr leicht das Aussehen der Website durch „Themes“ verändern.

Die große Popularität von WordPress kann allerdings auch nachteilig sein – wenn sich Anwender damit beschäftigen, wie sie sich ungewollt Zutritt zum System verschaffen können. Dies führt unter anderem dazu, dass die Updatezyklen von WordPress relativ klein sind. Die Community um WordPress hilft sehr eifrig, entsprechende Sicherheitslücken zu schließen.

Ein weiteres Thema ist das sehr schnelle Wachsen der Applikation. WordPress bringt aktuell pro Quartal eine neue Version auf den Markt. Diese besticht mit neuen Funktionalitäten und Verbesserungen der bestehenden Inhalte. Es kann allerdings sein, dass man nur einen Bruchteil der Möglichkeiten von WordPress nutzt, aber die anderen Funktionen als Last oder Sicherheitsrisiko trotzdem im System hat. Bisher gibt es nicht die Variante einer leichtgewichtigen Version, die man durch Schnittstellen erweitern kann. Eine Besonderheit ist das Projekt „WordPress µ“ (µ steht für MU und ist englisch für „Multiuser“) welches die Möglichkeit bietet, mehrere Weblogs zu hosten. Einer der populärsten Umsetzungen ist WordPress.com.

Der Autor
Frank Bültge arbeitet als Software-Entwickler im Bereich SAP und
NonSAP-Applikationen, beschäftigt sich leidenschaftlich mit WordPress
und entwickelt Lösungen in diesem Umfeld und ist tätig bei WordPress
Deutschland. Er bloggt unter anderem in seinem Privat-Blog unter bueltge.de und arbeitet aktuell an einem zweiten Buch zu
WordPress – siehe www.wordpressbuch.de.
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