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Alle unter einem Dach: Multistore

Der Umsatz im E-Commerce konzentriert sich zunehmend auf die wenigen Branchenriesen. Dies erfordert insbesondere von kleineren Shops konsequente Geschäftsstrategien – allen voran die Ausrichtung auf wenige Produktgruppen oder sogar auf ein einziges, spezialisiertes Geschäftsfeld. Besonders nachhaltig wirkt das Konzept der Multistores.

Die Großen im E-Commerce werden immer größer. Die aktuelle Studie „Der deutsche E-Commerce-Markt 2010“ vom EHI Retail Institute und dem Hamburger Statistikunternehmen Statista unterstreicht diese Beobachtung nachdrücklich. Die Untersuchung basiert auf einer Umsatzanalyse der 1.000 größten Onlineshops für physische und digitale Güter im Jahr 2009.

Laut den Ergebnissen der Studie erwirtschafteten die Top 1.000 unter den Onlineshops einen Gesamtumsatz von rund 20 Milliarden Euro. Davon entfielen auf die zehn größten von ihnen rund 6,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Anteil von etwa 30 Prozent und einer Umsatzsteigerung der Branchenriesen um vier Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die 100 größten Anbieter generierten im selben Zeitraum mit 13,9 Milliarden Euro einen Umsatzanteil von fast 70 Prozent. Sie steigerten ihren Marktanteil also sogar um 5 Prozent. Der schwindende Rest der Einnahmen aus dem E-Commerce verbleibt für die ständig wachsende Zahl kleinerer Onlineshops. Das bedeutet, immer mehr Händler müssen sich immer weniger Umsatz teilen.

Online-Konkurrenz nimmt zu

Neben der offenkundigen Tatsache, dass sich der Löwenanteil des insgesamt zu verteilenden Onlineumsatzes auf immer weniger Konzerne konzentriert, drohen weitere Probleme. Es ist vorauszusehen, dass künftig noch mehr etablierte Händler und Versender verstärkt auf das Internet setzen und so die Konkurrenz vergrößern werden. Zusätzlich begünstigt die technische Entwicklung des E-Commerce derzeit eher die stationären Händler. Ein Beispiel dafür sind die Apps auf internetfähigen Mobiltelefonen, mit denen sich Sortimente ortsansässiger Händler leicht überblicken und vergleichen lassen. Diese „Location Based Services“ eröffnen deutlich bessere Möglichkeiten, Kunden gezielt anzusprechen und ihnen Angebote zu machen, die ihrer jeweiligen Situation angemessen sind.

Stärken analysieren und gezielt ausspielen

Um sich dauerhaft am Markt zu behaupten, müssen sich etablierte Onlineshop-Betreiber Gedanken über eine nachhaltige Positionierung im Internethandel machen. Auch kleinere Händler sind dem Trend zur Konzentration des Markts nicht hilflos ausgesetzt. Es ist durchaus möglich, effektive Strategien umzusetzen, mit deren Hilfe sich das eigene Geschäft nicht nur sichern, sondern auch erweitern lässt. Es ist die Aufgabe der Händler, ein Image aufzubauen, das dank eines scharfen Markenprofils im Bewusstsein der Kunden verankert ist und Interesse bei den zufälligen Besuchern der Internetpräsenz erzeugt.

Die größten Chancen dazu eröffnen sich kleineren Onlineshops eindeutig in den zahlreichen Nischen, die ein so umfassender Markt zwangsläufig bietet. Das Potenzial liegt also nicht in einer möglichst breiten Produktpalette, für die sich nur schwer ein gemeinsamer Nenner finden lässt, sondern in der Spezialisierung auf ausgewählte Bereiche, in denen clever agierende Händler sich durchaus einen guten Ruf als Experten erarbeiten können.

Es geht darum, die eigenen Stärken zuerst zu analysieren und dann gezielt auszuspielen. So können Onlinehändler etwa mit einem Angebot auf die Kunden zugehen, das in dieser Form nur im Internet möglich ist. Wenn sie sich entschließen, ihren Fokus konsequent auf eine Produktnische zu richten, stehen ihnen zahlreiche Marketingtools zur Verfügung, die den Shop unverwechselbar machen und dem Kunden einen effektiven Mehrwert bieten. Dazu gehören neben der fachlichen Beratung vom Verkäufer zum Kunden vor allem die verschiedenen Plattformen, auf denen Gleichgesinnte sich austauschen können. Die Unterhaltung eines Blogs oder eines Forums verlangt zwar einigen Aufwand, doch viele erfolgreiche Beispiele zeigen, dass die Verknüpfung solcher sozialen Netze mit einem Shop zu starker Kundenbindung führt und als Alleinstellungsmerkmal erheblich zur Markenbildung des Händlers beiträgt. Besonders attraktiv: Weder der stationäre Handel noch die Internet-Generalisten können diese Form des Marketings sinnvoll einsetzen.

Mit Multistores Nischen besetzen

Im stationären Handel wurde schon vor Jahren der klassische „Tante-Emma-Laden“ mit seinem zwar vielfältigen, aber letztlich beliebigen Sortiment von Einzelhandelsketten und Spezialanbietern verdrängt. Meist konnten die Betreiber dem massiven Preisdruck nicht standhalten, der unter anderem durch den massiven Unterschied der Einkaufsmengen erzeugt wurde.

Nach demselben Muster stehen nun konventionelle und am Ende austauschbare Onlineshops kleineren und mittleren Umfangs vor dem Aus.

Für die Spezialisierung können Onlinehändler aus verschiedenen Optionen wählen. Eine wichtige Möglichkeit ist, das Sortiment eines Shops rigoros zu verkleinern und im Bereich der vielversprechendsten Produktgruppen umfassend aufzubauen.

Beispiel für das „Master & Slave“-Konzept: Neben der Hauptseite vinexus.de betreibt die Vinexus Deutschland GmbH auch finesttastes.de und weitere Spezialshops.
Beispiel für das „Master & Slave“-Konzept: Neben der Hauptseite vinexus.de betreibt die Vinexus Deutschland GmbH auch finesttastes.de und weitere Spezialshops.
Kunden wollen kompetent beraten werden – und darin liegt in einer Zeit, in der alle Informationen scheinbar unendlich verfügbar sind, eine wesentliche Ressource. Statt aufwendig suchen zu müssen, wollen Kunden schnell finden – und dabei das Gefühl erhalten, alle wichtigen Informationen zu bekommen und gemessen an ihrer Investition die bestmögliche Produktwahl getroffen zu haben. Bis vor einiger Zeit zählte hauptsächlich das Preis-Leistungs-Verhältnis als Kaufargument. Inzwischen wird der Faktor Zeit immer wichtiger.

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Eine Reaktion
Maik

Hallo,

ich habe gerade den Artikel in der Printausgabe gelesen. Als Beispiel für das „Master & Slave“ - Konzept wird unter anderem http://www.vinexus.de und http://www.finesttastes.de erwähnt. Dabei ist mir aufgefallen, dass bei einem bestimmten Produkt auf beiden Website eine identische Beschreibung verwendet wird.

Ergibt sich daraus nicht schnell ein Problem in Sachen „Doppelter Inhalt“?

Viele Grüße!

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