Ratgeber

Podcasting wie die Profis: Alles zum Open-Source-Projekt Ultraschall

(Bild: Ultraschall)

In ein Mikrofon sprechen und einen Podcast aufnehmen – das ist heute kein Hexenwerk mehr. Aber einen professionellen Podcast produzieren, der nach Radioniveau klingt, mit sauberen Metadaten versehen und professionell geschnitten ist? Das gelingt mit dem Open-Source-Projekt Ultraschall.

Podcasting erlebt eine neue Blütezeit. Journalistische Schwer­gewichte wie Spiegel Online, Zeit Online und Süddeutsche.de starten eigene ­Podcast-Formate. Neue Podcast-Label wie Viertausendhertz oder Hauseins gründen sich, Wissenschaftspodcasts – angeführt von „Methodisch inkorrekt“ – vernetzen sich. Selbst die Coaching-­Szene hat das Medium für sich entdeckt. Als Folge davon ­versuchen Publishing-Plattformen wie Spotify, Soundcloud oder ­Podigee, ein Stück vom Kuchen zu ergattern. Aber wie nimmt man einen professionellen Podcast eigentlich auf, der gewisse Qualitätsstandards erfüllt? Was für Software braucht es dafür?

Anforderungen an einen zeitgemäßen Podcast

Es gilt und galt: Einen Podcast anzuhören ist einfach. Es ist auch einfach, in ein Mikrofon zu sprechen und dies aufzuzeichnen. Aber einen professionellen Cast produzieren, der in Sachen Audio­qualität, Metadaten und Postproduction überzeugt? Da liegt die Tücke im Detail. Audio aufnehmen, schneiden und als MP3 ausspielen – das können heute viele Programme. Was braucht es schon mehr für einen Podcast? Eine ganze Menge. Natürlich kann man einfach in sein Smartphone sprechen und das Audio-File ohne weitere Veredelung auf eine der bestehenden Plattformen hochladen – auch das ist unbestritten ein Podcast. Dabei bleibt jedoch immens viel Potenzial dieses besonderen Mediums liegen. Ein Podcast ist nicht irgendein Audioprodukt, sondern bringt etliche Eigenarten mit sich, an die bei der Bearbeitung gedacht werden sollte.

Ein Podcast kann – anders als Youtube-Videos oder Blogs – sehr gut in Bewegung und unterwegs gehört werden: bei der H ausarbeit, in der U-Bahn, auf dem Fahrrad oder in einem sonstigen Verkehrsmittel auf dem Weg zur Arbeit. Damit sich ein ­Pod­cast gegen Staubsauger und Bahnsteiglärm durchsetzen kann, muss er laut sein: Der empfohlene Standard sind -16LUFS. Das ist deutlich lauter, als es mit einer gewöhnlichen Einpegelung von Mikrofonen zu erzielen ist. Ein Podcast muss also nachträglich „lauter“ gerechnet werden, ohne dass Verzerrungen auftreten. Die Klangqualität sollte nicht hinter der von Sprechradio oder Hörbüchern zurückstehen – es entsteht also ein Bedarf nach Klangformung durch Equalizer, Absenkung von Rauschen und dergleichen mehr.

Gut für SEO: Metadaten

Audio wird im Netz schlecht gefunden – Abhilfe schaffen ordentlich gepflegte Metadaten wie Titel, Sprecher und Beschreibung, die in das MP3 mit eingeschrieben werden. Das gilt auch für ein spannendes Coverbild, das in den großen Verzeichnissen wie ­iTunes oder den spezialisierten Abspielprogrammen wie Overcast oder Podcat auffällt. Inkludierte Kapitelmarken strukturieren wie ein Inhaltsverzeichnis die jeweilige Sendung und machen beliebige Stellen anspringbar. Hörer können direkt das Kapitel ansteuern, das sie interessiert. Gerade bei längeren Sendungen – manche Podcasts reißen gerne die vier Stunden – ist das hilfreich. Somit können Podcasts nicht nur zeitsouverän gehört werden (wann immer es zeitlich passt), sondern auch themensouverän. Als Nebeneffekt erweisen sich Kapitelmarken und umfangreiche Shownotes außerdem als pures SEO-Gold.

Jingles, Einspieler oder O-Töne machen einen Podcast zu ­etwas Besonderem und schaffen Wiedererkennungswert. Eine Sendung profitiert immens davon, diese über ein Soundboard direkt bei der Aufnahme einzuspielen und nicht erst im Schnitt hinzuzufügen. Innere Haltung, Ansprache und Spannung der Sprecher sind hörbar höher, als wenn nur vor einem „Audio-­Bluescreen“ agiert wird.

Eine mehrspurige Aufnahme – jeder Sprecher wird auf einer separaten Spur aufgezeichnet – ist Voraussetzung dafür, um im Schnitt Sprechfehler oder störende Geräusche wie Husten effi­zient zu tilgen.

Abbildung 1: Die Oberfläche von ­Reaper vor (oben) und nach der Installation von Ultraschall.

Gute Gene: von Winamp zu Reaper

Die Liste der Anforderungen an professionelle Podcasts ließe sich noch fortsetzen. Die dafür notwendigen Features will Ultraschall bereitstellen: Das Ziel ist die „perfekte“ Podcast-DAW (Digital Audio Workstations). Statt von Grund auf neu zu entwickeln, ist ­Ultraschall als Erweiterung für die bestehende DAW „Reaper“ konzipiert und baut auf dessen guter „Software-DNA“ auf.

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