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Eine moderne Softwaretelefonanlage: Asterisk

Über 100 Jahre lang tat das analoge Telefon solide seinen Dienst, bis es Anfang der 90er durch ISDN abgelöst wurde. Doch selbst ISDN scheint mittlerweile veraltet, vergleicht man es mit den heutigen Technologien des Telefonierens über Computernetzwerke auf der Grundlage von Voice-over-IP (VoIP).

Ist VoIP die Lösung für uns alle? Nein, denn bei dem zurzeit weltweit anhaltenden Umstiegsboom auf VoIP muss beachtet werden, dass Deutschland in puncto ISDN international eine Ausnahmestellung einnimmt. Wir haben mehr ISDN-Anschlüsse als die USA und Japan zusammen. In den USA wird oft von analog auf VoIP, bei uns meist von ISDN auf VoIP umgestellt. Da die Sprachqualität im amerikanischen Telefonnetz traditionell nicht die beste ist, führt der Umstieg (analog auf VoIP) in der Regel zu einer Qualitätsverbesserung. Wir hingegen telefonieren mit ISDN seit rund zehn Jahren auf dem subjektiven Qualitätsniveau einer Musik-CD und möchten nicht ohne Not auf bandbreitensparende Codecs, wie dem vom Handy bekannte GSM-Codec heruntergestuft werden. Deshalb hat sich diese an sich nicht gerade neue Technologie die ganzen Jahre in Deutschland nicht richtig durchsetzen können. Da wir aber heute im Zeitalter der privaten 6 MBit DSL-Anschlüsse mit Flatrate leben, kann man problemlos die „Bandbreitenfresser“ unter den Sound-Codecs, wie etwa den auch vom ISDN bekannten G.711 benutzen, um eine sehr gute Sprachqualität zu garantieren. Trotzdem sollte man sich der Tatsache bewusst sein, das VoIP-Telefonie über das Internet zurzeit nicht die gleiche gefühlte Qualität wie eine klassische Telefonverbindung hat. Das liegt hauptsächlich an den Latenzzeiten. Das menschliche Ohr ist bezüglich dieser kleinen Verzögerungen sehr empfindlich. Im Intranet hat man dieses Problem meistens nicht. Um es aber Vorweg zu nehmen: Asterisk bietet Ihnen die Möglichkeit beide Technologien parallel einzusetzen. So können Sie jetzt eine ISDN-basierte Asterisk-Telefonanlage aufbauen und diese Schritt für Schritt auf VoIP umstellen.

Anhaltende Neuerungen der letzten Jahre betrafen jedoch nicht nur das Telefonnetz der Telekomunikationsanbieter sondern auch die Telefonanlagen der Kunden. Während noch vor wenigen Jahren Funktionen wie Konferenzschaltungen und ACDs (Automatic Call Distribution) nur bei großen Telefonanlagen für mehrere 10.000 Euro möglich waren, kann man heute eine beliebig komplexe Telefonanlage auf einem Linux-PC mit Software realisieren. Asterisk – ursprünglich vom Amerikaner Mark Spencer entwickelt – ist eine solche Software [1]. Die GPL-Software verbindet die grundverschiedenen Welten der Analog-, ISDN- und VoIP-Telefonie nahtlos miteinander und gibt dem Administrator darüber hinaus volle Kontrolle über die Funktionen.

Eine normale Mittelstand-Asterisk-Telefonanlage besteht aus einem Standard-PC mit einer oder mehreren ISDN-Karten. Auf dem PC wird erst ein aktuelles Linux-System und dann eine aktuelle Asterisk-Version (zum Redaktionsschluss 1.2.1) installiert. Asterisk ist es dabei gleich, ob ein Telefonat über eine analoge, eine ISDN- oder eine VoIP-Verbindung ein- oder herausgeht. Für jeden Verbindungstypen gibt es ein Modul, welches sich um den Incoming- und Outgoing-Traffic kümmert. Im Asterisk-Kern sind alle Sprachverbindungen gleich und können beliebig mit einander verknüpft werden.

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Eine Reaktion
Adrian

habe mir selber grad eine Virtuelle Telefonanlage installieren lassen.Bin sehr zufrieden ist absolut ausfallsicher, billiger und schneller als die alte und wir konnten sie genau nach unseren Wünschen anpassen.

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