Entwicklung

Am 9. Dezember wurden in Potsdam die BIENE-Awards 2005 verliehen: Barrieren ausgestochen

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Um
dem Redakteur die Arbeit zu erleichtern, wurde das Backend
angepasst, wodurch es zu einigen kniffligen Arbeiten bei der
Rechtevergabe kam – der normale Redakteur sollte Konstanten bearbeiten
können, aber keinen Zugriff auf das TypoScript-Setup
haben. Auf diese Weise wird etwa die Anordnung der Bilder über
Konstanten gesteuert.

An Extensions kamen lediglich
„css_styled_content“ mit eigenen Anpassungen und „gov_accessibility“
von Jan Wischnat zum Einsatz – und natürlich
„rtehtmlarea“.

Das Fazit von Philipp Großmann: „Der Vorteil von TYPO3 ist seine
Flexibilität und Leistungsfähigkeit. Gerade die vielen Extensions heben
es von anderen Systemen ab. Aber gerade die Extensions sind von stark
unterschiedlicher Qualität, was die Quelltextausgabe betrifft. Auch
TYPO3 selbst macht an einigen Stellen ‚mehr als man möchte‘. Das macht
es oft schwierig herauszufinden, wo der problematische Quellcode
herkommt und wie man ihn anpasst. Alles in allem war und ist TYPO3 für
uns eine gute Option für barrierefreie Projekte.“

Die Umfangreichen: Theodor-Schäfer-Bildungswerk Husum

Im Fall des Theodor-Schäfer-Bildungswerks war die Ausgangssituation
genau umgekehrt: Mehr als 25 TYPO3-Installationen gingen schon auf das
Konto der Agentur „Projekt 77“. Die aktuelle Website war jedoch die erste,
bei der Barrierefreiheit das Hauptziel war.

Insbesondere die Redakteure mit wenig Erfahrung im Erstellen
barrierefreier Web-Inhalte stellten eine besondere
Herausforderung bei diesem umfangreichen Auftritt dar. Erschwerend
kam hinzu, dass – bis auf ganz wenige Bereiche – sämtliche Inhalte der
Website (immerhin über 150 Seiten) als Gebärdenvideos umgesetzt wurden.
Für die Aktualisierung wurde ein eigener Workflow entwickelt und die Auswahl der Content-Elemente im Backend auf Text und
Text/Bild beschränkt.

Schwierigkeiten mit der barrierefreien Ausgabe der Inhalte gingen die
Entwickler auf eine etwas ungewöhnliche Weise an: Da beim
Theodor-Schäfer-Bildungswerk zwar eigene Programmierer mit
PHP-/MySQL-Erfahrung vorhanden, aber nicht mit der
Architektur von TYPO3 vertraut waren, wurde ein komplett unabhängiges
Script erstellt, das die Ausgabe der Inhalte aus der
TYPO3-Datenbank steuert. Die Dateneingabe erfolgt dabei wie üblich
über das Backend und auch Menüerstellung und Ausgabe des „HTML-Rahmens“
erledigt TYPO3.

Sven Vörtmann von Projekt 77 ist sich aber sicher: „In einem anderen
Projekt hätten wir die Barrierefreiheit auch mit Bordmitteln erreicht.
Durch die für Version 4.0 angekündigten Änderungen in
„css_styled_content“ wird das in Zukunft eher einfacher werden.“

Für das Projekt wurden die Extensions „css_styled_content“, „cron_cssstyledimgtext“, „automaketemplate“, „rlmp_tmplselector“,
„indexed_search“ und „sb_acronymmanager“ eingesetzt.

URL: http://www.tsbw.de/, Auftraggeber: Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk Husum, Agentur: Projekt 77.

URL: http://www.tsbw.de/, Auftraggeber: Theodor-Schäfer-Berufsbildungswerk Husum, Agentur: Projekt 77.

Auch in diesem Projekt war die Qualität der Extensions ein Thema: „Ich
wünsche mir, dass Extension-Entwickler generell mehr Sensibilität für
die Qualität des Ausgabecodes zeigen. Während es durchaus hervorragende
Beispiele für validen, barrierefeien Code gibt, scheint bei einigen die
Zeit 1998 stehengeblieben zu sein“, sagt Sven Vörtmann. „Schließlich
fällt schlechter Code auch auf TYPO3 zurück, obwohl es ja besser geht.“

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