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Kopien verändern die Welt: Die Befreiung der Information

    Kopien verändern die Welt: Die Befreiung der Information

Die rasante Entwicklung der Computertechnik in den vergangenen Jahrzehnten, vor allem aber die Einführung des Internets wird Veränderungen in der Gesellschaft bewirken, die vermutlich nur mit den Auswirkungen des Buchdrucks vor fünfhundert Jahren zu vergleichen sein werden. Manche dürften überraschend sein, wie sich schon jetzt an vielen Projekten, Subkulturen und Bewegungen ablesen lässt, die das Netz in der verhältnismäßig kurzen Zeit seines Bestehens hervorgebracht hat.

Freie Software und Open Source, die Online-Enzyklopädie Wikipedia, Peer-to-peer-Netzwerke und Internet-Tauschbörsen oder die Ansätze zum „Bürgerjournalismus“ in der Blogger-Szene: All die Phänomene haben Gemeinsamkeiten. Es scheint, als sei in ihnen gewissermaßen dieselbe Handschrift zu erkennen, die letztlich auf die schnelle Entwicklung der Computertechnik zurückgehen. Drei Faktoren lassen sich dabei ausmachen.

Erster Faktor: Das kinderleichte Kopieren

In der digitalen Welt ist es extrem einfach geworden, Information zu kopieren und zu vertreiben. Es geschieht ständig während des normalen Betriebs eines Computers, es ist geradezu seine Grundoperation: Um ein Programm auszuführen, muss es von der Festplatte in den Arbeitsspeicher kopiert werden. Um ein Musikstück anzuhören, müssen die Bits von der CD ebenfalls in den Arbeitsspeicher und von dort in die Soundkarte kopiert werden. Zur Einfachheit des Kopierens tritt die Tatsache, dass es für Daten, gleich welcher Art, inzwischen ein planetares Informationsnetz gibt, dessen Kosten gesamtgesellschaftlich amortisiert und nicht auf die einzelnen Datentransfers umgelegt werden. In der Folge ist eine Situation entstanden, die es historisch so noch nie gegeben hat: Eine Situation, in der prinzipiell jede Information jedem Erdenbürger augenblicklich zur Verfügung stehen kann, ohne dass direkte Kosten entstehen. So neu und ohne Beispiel die Situation auch sein mag, gehen die Menschen doch äußerst gelassen und selbstverständlich mit ihr um. Da praktisch keine Kosten damit verbunden sind, gehört es heute zum guten Ton, einander an den Bits, über die man verfügt, teilhaben zu lassen. Wer die Bitte „Machst du mir mal eine Kopie davon?“ mit dem Hinweis auf die Rechtslage ablehnt, dürfte wenigstens für ziemlich wunderlich gehalten werden. Den Zugriff auf eine Ressource zu verweigern, mit dem keine erkennbaren Kosten verbunden sind, scheint sehr grundlegenden menschlichen Instinkten zu widersprechen.

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