Interview

Bewerbungen: „Lücken im Lebenslauf sind kein Hindernis“

(Foto: Shutterstock / djrandco)

Was zählt bei der Bewerbung? Bianca Lorenzen, Talent Acquisition Lead bei der Deutschen Telekom, gibt im Gespräch mit t3n Tipps für Jobsuchende.

t3n: Frau Lorenzen, was war die ausgefallenste Bewerbung, die Sie bisher auf dem Tisch hatten?

Bianca Lorenzen: Eine Bewerbung, die komplett auf das Unternehmen gebrandet gestaltet war – mit Link zu einem Video, in dem die Person herausgestellt hat, warum sie genau richtig für die Position ist. Das war nicht nur sehr kreativ, sondern auch inhaltlich für das Interviewteam sehr wertvoll.

t3n: Aber auch enorm aufwendig. Was sind in Sachen ­Bewerbung die „Basics“, ohne die es nicht geht?

Wer sich bewirbt, sollte vor allem einen richtig guten CV vorlegen. Für uns ist es enorm wichtig, dass die wichtigsten Informationen direkt auf einer Seite erkennbar sind. Der CV sollte so zielgerichtet wie möglich auf die zu besetzende Position angepasst sein und mit aussagekräftigen Keywords arbeiten. So sehen nicht nur wir Personaler auf einen Blick, für welche Kompetenzen und Erfahrungen­ ­jemand steht, in Zukunft kann auch eine künstliche Intelligenz auf dieser Basis Einordnungen vornehmen.

t3n: Gibt es Dinge, die bei einer Bewerbung nicht mehr so wichtig sind wie früher?

Definitiv. Das Anschreiben beispielsweise verliert zunehmend an Bedeutung. Und auch die berüchtigte Lücke im Lebenslauf ist heute – im Gegensatz zu früher – kein Hindernis mehr, solange man Unterbrechungen nachvollziehbar erklären kann.

t3n: Heißt das, auch Quereinsteiger haben heute bessere Chancen bei Ihnen?

Ich denke schon. Allerdings sollte aus den Unterlagen hervorgehen, dass sie in dem gewünschten Bereich schon ­etwas gemacht haben, das mein Interesse unterstreicht – ein Praktikum zum Beispiel oder entsprechende Kurse. Ganz ohne Erfahrungen in dem Gebiet, für das ich mich bewerbe, geht es auch heute nicht.

„Sucht den ­Kontakt! Jedes Unternehmen bietet eigene Veranstaltungen oder präsentiert sich auf größeren Events.“ Bianca Lorenzen, Talent Acquisition Lead,Deutsche Telekom (Foto: Deutsche Telekom AG)

„Sucht den ­Kontakt! Jedes Unternehmen bietet eigene Veranstaltungen oder präsentiert sich auf größeren Events.“ Bianca Lorenzen, Talent Acquisition Lead,Deutsche Telekom. (Foto: Deutsche Telekom)

t3n: Woran liegt es, dass manche Einstellungskriterien heute deutlich lockerer sind?

Wir haben es in vielen Bereichen mittlerweile mit einem Bewerbermarkt zu tun. Das heißt, die Kandidatinnen und Kandidaten haben die Auswahl und die Unternehmen müssen suchen. Irgendwo eine Stellenanzeige zu platzieren und zu hoffen, dass jemand kommt – „Post and Pray“ – funktioniert nicht mehr.

t3n: Was heißt das für ein Unternehmen wie die ­Telekom?

Wir haben Prozesse neu aufgesetzt, um schneller zu werden. Die Bewerber wollen heute möglichst die „Ein-Klick-­Bewerbung“. Wir arbeiten dafür immer enger mit den jeweiligen Managern zusammen, um Stellen möglichst rasch zu besetzen. Ist der Prozess zu langsam, nehmen wir eine Position zwischenzeitlich auch mal wieder aus den Systemen heraus, denn wir können es uns nicht leisten, dass Bewerber keine zeitnahe Rückmeldung erhalten.

t3n: Wo im HR-Bereich spüren Sie die Auswirkungen der Digitalisierung noch?

Heute gibt es nicht mehr den einen HR-Manager für alles, Generalisten sind fast nur noch in kleineren Unternehmen zu finden. Wir kümmern uns beispielsweise in verschiedenen Teams um Azubis und Executives. HR-ler im ­Recruiting sind heute Spezialisten für Sourcing und ­beraten oder ­coachen alle im Prozess Beteiligten. Durch die ­Digitalisierung haben wir mehr Kanäle zur Verfügung, über die uns die Leute erreichen können und neue Tools, um die ­Recruiting-Prozesse intern wie extern transparenter zu machen.

t3n: Wonach sucht die Telekom aktuell, und wie sollten Bewerber Kontakt aufnehmen?

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