E-Commerce

Micropayment im E-Commerce: Bezahlverfahren für kleine Beträge

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Die klassischen Bezahlverfahren eignen sich für kleinere Bezahlbeträge nur unter bestimmten Voraussetzungen: Bei der Lastschrift sind kleine Bezahlbeträge machbar, wenn möglichst viele der nachfolgenden Kriterien erfüllt sind: 1. Die Ware/Leistung eignet sich nicht zur Weiterverwendung durch Dritte; 2. Der Kunde ist mit anderen Transaktionen bereits bekannt; 3. Der Kunde bestellt Kleinteile nach (z. B. Kaffeepatronen o. Ä.); 4. Der Kunde befindet sich in einem Dauernutzungsverhältnis, bei dem ihm die Abschaltung durch den Händler erheblich schadet; 5. Es werden optimierte Sicherungschecks eingesetzt, etwa über creditpass.de.

Kleine Beträge über eine Kreditkarte abzurechnen, lohnt sich nur dann, wenn es sich um eine Prepaid-Kreditkarte handelt. Auch wenn der Ausdruck zunächst widersprüchlich klingen mag: Solche Karten gibt es. Sie werden mit Geld aufgeladen und in der Regel virtuell herausgegeben, also ohne, dass der Inhaber Plastik in die Hand bekommt. Ihr Vorteil: Rückbuchungen aufgrund ungedeckter dahinterliegender Girokonten entfallen. Was autorisiert wird, wurde zuvor bezahlt.

Prepaid

Besondere Bedeutung im Micropayment gewinnen in jüngster Zeit die Prepaid-Kreditkarten. Was sich zunächst wie ein Widerspruch in sich anhört, hat System. Authentifizierung und Autorisierung laufen wie bei der klassischen Kreditkarte ab. Da diese Karten jedoch mit echtem Geld aufgeladen wurden, sind Zahlungen auch bei kleinen Beträgen kostengünstiger und einfacher abzuwickeln. Technische Anbieter sind zum Beispiel die WireCard AG oder die Landesbank Berlin.

Alternative Zahlungsmethoden

Zu den E-Payment-Verfahren, an die viele beim Thema Micropayment primär denken, zählen „neue“ Anbieter wie ClickandBuy, PayPal, Paysafecard, Giropay oder Sofortüberweisung.de. Auch mobilgestützte Verfahren, zum Beispiel mpass von Vodafone und o2, zählen dazu. Allen Verfahren gemein ist die Tatsache, dass es sich erneut um Hilfskonstruktionen handelt, die es dem Bargeld in seinen wesentlichen Funktionen gleich machen sollen.

Bei der Paysafecard erwirbt der Kunde in einer Verkaufsstelle (Kiosk, Tankstelle etc.) eine Karte oder einen Automatenausdruck im Wert zwischen 10 und 100 Euro. Diesen Wert kann er dann nach und nach ausgeben, beim Bezahlen genügt die Eingabe eines 16-stelligen PINs, der sich auf der Karte/dem Ausdruck befindet. Online-Händler können Paysafecard über eine API anbinden.

PayPal, das weit verbreitete Bezahlsystem der Warenplattform eBay, funktioniert auf der Basis eines virtuellen Kontos, das über Kreditkarte oder Lastschrift aufgeladen wird und den Geldtransfer quasi via E-Mail ermöglicht. Auch hier sind die Standards eng gesetzt: Das System kann als Ganzes implementiert, jedoch keinesfalls in seinem Kern verändert werden.

ClickandBuy ist ursprünglich als Kreditkartenzahlungsakkumulator gestartet. Dabei sollten möglichst viele kleine Bezahlbeträge zu größeren zusammengefasst und damit in der Abwicklung wirtschaftlicher gestaltet werden kann. Mittlerweile bietet das in Köln ansässige Unternehmen noch zahlreiche weitere Verfahren an und ist zwischenzeitlich, wie creditPass für RiskManagement, eher eine Plattform, die verschiedene Micropayment-Verfahren gebündelt anbietet.

Bei Giropay geht es darum, als Endkunde direkt von der Händlerseite aus die Zahlungstransaktion über das eigene Bankkonto in Form einer Überweisung anzuschieben. Das Verfahren gewinnt, ähnlich wie sofortueberweisung.de, an Bedeutung.

Von allen Mobilfunk-Bezahlverfahren ist aktuell nur noch mpass sichtbar im Markt vertreten. Der Ablauf ist vergleichbar mit den oben beschriebenen klassischen Verfahren. Die Authentifizierung erfolgt jedoch schon mittels SIM-Karte und die Autorisierung mittels SMS. Ergänzend kommt hinzu, dass der Händler hier auch eine Zahlungssicherung in Anspruch nehmen kann.

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Dein t3n-Team

7 Kommentare
Axel Hübner

Liebes Redaktionsteam!

Immer wieder interessant, wie (in diesem Fall Ihr Autor) Herr Wolff die Telekom Payment-Palette – auch bei Kongreßvorträgen – ausblendet; und dies als BDOA-Vorsitzender.
Nicht unbedingt eine Recherche-Arbeit mit dem Ziel höherer Markt-Transparenz.
Schade, dass der Heftnutzer bei dem Magazinpreis nur einen eingeschränkten Blick auf die verfügbare Zahlungspalette erhält.

Gerne können Sie über uns weitere Infos zu dem MicroPayment/PrePaid-Verfahren von T-Pay erhalten und ggf. online ergänzen.

Schönen Wochen-Start!

Axel Hübner
Deutsche Telekom AG 
Products & Innovation

Klaus Minhardt

Die meisten Payment Systeme haben eine enge Verwandschaft zu den alten Mautstellen des Mittelalters. Wegelagerer nehmen den ehrlichen Kaufleiten einen Großteil des Warenwertes ab und behindern so den Handel.

Es ist ja prinzipiell richtig, dass bei kleinen Beträgen der Aufwand für die Abwicklung nicht geringer ist. Richtig ist aber auch, dass die Gebühren grundsätzlich zu hoch sind.

Im Zeitalter moderner Technik ist eine Gebühr pro Transaktion von maximal 1 Cent durchaus gewinnbringend realisierbar. Das wäre dann die Basis für völlig neue Geschäftsmodelle wie Paid Content.

Das Wunschdenken der Verleger im Internet Einnahmen durch Paid Content zu erzielen sind zum Scheitern verurteilt solange es kein Micropayment System gibt, welches sich mit weniger als 1 Cent bzw. weniger wie 5% des Rechnungsbetrags bei Kleinstbeträgen begnügt.

Ein abschreckendes Beispiel ist iTunes. Ein Mindestpreis von 1 Dollar unterbindet effektiv den Verkauf einzelner Texte an die Leser. 30 Prozent der Einnahme an Apple ist auch eine Unverschämtheit, da Apple keinen entsprechenden Mehrwert liefert.

Verleger und Journalistenverbände müssen wohl selbst ein Payment System entwickeln, damit funktionierende Geschäftsmodelle im Web möglich werden.

T. Brandt
T. Brandt

Das ist man von t3n gar nicht gewohnt: Ein so schlechter Artikel, in weiten Teilen auch noch falsch und unvollständig. Wie kann denn z.B. ein „Experte“ giropay und sofortueberweisung.de als „klassische Micropaymentsysteme“ bezeichnen? Dazu fehlt auch noch der Hinweis, dass man als Bankkunde mit der Benutzung von sofortueberweisung.de gegen die meisten Bank-AGB verstößt, weil PIN/TAN-Daten an Dritte weitergegeben werden. Darüber hinaus wurden im Artikel viele Anbieter gar nicht erwähnt, die typischen Vor- und Nachteile für Händler und Kunden maximal kurz angeschnitten. Als Überblich über den aktuellen E-Payment-Markt ist der Artikel komplett unbrauchbar.

Manfred K. Wolff

Zu: #1 Axel Hübner

Ja, Sie haben Recht. Die T-Pay verfügt wirklich über ein breites und kompetentes Spektrum verschiedener Bezahlverfahren.

Zu: #2 Klaus Minhardt

Ihren Ärger über hohe Kosten kann ich verstehen. Wenn es privatwirtschaftlich günstiger ginge, gäbe es das nach 15 Jahren eCommerce auch schon. Es passt aber aufgrund der von mir genannten notwendigen Prozesse nicht. Gerade deshalb könnte das Thema „Digitales Bargeld“, herausgegeben durch die EZB, eine gute Alternative sein.

Zu: #3 T. Brandt

Ich kann Ihnen nicht helfen, wenn Sie nur eigenes vorhandenes Schubladenwissen 1:1 im Artikel wiederfinden möchten. Da haben gute t3n-Artikel mehr zu bieten. Es geht um Systematik, um Denken statt um Aneinanderreihen. Die pauschale Verunglimpfung zur Qualität meines Inhaltes verstehe ich auch nicht: Im Text werden „Giropay“ und „Sofortüberweisung“ von mir doch als „Alternative Bezahlverfahren“ und als „Neue Anbieter“ bezeichnet?! Und die Tabelle kann nur einen groben Überblick nach max. drei Kategorien geben, die hier auch passen. Ebenso geht es im Artikel um MicroPayment und nicht um Payment allgemein wie von Ihnen geschrieben. Siehe nochmals Überschrift und gesamter Inhalt.

Marcus Polster

Hallo,

passend hierzu reagiert die micropayment GmbH auf aktuelle Anfragen aus der Verlagswelt und stellt ein neues Zahlungssystem vor.

Die Medienlandschaft befindet sich im Umbruch. Besonders deutlich ist dies im Bereich der Verlage zu spüren, in dem immer mehr Inhalte klassischer Printmedien, insbesondere solche, die eine jüngere Klientel ansprechen, auch über elektronische Vertriebskanäle angeboten werden. Als erster Full Service Payment Service Provider (PSP) reagiert die micropayment GmbH auf diesen Trend und bietet mit “HandyPay” ein Zahlungssystem an, das die Zahlung per SMS-Verfahren auch für Abonnements ermöglicht.

Weitere Informationen unter http://micro-payment.blogspot.com/

Gernot Gawlik

Sehr schöner Artikel. Wer es etwas genauer haben möchte kann sich gerne einmal meine Bachelorarbeit unter http://www.mikrozahlung.de anschauen. Gerne überlasse ich auch dem Autor dieses Artikels eine kostenlose Version, so dass dieser sich auch ein objektives Bild der T-Online Produkte machen kann. Melden Sie sich doch einfach per Mail bei mir.

Manfred K. Wolff

Nun haben wir den 21.11.2011 – von T-Pay ist (leider) nichts mehr zu sehen. Was sagen die oben meckernden Blogger nun? Jungs, seid Ihr damals als Blogger bezahlt worden? Mit der Zeit zeigt sich halt, wer sich wirklich auskennt und wer nur kurzfristig für sich Werbung macht. ;-) herzliche Grüße von einem unabhängigen Fachmann, Manfred K. Wolff