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Produktiv-Expertin Claire Burge: „Slack ist schlimmer als E-Mail“

(Foto: claireburge.com)

Claire Burge hilft Unternehmen, produktiver zu arbeiten. Im Interview erklärt sie, warum Firmen wie Spielplätze funktionieren sollten und welche Aufgabe dem Mensch bleibt, wenn Maschinen seinen Job übernehmen.

t3n Magazin: Glaubt man deinen Vortragstiteln, liegt die Zukunft der Arbeit im Chaos. Müssen wir uns Sorgen machen?

Claire Burge: Wenn wir uns anschauen, wie sich unser Arbeitsleben durch neue Technologien verändert, regiert zunehmend das Chaos, das stimmt. Viele Leute verstehen Arbeit immer noch als sehr eintönige, sichere und durchorganisierte Sache. Die Zeiten sind aber vorbei.

t3n Magazin: Warum?

Claire Burge: Weil wir heute nicht nur mit 20 oder 30 verschiedenen Tools arbeiten. Wir kleben jeden Tag zehn oder mehr Stunden an unseren Smartphones. Unterwegs wie zuhause. Wir werden von Benachrichtigungen bombardiert. Diverse Studien haben gezeigt, dass sich 75 Prozent der Menschen überfordert fühlen und aus diesem Grund auch weniger Kontrolle über ihren Job haben.

t3n Magazin: Und das ist mit Chaos gemeint?

Claire Burge: Genau. Chaos hat ja nicht immer etwas mit Verwüstung oder Krawall zu tun. Das ist ein Missverständnis. Die Wissenschaft sieht Chaos vielmehr als eine Umgebung, in der sehr viele unvorhersehbare Veränderungen stattfinden. Bezogen auf die Arbeit heißt das: Vor zehn Jahren haben wir vielleicht noch in Word-Dokumenten gearbeitet, Excel-Tabellen ausgefüllt und ein paar E-Mails beantwortet. Dann kam der Aufstieg von ERP-Systemen, Cloudtechnologien und Software-as-a-Service. Inzwischen leisten wir ein Vielfaches und das in dutzenden von Anwendungen. Diese Art der Fragmentierung muss aber nicht per se schlecht sein. Im Gegenteil: Unternehmen müssen nur richtig damit umgehen.

t3n Magazin: Wie gehen Unternehmen damit am besten um?

Claire Burge: Sie müssen Wege finden, das Chaos kreativ zu nutzen. Ein prima Beispiel dafür sind öffentliche Spielplätze.

t3n Magazin: Das musst du erklären.

Claire Burge: Wenn wir uns einen Spielplatz vorstellen, sehen wir einen umzäunten Bereich mit vielen Geräten, die jeweils unterschiedliche Verhaltensweisen bei Kindern provozieren. Eine Schaukel animiert zum Schaukeln, eine Rutsche zum Rutschen und so weiter. Diese Analogie lässt sich sehr gut zum Aufbau von Teams und Unternehmen nutzen. Zuerst ist eine Managementstruktur notwendig, die quasi den Sicherheitszaun darstellt. Dann müssen Voraussetzungen geschaffen werden, die Mitarbeitern eine unterhaltsame und effiziente Arbeit ermöglichen.

t3n Magazin: Worauf sollten Chefs hier alles achten?

Claire Burge: Führungskräfte sollten sich überlegen, welches Verhalten sie sich von ihren Mitarbeitern wünschen und welches Umfeld dafür benötigt wird. Wie soll untereinander kommuniziert werden? Wie sollen sich Mitarbeiter in Meetings organisieren und Aufgaben erledigen? Wie bearbeiten sie Dokumente, wie betreiben sie Zeitmanagement? Natürlich sollte – wie auf dem Spielplatz auch – Raum für Spontaneität und Auszeiten geschaffen werden.

t3n Magazin: Kannst du dafür Beispiele nennen?

Claire Burge: Das E-Commerce-Unternehmen Etsy erlaubt seinen Mitarbeitern, sich ihre Arbeitsplätze frei nach ihren Wünschen einzurichten. Das gilt nicht nur für die Hardware, sondern beispielsweise auch für Möbel und Utensilien. Epic Systems aus New York dagegen hat die Räume so gestaltet, dass sich Mitarbeiter immer an einem anderen Ort befinden. Die Meetingräume sind einer U-Bahn nachempfunden. Ist das nicht cool? Schön finde ich auch die Idee von Evernote, die Treppen im Gebäude mit Sitzkissen zu versehen. Das fördert spontane Gespräche auch außerhalb des eigenen Arbeitsplatzes. Vierteljährliche Teamausflüge, wie sie unter anderem Dialexa anbietet, sollten übrigens zum Standard gehören. Das kann ein Kinobesuch oder ein Fallschirmsprung sein.

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4 Reaktionen
DoSchu

"Slack ist schlimmer als eMail" – kann ich nur sagen Blödsinn. Ich bin soooo froh, dass inzwischen viele Kommunikationen via Slack laufen. Meine Mailbox wird so zugespammt, da rutscht schnell mal was durch. Denn leider haben es die Mail-Provider bis heute nicht geschafft, Spam von uns fern zu halten. Da fühle ich mich richtig befreit in Slack. Telegram nutzen wir zum Beispiel für die Kommunikation zur Coworking Konferenz cowork sehr gerne, jedoch mehr für den raschen digitalen Austausch rund um die Events - als prima Alternative zu Facebook Messenger oder Whatsapp, da öffentlich abonnierbar.

Tristan

Slack ist zuallererst auch ein "Echtzeit-Chat" und ich verstehe nicht recht, inwiefern damit denn nun schlechter als mit Telegram gearbeitet werden kann?

Gordon

Ich verstehe die Aussage auch nicht. Bei der Überschrift erwarte ich auch wenigstens eine Begründung warum Telegram besser als Slack ist und warum von Slack abgeraten wird. Kommt mir schon ein wenig vor wie Clickbait...

Juergen

Telegram als Kommunikationstools im Unternehmen? Dann komme ich ja gar nicht mehr zum Coden.

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