How-To

Schnittstellen managen: Cloud-Lösungen für Entwickler

(Abbildung: Shutterstock / Immersion Imagery)

Cloud-Lösungen versetzen Software-Anbieter in die Lage, Programmierschnittstellen über den gesamten Lebenszyklus hinweg professionell zu verwalten – von Design und ­Entwicklung über Betrieb, Monitoring und Analytics bis hin zur effizienten Vermarktung und Monetarisierung. Eine Marktübersicht.

Im März letzten Jahres hat Salesforce, einer der größten ­Saas-Anbieter der Welt, die größte Übernahme seiner 19-jährigen Firmengeschichte abgeschlossen. Der Kaufpreis betrug rund 6,5 Milliarden ­US-Dollar. Bei der übernommenen Firma handelt es sich weder um einen innovativen AI-Dienst noch um ein vielversprechendes Blockchain-Startup. Salesforce investierte in einen API-Anbieter: Mulesoft. Das 2006 in San Francisco gegründete Software-Haus entwickelt eine ­API-Plattform mit mehr als 13.000 Schnittstellen, die die Implementierung komplexer Datenintegrationen ermöglicht. Die Übernahme unterstreicht die zunehmend wachsende Bedeutung, die API als technische Inte­grationsmethode nicht nur in der Software-Entwicklung, sondern vor allem auch im Geschäftsumfeld als Business-Enabler haben.

Laut Marktbeobachtern und Analysten boomt die API-­Economy. Hier ist eine spannende Entwicklung zu beobachten, die das Potenzial hat, die Art und Weise, wie Software implementiert und vermarktet wird, radikal zu verändern. API werden nämlich verstärkt zu eigenständigen Produkten, die neue Geschäftsmodelle und Umsatzkanäle ermöglichen. Software-­Anbieter, die sich auf ein bestimmtes Themengebiet spezialisiert haben, finden in einem API-Produkt neue Möglichkeiten, ihr fachliches Know-how, ihre selbst entwickelten Technologien und bestehende Cloud-Infrastrukturen zu monetarisieren.

Hinzu kommen immer mehr Software-Unternehmen, die sich weder an Privatkunden noch an Business-Kunden richten, sondern gezielt an Softwareentwickler. Damit entsteht neben den klassischen B2B- und B2C-Märkten der B2D-Markt: Business to Developer. Stripe zum Beispiel, eine Suite-of-Payment-API, wie sich das Unicorn-Startup im Web selbst präsentiert, hat die Art und Weise, wie Internetfirmen Zahlungen abwickeln, verändert und innerhalb von nur acht Jahren einen Marktwert von über 20 Milliarden US-Dollar erreicht. Das Geschäft mit seinen Kommunikations-API brachte der Firma Twilio letztes Jahr einen Rekordumsatz von knapp 400 Millionen US-Dollar. Etablierte Anbieter haben das Potenzial des B2D-Marktes längst erkannt und ein erfolgreiches API-Geschäft aufgebaut: Salesforce etwa erzielt Berichten zufolge 50 Prozent seines Umsatzes über API, Ebay fast 60 Prozent und Expedia 90 Prozent. Das sind nur einige von vielen Beispielen, die zeigen, dass sich das Geschäft mit API rentiert. Kein Wunder also, dass die Zahl der öffentlich verfügbaren API rasant wächst – das Portal ­Programmableweb zählt inzwischen schon über 15.000 Angebote.

Software-Firmen, die API nicht nur konsumieren, sondern selbst einen aktiven Teil der florierenden API-Economy werden wollen, können auf moderne Tools zurückgreifen, die bei Design, Entwicklung, Management und Monetarisierung von API helfen. Im Folgenden stellen wir professionelle API-Lösungen aus der Cloud vor, die sich mit etlichen Features in der Praxis bewährt haben.

Design, Dokumentation, Testing und mehr

Egal für welche Zielgruppe man seine API entwickelt, eigene Kunden, externe Partner oder den B2D-Markt, die Produkt­qualität sollte immer im Vordergrund stehen. Denn Entwickler sind keine einfache Kundschaft. Die meisten von ihnen werden sich zur Nutzung eines mittelmäßigen Produkts kaum über­reden lassen, egal wie toll die Sales-Leute ihren Job machen. Teure Marketingkampagnen und Werbung haben bei Entwicklern ebenfalls ­keine allzu große Wirkung. Führende API-Anbieter wissen das und ­fokussieren sich vielmehr auf das Produkt. Sie stellen ­sicher, dass ihre API-Dienste gut dokumentiert sind, schnell und zuverlässig laufen und sich auf möglichst schnelle und einfache Weise ­implementieren lassen. Wer diese Qualitätsziele erreichen will, muss sie von Anfang an, das heißt schon beim Design und der Entwicklung der API, beachten. Moderne API-Tools wie zum Beispiel Postman, Apiary und Stoplight versprechen Einsteigern Abhilfe.

Postman ist eine integrierte API-Entwicklungsumgebung, die mit über fünf Millionen Nutzern zu den beliebtesten API-Tools zählt. (Screenshot: Postman)

Postman

Bei Postman handelt es sich um eine populäre cloudbasierte App, die laut Hersteller von über fünf Millionen Entwicklern eingesetzt wird, um die Implementierung ihrer API zu vereinfachen. Als eine integrierte API-Entwicklungsumgebung stellt sie alle notwendigen Werkzeuge bereit, um API im Team zu designen, zu dokumentieren, zu testen und zu debuggen. Mit dem Tool lassen sich Endpoint-Spezifikationen erstellen, an einem zentralen Ort speichern und verwalten. Mit dem integrierten HTTP-Client können sie gleichzeitig bequem getestet werden. Zur besseren Übersichtlichkeit kann man Server-Requests in Kollektionen und Ordnern gruppieren. Die Anfrageparameter lassen sich über ein Formular editieren und speichern, individuelle Header- und Authentifizierungsparameter ebenfalls. Praktisch dabei: Entwickler können verschiedene Server-Umgebungen anlegen und globale Umgebungsvariablen definieren, die man dann in einzelnen API-Aufrufen wiederverwenden kann. So kann man seinen Code leicht in der Testumgebung, QA oder in Produktion testen. Mit einem Klick erzeugt Postman zudem die API-Dokumentation automatisch, die dann im Web veröffentlicht werden kann und als Developer-Portal dient.

Stoplight

Mit Stoplight bietet sich eine interessante Postman-Alternative, die zwar nicht so populär ist, aber mit einem modernen User-­Interface und nützlichen Funktionen einen guten Eindruck macht. Das Tool setzt auf den Open-API-Standard für einheitliche und saubere API-Spezifikationen. Diese werden ähnlich wie beim Postman als Grundlage für die Erstellung der API-Dokumentationen und für die Automatisierung von Testing-Prozessen verwendet. Ein weiteres nützliches Feature ist Mocking. Anhand der Endpoint-Specs wird dabei ein virtueller Server gestartet, der bei Anfragen eine Antwort im spezifizierten Format zurückliefert, ohne dass man die Geschäftslogik in dem Endpoint implementieren muss. Der Vorteil: Frontend-Entwickler können sofort mit der Integration von neuen API-Ressourcen beginnen, sie ausführlich testen und schneller iterieren.

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