Startups

CTO-Tipps für Startups: Technische Aspekte in der Gründungsphase

Als CTO eines Startups gilt es, eine technische Strategie zu finden, die die Business-Strategie hundertprozentig unterstützt. Neben dem Aufbau eines guten Teams sowie Plattform- und Design-Entscheidungen gehört dazu auch der technische Überblick. Florian Munz schreibt über seine Erfahrungen bei Qype und gibt Tipps für die verschiedenen Phasen eines Startups.


Die Entwicklung eines Startups gliedert sich in verschiedene Phasen. Die Anforderungen an den CTO können sich in diesen stark unterscheiden. Was in der Startphase richtig und wichtig ist, kann in späteren Phasen nicht mehr ideal oder sogar gefährlich sein. Genau so, wie sich das Unternehmen entwickelt, wächst auch die IT. Im Erkennen dieser Phasen und im Anpassen der Anforderungen liegt die Herausforderung an einen CTO.

Das bestmögliche Team

Der Erfolg eines Startups hängt in erster Linie von den Menschen ab. Gerade in der Anfangsphase sollte man auf ein kleines Team von überragend guten Leuten setzen. Ein Punkt, der bei Qype schmerzhaft gelernt werden musste, war, das Entwicklungsteam nicht nur aus Freelancern zusammenzusetzen. Am Anfang ist es zwar sehr viel einfacher, gute freie Entwickler zu finden, dies rächt sich aber, wenn man es versäumt, eine gesunde Mischung aufzubauen.

Gute Mitarbeiter zu finden ist schwer. Langfristig sollte man daher versuchen, das eigene Startup interessant zu machen. Zum Beispiel mit eigenen Open-Source-Beiträgen, aktiver Teilnahme an Konferenzen und in User Groups. Vor der Begutachtung des Lebenslaufs eines Entwicklers wird bei Qype nach seinem Namen gegoogelt. Weblogs, Twitter, Mailinglisten und im besten Fall Open-Source-Projekte geben in vielen Fällen einen sehr viel besseren ersten Eindruck ab als der Lebenslauf. Bei Uni-Absolventen ist Enthusiasmus und eine relevante Diplomarbeit viel Wert.

Moderne Entwicklungsprozesse

Agile Entwicklungsprinzipien wie Extreme Programming oder Scrum passen perfekt zu einem Startup. In kurzen Iterationen entsteht benutzbare Software, die man relativ schnell direkt beim Kunden ausprobieren kann. Denn nichts ist wichtiger für ein Startup als Feedback.

Zu den agilen Prozessen gehören Prinzipien wie testgetriebene Entwicklung, Continious Integration und automatisierte Deploys. Continious Integration sorgt für das zeitnahe Entdecken von Problemen und ein automatisierter Deploy-Prozess macht das häufige Ausliefern erst möglich. In der Anfangsphase von Qype wurden teilweise mehrmals am Tag neue Versionen aufgesetzt.

Operations

Solange man die Basics nicht im Griff hat, macht es keinen Sinn, in fortgeschrittene Themen zu investieren. Eine vernünftige Backup-Strategie ist beispielsweise unerlässlich. Erst vor ein paar Wochen wurde der sechs Jahre alte Service „Journalspace“ komplett eingestellt, weil außer einem Raid-System keine Backups für den Hauptdatenbankserver existierten. Backups müssen aber nicht nur angelegt, sondern auch regelmäßig getestet werden.

In der Anfangsphase ist ein einzelner Server meist ausreichend. Je größer der Cluster wird, desto sinnvoller ist es, moderne Prinzipien wie Virtualisierung oder automatisierte Konfiguration einzusetzen. Bei Qype wurden gute Erfahrung mit „puppet“ [1] gemacht, einem Programm zur zentralisierten und automatisierten Konfiguration, das es ermöglicht, neue Server innerhalb weniger Minuten betriebsbereit zu haben und Konfigurationsänderungen am kompletten Cluster auszuführen.

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