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Code statt Kapital: The DAO will mit der Blockchain-Technologie die Wirtschaft neu erfinden

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Der Faktor Mensch rückt beim Konzept der Smart Contracts immer weiter in den Hintergrund. Das bietet einerseits große Chancen, andererseits aber auch große Risiken. Man stelle sich nur vor, der eigene Stromanbieter setzt auf Smart Contracts – ist man mit der monatlichen Zahlung der Stromrechnung nicht pünktlich, ließe sich etwa das Licht nicht mehr einschalten. Das alles würde automatisch, ohne menschliches Zutun, ausgelöst. Ein Szenario, das nicht so abwegig ist, denn der Stromkonzern RWE arbeitet bereits mit dem deutschen Startup Slock.it zusammen, um Smart Contracts und die Blockchain für das Laden von Elektroautos zu nutzen.

Startups rund um die Blockchain: Smart Contracts und mehr

Die drei Initiatoren von The DAO stecken ebenfalls hinter Slock.it, das zu den ersten Projekten gehört, für deren Finanzierung die Crowdfunder von The DAO stimmen können. Konsequenterweise setzt auch Slock.it auf die Ethereum-Blockchain, um physische Gegenstände zu kontrollieren, die das Startup „Slocks“ nennt. Prinzipiell kann jeder Gegenstand zu einem „Slock“ werden – einzige Voraussetzung ist, dass sich der Gegenstand via Bluetooth, Wlan oder verwandten Protokollen vernetzen lässt.

Christoph und Simon Jentzsch sowie Stephan Tual vom Startup Slock.it haben The DAO mit initiiert.

Anwendungsbeispiele sind Autos oder Wohnungen, zum Beispiel über ein als „Slock“ umfunktioniertes Türschloss, die sich mittels Smart Contracts selbst vermieten – inklusive vollautomatischer Zahlungsabwicklung. Damit will Slock.it eine Plattform für die Sharing-Economy und das Internet der Dinge entwickeln. Besonders bezüglich der an die Blockchain angeschlossenen Schlösser eröffnen sich zahlreiche Möglichkeiten für Verleih- und Sharing-Modelle von Autos über Fahrräder bis hin zu Wohnungen und Ferienhäuser.

Generell bieten die Blockchain und insbesondere Smart Contracts das Potenzial, die Arbeit von Juristen und Notaren zumindest teilweise zu ersetzen. Das Startup Smartcontract.com hat bereits diverse auf der Blockchain basierende Verträge konzipiert. Ein Beispiel für einen derartigen Vertrag ist ein Webformular für Suchmaschinenoptimierung.

Der Betreiber einer Website kann mittels Formular seine Seite nach Gusto auf ein Keyword und für ein beliebiges Land optimieren lassen. Außerdem legt der Website-Betreiber fest, in welchem Zeitraum welche Position erreicht werden soll. Nimmt eine SEO-Agentur den Auftrag an und erreicht das gesteckte Ziel im gewünschten Zeitraum, fließt automatisch der vereinbarte Betrag vom Website-Betreiber an die Agentur.

Das Startup Ujo hingegen arbeitet an einer globalen Datenbank für Musikrechte. Die Idee dahinter: Musiker geben Informationen zu Lizenz und Verwertungsrechten wie den Preis für Streaming-Portale, den Download oder für Remixe durch andere Künstler an, sodass Ausschüttungen automatisch erfolgen können. Neben dem Internet der Dinge und der Digitalwirtschaft formieren sich viele Blockchain-Startups rund um andere Wirtschaftszweige. Auch wenn sich viele Ideen noch in einem sehr frühen Stadium befinden, gibt es einige interessante Ansätze, die einen Blick in die Zukunft und auf das „disruptive Potenzial“ der Blockchain erlauben.

Everledger beispielsweise bietet auf Basis der Blockchain ein System, mit dem die Fälschung von und die Hehlerei mit physischen Gütern verhindert werden soll. Unter anderem widmet sich das Startup der Verifizierung von Diamanten und Kunstwerken, die einfach als Hash in die Blockchain geschrieben werden. So lässt sich nicht nur die Echtheit eines Diamanten durch einen Versicherer verifizieren, sondern Händler wissen auch, ob es sich bei einem erfassten Stein um einen Blut-Diamanten handelt. Mittlerweile befinden sich rund 900.000 Diamanten in der Everledger-Blockchain – jeder an 40 Punkten gescannt, die den einzigartigen digitalen Fingerabdruck eines Steins ausmachen.

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Ein Kommentar
Dustin
Dustin

Vielleicht solltet Ihr noch erwähnen, dass stark vereinfacht gesagt, die Halter sogenanter Tokens darüber abstimmen, in welches Startup investiert wird und das der Prozess komplett automatisiert abläuft ;)

(Seite 1, unter dem Bild steht genau das 4x im gleichen Wortlaut)

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