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Trendreport

Diese Techniktrends verändern unser Leben: Future Life

Technologie beeinflusst zunehmend unser Leben und verändert unseren Alltag in unterschiedlichsten Bereichen. Die vernetzte Welt, freies Wissen, Open-Source-Technologien, Crowdsourcing und Crowdfunding ermöglichen eine nie da gewesene Innovations- und Entwicklungsgeschwindigkeit. In 15 Thesen zeigen wir die wichtigsten Techniktrends auf, die in der unmittelbaren Zukunft zu erwarten sind.

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1. 3D-Druck krempelt Entwicklung und Vertrieb von Produkten um

3D-Drucker werden alltäglicher und sind auf den Spuren des Homecomputers. Gegenstände kauft man als Datei online, lädt sie herunter und stellt sie damit selbst her. Lieferzeiten? Versandkosten? Alles von gestern. Neue Produkte stellen Fans auf kostenlosen Portalen wie Thingiverse [1] zur Verfügung, sie werden über Plattformen wie Shapeways [2] verkauft oder in Tauschbörsen angeboten – The Pirate Bay hat bereits die Rubrik „Physibles“ eingerichtet [3]. Und auch sonst ist die Zukunft schon in Sichtweite: Mario Minale und Kuniko Maeda aus Rotterdam haben Möbel entworfen, die man mit Holzteilen und Verbindungsstücken aus dem 3D-Drucker nachbauen kann [4].

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Nicht zuletzt können Firmen mit erheblich weniger Aufwand als bisher Prototypen für Hardware entwickeln und produzieren. Das nutzt beispielsweise Quirky: Auf der Plattform werden Ideen mithilfe der Community und Profis zu marktreifen Produkten weiterentwickelt. Herzstück des Unternehmens ist ein 250.000 US-Dollar teurer 3D-Drucker [5], auf dem die Zwischenstufen entstehen.

Wer sich Hardware-Projekte auf Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und Indiegogo anschaut, trifft dort inzwischen auf Prototypen aus dem semiprofessionellen 3D-Drucker. Zugleich werden andere Geräte wie CNC-Fräsen und Lasercutter immer preiswerter. Bei alldem entstehen zahlreiche neue Geschäftsmodelle oder bekannte werden umgedeutet und erweitert.

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2. Minicomputer schaffen eine neue Generation von Bastlern

Nicht nur bei den Prototypen, auch bei der Umsetzung wird es immer einfacher, Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Arduino und Raspberry Pi sind zwei Plattformen, die bereits heute für wenig Geld die elektronische Grundlage für diverse Projekte bieten. Sie bestehen aus einer preisgünstigen Hardware und passender Software. Der Raspberry Pi ist im Prinzip die Basis für einen Computer und kostet beispielsweise keine 30 Euro. Manche versuchen, diesen Preis sogar noch zu unterbieten. Andere treiben die Miniaturisierung auf die Spitze und es kommen Projekte wie der winzige und dennoch Arduino-kompatible Digispark [6] dabei heraus.

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Es entfällt damit für viele Ideen der Zwang, nach einer passenden Steuereinheit zu suchen oder sich gar eine speziell entwerfen und bauen zu lassen. Arduino und Raspberry Pi versammeln schon heute zahlreiche Begeisterte rund um die Welt, die die Grenzen des Machbaren mit diesen Minimalcomputern immer weiter verschieben.

3. Tablets überall: Das Display ist der Computer

PCs sind schon heute in vielen Fällen keine röhrenden Plastikkästen mehr unter dem Schreibtisch. Laptops sind die meistverkaufte Computergerätekategorie, aber auch diese bekommt schon wieder Konkurrenz: Tablets ersetzen sie zunehmend. Nur wenige Berufe brauchen ständig einen Computer mit Tastatur und Maus. Sie sind mit einem Touch-Tablet besser bedient. Und zu Hause gilt das sowieso.

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Zudem werden Tablets immer vielfältiger: Sony hat beispielsweise ein 20-Zoll-Modell vorgestellt, das vor allem für den stationären Einsatz gedacht ist, dank Akku aber auch flexibel an einen anderen Ort gebracht werden kann. Ob das nun der Wohnzimmer- oder der Konferenztisch ist, spielt keine Rolle mehr. Tablets werden auf der anderen Seite so leicht, dünn und leistungsfähig, dass sie PCs zu reinen Arbeitsmaschinen degradieren, die nur mehr Spezialgeräte für bestimmte Aufgaben sind. Geräte wie das Nexus 7 oder der Kindle Fire sind so preisgünstig, dass sie zur Selbstverständlichkeit werden.

Apropos „preisgünstig“: Das Ubislate 7ci von DataWind [7] kommt mit Android 4.0, lässt sich aber offenbar für 40 US-Dollar das Stück produzieren. Für den Preis hat jedenfalls die indische Regierung 100.000 Stück bestellt, um sie für 20 US-Dollar pro Tablet an Studenten abzugeben. So alltäglich wie Taschenrechner sollten Tablets nach Vorstellung der Firma werden und könnten damit Lernprozesse verändern [8] und viele Millionen Menschen weltweit ins Internet bringen. Bei solchen Preisen ist der Tag auch nicht mehr fern, an dem auf Veranstaltungen kostenlose Tablets herumliegen wie heute Notizblöcke und Kugelschreiber.

Gerade einmal 40 US-Dollar soll das indische Tablet DataWind Ubislate in der Herstellung kosten. Der indische Staat will 100.000 davon für je 20 US-Dollar an Studenten abgeben.
Gerade einmal 40 US-Dollar soll das indische Tablet DataWind Ubislate in der Herstellung kosten. Der indische Staat will 100.000 davon für je 20 US-Dollar an Studenten abgeben.

4. Programmiersprachen als Schulfach eine Pflicht

Programmiersprachen als Pflichtschulfach sind lange überfällig. Wir lernen, wie der Zitronensäurezyklus funktioniert, können nach X auflösen und wissen, wie die französische Revolution entstand, haben aber meist keine Ahnung davon, wie unsere alltäglichsten Gegenstände funktionieren. Das kann nicht so bleiben und preisgünstige und offen Hardware (siehe 3. These) führt zu einer neuen Generation Digital Natives, die Technologie nicht nur kaufen und anwenden, sondern selbst beeinflussen und entwickeln. Open-Source-Software, offene Standards wie HTML5 und CSS3 werden dabei zur Grundlage für eine wahre Schwemme an neuen Ideen und Web-Applikationen.

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5. Smart Home: Der Haushalt geht online

Rätselte vor 30 Jahren noch die Stiftung Warentest, wozu man wohl einen „Homecomputer“ brauchen könnte, steigt die Zahl elektronischer Geräte im Haushalt dramatisch an. Und viele von ihnen gehen inzwischen online. Der PC wird ergänzt oder ersetzt durch Laptop und Tablets. Smartphones sind dabei, die „dummen“ Handys abzulösen. Moderne Fernseher haben heute schon Quadcore-Prozessoren und Internetverbindung. Haushaltshelfer wie Staubsaugerroboter verbreiten sich immer mehr. Und wer weiß: Vielleicht zieht ja sogar der sagenumwobene Internet-Kühlschrank bei uns ein, der selbstständig die Lebensmittel nachbestellt.

Kurz gesagt: Ein Router hat heute in einem durchschnittlichen Haushalt schon alle Hände voll zu tun: PC, Laptop, Tablet, E-Reader, Smart-TV, Smartphones, Spielkonsole. Schon bei zwei Personen kann sich das leicht auf neun Geräte summieren. Bei Familien mit Kindern reicht diese Zahl schon lange nicht mehr aus. Und der Weg ist vorgezeichnet: Das „Internet der Dinge“ kommt und bringt viele neue Geräte ins Netz – selbst Glühlampen.

6. Der Internet-Fernseher revolutioniert die TV-Landschaft

Der Internet-Fernseher kommt und macht das laufende Fernsehprogramm zu einer Option unter vielen. Die Sender verlieren endgültig ihre Macht darüber, was wir uns auf dem TV-Gerät anschauen.

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Anläufe gab es dazu schon diverse, aber erst jetzt sind Hardware und vor allem Software da, um das ans Web angeschlossene Fernsehgerät Wirklichkeit werden zu lassen. Über Minicomputer in Sticks oder Boxen werden auch ältere Geräte fit gemacht für die neue Fernsehwelt. Ein heißer Kandidat: Android. Zahlreiche Hersteller bieten schon heute Geräte auf dieser Basis an. Auch Google wird das bemerken und entsprechend reagieren. Vielleicht sehen wir 2013 den ersten „Nexus“-Fernseher in Kooperation von Google mit einem namhaften Hersteller wie Samsung. Der kommt natürlich zu einem unschlagbaren Preis, weil das Gerät über die Einkäufe im Google Play Store und die Bindung an die Plattform refinanziert wird.

Mit Google TV 3.0 hat das Unternehmen zudem gerade eine neue Version seiner Smart-TV-Plattform abgeliefert, die auf Sprachbefehle reagiert und diese semantisch bewerten kann. Eine künftige Version von Google TV soll die Nutzerinteressen und Verhaltensweisen erkennen und aktiv darauf reagieren.

Um Apps auch für diese Geräte zu entwickeln, müsste man dabei gar nicht das Rad neu erfinden: Mit HTML5 und CSS3 lässt sich alles umsetzen, um das interaktive Fernsehen der Zukunft mitzugestalten. Interaktive TV-Anwendungen und Smart-TV-Commerce inklusive Second Screen [9] sind zum Greifen nah.

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7. Same Day Delivery: Warenversand schneller und flexibler als je zuvor

Alles, was trotz 3D-Druck noch immer geliefert werden muss, kommt auf neuen Wegen zu uns – und vor allem viel schneller und flexibler als wir es heute kennen. Wer die Lieferung innerhalb von 24 Stunden schnell fand, wird sich schon bald an die Lieferung am selben Tag gewöhnen. Unter anderem arbeitet Amazon daran, das zu realisieren.

Aber es müssen deshalb nicht immer Paketlaster sein, die quer durchs Land geschickt werden, und in so mancher Region der Welt wäre das auch gar nicht oder nur schwer möglich. Projekte wie Matternet arbeiten daran, autonom fliegende Drohnen dafür einzusetzen. Sie könnten in Entwicklungsländern mit schwierigen Straßenverhältnissen schnell und flexibel wichtige Güter wie Medizin auch in entlegene Dörfer bringen. Und in unseren Städten könnten sie die Straßen von zu vielen Lieferfahrzeugen entlasten, sofern sie denn jemals zugelassen werden. Das genau darauf abzielende Startup „TacoCopter“ in San Francisco hat sich ja inzwischen leider als Fake herausgestellt. Das ambitionierte deutsche „Projekt Dönercopter“ [10] will – vorerst in der Teststadt Freiburg – Döner zum Fliegen bringen. Ziel ist es, einen deutschlandweiten Flug-Lieferdienst für Döner Kebab zu initiieren.

Geräte wie das Nike+ Fuel Band sollen uns helfen, unser Leben zu verbessern, zum Beispiel, indem wir fitter werden und bewusster leben.
Geräte wie das Nike+ Fuel Band sollen uns helfen, unser Leben zu verbessern, zum Beispiel, indem wir fitter werden und bewusster leben.

8. Self Tracking: Wir wissen immer mehr über uns

Wie wir unseren Tag verbringen, wie wir uns ernähren und ob wir auch sonst gesund leben, können wir immer genauer ablesen. Schon heute tragen viele von uns ein Gerät mit sich herum, das stets weiß, wo wir sind: das Smartphone. Aber es geht weiter darüber hinaus. Spezielle Devices erfassen unsere Schritte oder wie das Nike+ Fuelband unsere sportlichen Aktivitäten. Wir können uns eine kleine Kamera ans Hemd heften [11], die vollautomatisch Fotos von allem macht, was wir sehen, und es im Internet für uns sammelt und aufbereitet. Eine Waage wie die von Withings [12] misst nicht nur unser Gewicht, sondern speichert es und zeigt uns bei Bedarf online die passende Grafik an.

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Das Smartphone wird dabei zum mobilen Hub ins Internet, wo viele Nutzer ihre Ergebnisse in der Cloud nur für sich speichern oder aber mit Gleichgesinnten austauschen. Allerdings sollten sie aufpassen, dass sie sich vom virtuellen Wettbewerb mit anderen nicht aus dem Konzept bringen lassen. Dann wird die vermeintlich gesündere Lebensweise am Ende zum Gesundheitsproblem und das motivierende Onlineportal zum Frustfaktor.

Aber es geht nicht nur um Fitnessfanatiker: Wer krank ist oder ein erhöhtes Herzinfarktrisiko hat, erhöht ist, wird rechtzeitig gewarnt und der Arzt erkennt anhand der Daten sofort, was passiert ist. Dann ist es nicht mehr eine Frage des Lifestyles, sondern des Lebens.

9. Werbung verfolgt uns bald auch in der „Offline-Welt“

Die Grenzen zwischen „Online-“ und „Offline-Welt“ verschwimmen auch bei der Werbung. Was wir heute als gezielt auf uns abgestimmte Werbung im Internet kennen, begleitet uns künftig überall. Werbesäulen und Geschäfte werden uns erkennen und begrüßen, wie es heute Onlineshops tun. Und natürlich wissen unsere Lieblingsläden und Stammsupermärkte auch, wofür wir uns interessieren oder wofür sich andere interessieren, die ähnliche Dinge gekauft haben wie wir. Sie erinnern uns an Geburtstage oder daran, dass es von der Lieblingsband ein neues Album gibt. Und natürlich weiß die Werbung auch, wenn wir etwas gesucht, aber dann doch nicht gekauft haben. Was wir heute als „Behavioral Targeting“ im Internet kennen, lässt sich ähnlich auf digitale Werbetafeln mit Internetanschluss übertragen: Werbung wird zum Stalker, das nicht gekaufte Produkt taucht plötzlich überall auf – auch auf vollkommen themenfremden oder ausländischen Seiten.

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Kaufen können wir künftig nicht nur mit unserem guten Namen, sondern einfach per Wink mit der Hand. Das ermöglichen Smartcards, RFID-Chips und passende Empfänger. Da ist die Vision aus dem Film „Minority Report“ nicht mehr weit, in dem der Protagonist anhand seiner Retina erkannt und sofort von zahlreichen Werbetafeln direkt angesprochen wird.

10. Rückzug vom Digitalen kaum mehr möglich und nicht gewünscht

Der Rückzug aus der kompletten Vernetzung und Digitalisierung des Lebens wird kaum noch möglich – und auch gar nicht mehr gewünscht. Nur wenige Menschen würden hierzulande freiwillig auf Strom und fließend Wasser verzichten. Mit dem allgegenwärtigen Zugang zu Informationen und Kommunikationskanälen wird es ebenso gehen. Nur in der berühmten Berghütte gibt es vielleicht noch eine Möglichkeit zur Flucht. Aber LTE wird sicher auch dort bald unvermeidlich sein.

Wer einmal den Schritt vom Handy zum Smartphone gegangen ist, weiß, wie schnell man sich an den ständigen Internetzugang gewöhnt. Landkarten, Fahrpläne, Nachrichten – alles das und viel mehr gehören dann plötzlich zum Alltag. Und inzwischen sind es nicht mehr nur die Geeks, die sich dafür begeistern können.

Dabei wird es kaum noch Zeiten geben, die nicht in irgendeiner Form dokumentiert und ausgewertet werden (siehe auch Self Tracking / 8. These). Schon heute sehen sich Firmen wie Google oder Amazon sehr genau an, was wir tun, und passen ihre Dienste damit besser an unsere Wünsche und Gewohnheiten an. Ein anderes Beispiel ist das Nest-Thermostat [13] : Es stellt sich auf die Gewohnheiten seiner Nutzer ein. Am Ende spart man Energie und gewinnt Komfort. Dass der Hausbewohner zugleich ein Gerät installiert hat, das seinen eigenen Tagesablauf bestens kennt, muss er dafür in Kauf nehmen.

Das „Nest“-Thermostat stellt sich auf die Gewohnheiten seines Nutzers ein – und erfährt damit eine Menge über ihn.
Das „Nest“-Thermostat stellt sich auf die Gewohnheiten seines Nutzers ein – und erfährt damit eine Menge über ihn.

11. Big Data optimiert Prozesse in allen Bereichen

Durch die Nutzung von Handy und EC-Karte sind wir schon in den letzten Jahren „trackbarer“ geworden. Unser Mobilfunkanbieter könnte leicht ein Bewegungsprofil erstellen und unseren Tagesablauf erkennen. Wer unsere EC-Kartendaten hat, erfährt auch noch, wann wir wo wie viel Geld ausgegeben haben. Zu diesen Informationen kommen viele weitere hinzu – Stichwort „Big Data“.

Daraus werden sich Angebote entwickeln, die wir sogar nutzen wollen, trotz aller Bedenken in Sachen Privatsphäre. Check-in-Dienste sind ein Vorbote davon. All das ist zudem automatisiert denkbar. Das gesamte Leben und auch Vorgänge in der Geschäftswelt werden so immer besser auswertbar. Wir können Algorithmen entwickeln, die den Verkehrsfluss verbessern, Ladenöffnungszeiten optimieren oder unseren Stromverbrauch senken.

12. Unerkannt zu bleiben wird zum Gegentrend

Trend und Gegentrend: Während über uns und unsere Leben immer mehr Daten erfasst werden und viele Menschen das wegen der Vorteile daraus gern mitmachen, wird Privatsphäre immer wertvoller. Ein Gegentrend wird aus „untrackbaren Zonen“ bestehen – Bars, Lounges, Cafés und andere Orte, die bewusst auf jede Art des Trackings und der Auswertung verzichten. Orte, an denen wir uns treffen können, ohne dass es irgendwo erfasst, gespeichert und ausgewertet wird. Orte, an denen wir uns von Mensch zu Mensch unterhalten und vielleicht auch mal wieder einfach so jemanden kennenlernen, ohne dessen Profil im Web analysiert zu haben.

13. Wir verarmen sozial, bewegen uns immer weniger

Das zwischenmenschliche Miteinander allgemein und die Kommunikation speziell verändern sich – nicht immer nur zum Guten. Wer sein Leben auf digitale Begegnungen umstellt, verarmt sozial, verliert sein emotionales Feingespür, verlernt, wie der Umgang auf der persönlichen Ebene wirklich funktioniert.

Wir sitzen noch länger und müssen uns immer weniger bewegen. Verfettung, Herz-Kreislauf-Probleme und ähnliche „Zivilisationskrankheiten“ nehmen zu. Passen wir nicht auf, werden wir am Ende nur noch mit unseren künstlichen und digitalen Helfern zurechtkommen – wie es der Film „Wall-E“ satirisch überzeichnet vorhergesagt hat.

14. Das Internet wird zum eigenen Staat

Staaten mit ihren Institutionen und Grenzen verlieren weiter an Macht. Im Internet formieren sich Bewegungen, die Projekte wie Bitcoin [14] vorantreiben – eine eigene digitale Währung jenseits des heutigen Wirtschaftssystems. Die Transnationale Republik [15] stellt gar Pässe aus, will aber vor allem die globalen Probleme global lösen. Und Facebook selbst ist rein zahlenmäßig betrachtet eines der größten Länder der Erde.

Das ist einer der Gründe, warum das Internet in so manchem Land unter so scharfer Beobachtung steht und teils versucht wird, es abzuschalten oder zumindest zu regulieren. Denn wenn sich Menschen von ihren Staaten unabhängig machen, werden diese Staaten überflüssig. Sie sind schließlich nichts anderes als ein organisatorisches Hilfskonstrukt, das durch neue Organisationsformen digitaler Art in Bedrängnis gerät.

15. Wir werden gefährlich abhängig von der Cloud

Um die Anbindung an die Cloud kommt man sowohl privat als auch im geschäftlichen Bereich kaum noch herum. Microsoft und Apple integrieren sie tief in ihre Betriebssysteme, Google positioniert gar sein ganzes Geschäftsmodell und das Betriebssystem Chrome OS komplett in der Wolke.

Dabei wird immer weniger klar, dass man überhaupt in der Cloud arbeitet und wie abhängig man von ihr ist – bis etwas schiefläuft. Cloud Fails durch technische Probleme, Hacks oder Stromausfälle (siehe Hurricane Sandy) nehmen zu. Vermutlich werden 2013 mehrere solcher Cloud Fails mit erheblichen Konsequenzen bis hin zu eingebrochenen Aktienkursen und Unternehmenspleiten durch die Nachrichten gehen. Das Hamburger Startup Protonet sammelt Fehltritte von Cloudanbietern [16]. Es selbst hatte über die Plattform Seedmatch gerade 200.000 Euro in 48 Minuten für seinen „Server in der Box“ eingesammelt. Umso mehr wird man sich damit beschäftigen, für den Fall der Fälle vorzusorgen: Cloud-Backup und eine Fallback-Strategie gewinnen 2013 stark an Bedeutung.

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