Ratgeber

Downtimes vermeiden: Monitoring-Tools für Webanwendungen im Überblick

(Abbildung: Shutterstock)

Um Engpässe frühzeitig aufzudecken und im Störungsfall schnell reagieren zu ­können, müssen Webanwendungen stets überwacht werden. Hier kommen spezielle Cloud-­Dienste für Website-Monitoring und Application-Performance-Management zum Einsatz. Eine Marktübersicht.


Ob eine populäre Unternehmenswebsite, die Tausende Besucher am Tag verzeichnet, ein kritischer SaaS-Dienst, auf den Kunden täglich angewiesen sind, oder eine interne Business-App, ohne die in der Firma nichts läuft: Wer eine wichtige Website betreibt, weiß, dass auch mal was schiefgehen kann – und wie stressig ­Downtimes werden können. Denn jede Minute, die die Website ausfällt oder die Leistung nachlässt, kann nicht nur Geld kosten, sondern wirkt sich extrem negativ auf die Customer-­Experience aus. Betreiber von Web­anwendungen müssen daher sicher­stellen, dass sie Probleme erkennen, bevor es die Kunden tun. Hier kommen moderne ­Monitoring-Tools aus der Cloud ins Spiel. Wie viele Ressourcen werden in Spitzenzeiten verbraucht? Wo gibt es Performance-Einbußen? Welche Dienste sind besonders ­ressourcenhungrig? Wie ausgelastet sind die Datenbankserver? Wo gibt es Optimierungs­bedarf? Auf solche kritischen Fragen liefern ­diese Tools eine Antwort.

Öffentliche Status-Seiten (hier: Statuspal) liefern detaillierte Angaben zu Ausfallzeiten, durchschnittlichen Antwortzeiten und mehr. Sie gehören inzwischen zum Standard-Repertoire moderner Überwachungsdienste. (Screenshot: Statuspal)

Öffentliche Status-Seiten (hier: Statuspal) liefern detaillierte Angaben zu Ausfallzeiten, durchschnittlichen Antwortzeiten und mehr. Sie gehören inzwischen zum Standard-Repertoire moderner Überwachungsdienste. (Screenshot: Statuspal)

Von einfachen Uptime-Monitoring-Lösungen für ­Einsteiger, die in regelmäßigen Zeitabständen automatisiert ­überprüfen, ob die Website erreichbar ist, über spezielle Dienste für Anwendungsentwickler, die sich um die Software-Performance ­kümmern, bis hin zu umfangreichen Plattformen der Enterprise-­Klasse, mit denen größere Unternehmen ihre Netzwerke, Server-Infrastrukturen und Webanwendungen zentral überwachen können: Die Angebotspalette ist extrem breit gefächert. Auf den folgenden Seiten präsentieren wir ­Alternativen aus den Bereichen Website-Monitoring und Application-­Performance-Management, kurz APM, die sich durch einfache Einrichtung und durchdachte Funktionen in der Praxis bewährt haben.

Uptime-Monitoring für Einsteiger

Ist die Website überhaupt erreichbar? Es mag banal klingen, aber wenn es um die Überwachung von Webanwendungen geht, dreht sich eigentlich alles um diese eine Frage. Im besten Fall entdeckt man Softwarefehler oder Server-Engpässe, bevor sie zu einem kompletten Anwendungsausfall führen. Doch die Praxis zeigt, dass dies nicht immer gelingt. Die kompletten Ausfälle führender Cloud-Systeme wie Instagram, Whatsapp, Slack oder Skype, die in letzter Zeit immer wieder vorgekommen sind, dienen als Beweis dafür, dass es jeden treffen kann – egal, wie gut das System überwacht und proaktiv geschützt wird.

Vor diesem Hintergrund ist ein Monitoring-Tool, das ständig prüft, ob die Website überhaupt erreichbar ist, unverzichtbar. Sobald es Probleme gibt, wird man per E-Mail, SMS, Telefon, Slack oder Twitter informiert. Das Marktangebot ist hier kaum zu durchschauen: Unzählige Startups und kleine Software­schmieden bieten Lösungen an. Pingdom, ursprünglich in ­Schweden entwickelt, konnte sich als einer der führenden Player in diesem Segment ­positionieren. Das System bietet IT-Administratoren und Softwareanbietern einen einfachen Weg, Server, Websites, Online-­Anwendungen, DNS-Dienste, E-Mail-Server und weitere Onlinesysteme professionell zu überwachen. Im Prinzip braucht man nur eine URL beziehungsweise eine IP-­Adresse. Nach der einfachen Einrichtung führt das Programm dann ­Verfügbarkeits-Checks vollständig automatisch in beliebigen Intervallen ab einer Minute aus. Antwortet der Server nicht, wird man unverzüglich per E-Mail, SMS oder Push-Notification benachrichtigt. Dabei kann man auch angeben, aus welchen Standorten die Server-Requests gesendet werden sollen – hilfreich, um regionale Netzwerk­probleme zu entdecken. In der Web-Konsole werden die Monitoring-Statistiken übersichtlich dargestellt.

Mit der Pingdom-App für iOS und ­Android kann man sich über Ausfälle mittels Push-Notification benachrichtigen lassen. (Screenshot: Pingdom)

Mit der Pingdom-App für iOS und ­Android kann man sich über Ausfälle mittels Push-Notification benachrichtigen lassen. (Screenshot: Pingdom)

Ein weiteres, praktisches Feature von Pingdom sind die ­öffentlichen Status-Seiten. Hier werden ­wichtige Key-­Performance-Indicators (KPI) wie Ladezeit, Verfügbarkeit und Ausfallzeiten in verschiedenen Visualisierungen angezeigt. Diese sind nicht nur dann wichtig, wenn man ­Service-Level-Agreements, kurz SLA, einhalten muss. Eine Status-Seite kann generell Vertrauen bei den Nutzern schaffen, denn jeder kann jederzeit nachsehen, wie stabil das System läuft. Pingdom kostet ab rund 13 Euro im Monat (bis zu zehn Checks aus mehreren Stand­orten). Zu den Pingdom-Alternativen zählen Uptime, ­Testomato, ­Leankoala, Statuspal, Freshping und Status Cake.

All-in-One-Lösungen für Startups ­­und KMU

Eine Nachricht zu erhalten, dass die Website nicht erreichbar ist, ist erst der Anfang. Sobald der Alarm ausgelöst wurde, müssen sich die Admins auf die Suche nach der Fehlerquelle machen. Wo liegt der Flaschenhals im Netzwerk? Welche Komponente ist Verursacher? Wie viele Nutzer sind betroffen? Was ist zu tun, um die Website wieder online zu bringen? Im Ernstfall müssen solche Fragen so schnell wie möglich beantwortet werden. Und das, während die Uhr tickt und sich immer mehr Kunden beschweren. In solchen Stresssituationen wird man für jedes Tool dankbar sein, das bei der Fehlersuche weiterhilft. Hier kommen ganzheitliche Überwachungsdienste wie Monitis und Site 24×7 ins Spiel. Sie monitoren nicht nur die Verfügbarkeit von Websites und Anwendungen, sondern liefern auch Ein­blicke in die ­Performance-Metriken von Server- und Infrastruktur­komponenten, darunter auch CPU-Last, Speicherplatz und Traffic.

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

5 Kommentare
Sebastian

Ich vermisse noch Dinge wie netdata und viele der klassischen Lösungen aller Nagios/Icinga usw. Gerade in autoskalierten Cloudumgebungen lässt sich ersteres recht schön verteilen.

Antworten
Daniel Andersen

CheckMK, Pingdom oder Instana fehlen genauso

Antworten
Daniel Andersen

oops! Pingdom ist natürlich genannt worden.

Antworten
Jan Watermann

Endlich mal ein umfangreicher Beitrag zum Thema Downtimes.. Speziell die High-End-Lösungen kannte ich noch nicht.

Antworten
martin-lambert
martin-lambert

Was auch fehlt ist ThousandEyes. Hier wird auch ein Aspekt dargestellt, der bei den anderen Lösungen fehlt: Nämlich die Visualisierung des Netzwerkverkehrs, End-to-End. Eigentlich geht es doch immer als Erstes darum zu sehen, ob es ein internes oder externes Problem ist.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 65 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Stephan Dörner (Chefredakteur t3n.de) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung