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Drupal-Einstieg leicht gemacht: Mit Drupal Gardens im Handumdrehen zur gehosteten Website

Drupal ist ein vollwertiges Web Content Management System auf PHP5-Basis – leicht zu installieren, um viele Funktionen erweiterbar und mit der Möglichkeit ausgestattet, es fast beliebig gestalten zu können. Doch nicht jeder Interessierte ist auch in der Lage, Drupal zu nutzen, sei es wegen Serverbeschränkungen, fehlendem Wissen oder schlichtweg aus Zeitmangel. Drupal Gardens soll das jetzt ändern. Ähnlich wie bei WordPress.com, können Nutzer hier in wenigen Minuten eine Drupal-Website ins Netz bringen. Wir stellen das System vor und zeigen, wie leistungsfähig Drupal Gardens ist.

Um Interessierten einen schnellen Zugang zum CMS zu bieten, hat Acquia, das Unternehmen hinter Drupal, unter Federführung des Drupal-Erfinders Dries Buytaert das Projekt Drupal Gardens [1] ins Leben gerufen, das seit Mitte 2010 in einer offenen Beta verfügbar ist. Mit Drupal Gardens steht Anwendern erstmals ein sehr leistungsfähiges, gehostetes Drupal-7-System als Service zur Verfügung. Damit kann jeder über den Browser und ohne eigenen Server Drupal testen und produktiv einsetzen. Neben einem kostenfreien Paket schnürt Acquia zwei weitere, die monatlich 20 beziehungsweise 40 US-Dollar kosten. Für erste Gehversuche und kleinere bis mittlere Websites ist das kostenfreie Paket völlig ausreichend. Einziger Makel sind hier kleine Werbeeinblenbdungen für Drupal Gardens.

Einfacher Einstieg dank Helfern

Drupal Gardens unterscheidet sich von bisher angebotenen „Ein-Klick-Installationen“ verschiedener Hoster insofern, als das es nicht nur ein sehr aktuelles Drupal als Grundlage bietet, sondern dieses auch um zahlreiche Funktionen und Helfer ergänzt, um Anwendern den Einstieg und den Umgang mit dem System so einfach wie möglich zu gestalten.

Mit Drupal Gardens können Einsteiger sehr einfach festlegen, welche Features und Seitenelemente die eigene Drupal-Website enthalten soll.
Mit Drupal Gardens können Einsteiger sehr einfach festlegen, welche Features und Seitenelemente die eigene Drupal-Website enthalten soll.
Die Feature-Liste [2] liest sich für eine Beta recht beindruckend. Besonders die Tatsache, dass Drupal Gardens auf Drupal 7 basiert und man so seine Projekte mit der aktuellsten Version des CMS umsetzen kann, überzeugt. So kann man eigene Inhaltstypen erstellen und mit Feldern versehen, Kategorien definieren, Menüs anlegen sowie beliebige Rollen, Nutzer und Rechte anlegen und verwalten.

Dank Drupal 7 kommt in Drupal Gardens auch das Media-Modul zum Einsatz, das das Medienmanagement stark vereinfacht und sich gut in den WYSIWYG-Editor (CKEditor) integriert. Weitere optionale Module stellen XML-Sitemap-Support zur Verfügung, filtern Inhalte und Kommentare auf Spam (Mollom), bieten einfaches Banner-Management oder bieten Anschluss an bekannte Soziale Netzwerke und Dienste (AddThis und Follow). Mit dieser Fülle an Features lassen sich auch recht komplexe Projekte realisieren.

Schaltzentrale Theme-Builder

Herzstück und Schaltzentrale für die Gestaltung ist der Theme-Builder [3].Damit erhält man ein stark visuell orientiertes Werkzeug, mit dem man sowohl einfache Änderungen des gesamten Themes als auch komplexe Anpassungen bis auf HTML-Elementebene vornehmen kann. Alle Änderungen lassen sich dabei in beliebig viele eigene Themes speichern.

Die Startseite von Drupal Gardens ist der Startpunkt zur eigenen kostenlosen Drupal-7-Website.
Die Startseite von Drupal Gardens ist der Startpunkt zur eigenen kostenlosen Drupal-7-Website.
Unterteilt ist der Theme Builder in fünf Bereiche. Der erste Bereich ist die Theme-Auswahl. Hier kann man mitgelieferte oder eigene Themes auswählen, um sie auf die gesamte Site oder einzelne Seiten anzuwenden oder zu bearbeiten.

Der zweite Bereich nennt sich „Brand“ und stellt ein Anzahl von Farbharmonien zur Auswahl, die man auf das gewählte Theme anwenden kann, um dessen Charakter schnell zu verändern. Daneben kann man hier das eigene Logo und Favicon hinzufügen.

Unter „Layout“ kann man aus einer Reihe von Layouts wählen. Zur Auswahl stehen dabei verschiedene Kombinationen aus zwei- und dreispaltigen Layouts, jedoch keine Option, um ein eigenes Layout zu definieren.

Der vierte Bereich „Styles“ ist wohl der wichtigste Bereich im gesamten Theme-Builder. Hierbei handelt es sich um einen grafischen CSS-Editor, der Änderungen direkt an der geöffneten Seite widerspiegelt. So kann man eine Vielzahl von Schrifteigenschaften individuell auf Elemente der Bereiche setzen. Weiterhin kann man Hintergrundbilder setzen, Rahmen, Margin sowie Padding definieren und bearbeiten.

Im Theme-Builder können Nutzer zahlreiche Anpassungen an ihrer Drupal-Website vornehmen.
Im Theme-Builder können Nutzer zahlreiche Anpassungen an ihrer Drupal-Website vornehmen.
Der letzte Bereich ist mit „Advanced“ betitelt und ermöglicht es Anwendern, eigene CSS-Stile zu definieren, die sie live auf der Seite anwenden können. Eigenes JavaScript kann man allerdings nicht einsetzen.

All diese Funktionen befinden sich auf einer ansprechenden und gut durchdachten Oberfläche, die auch für Einsteiger ohne CSS-Vorkenntnisse schnell zu verstehen und gut zu handhaben ist.

Ein kleines Schmankerl ist die nahtlose Integration des Typekit-Service [4], mit dem man eine Vielzahl an Schriften bekannter Font-Foundries leicht in Gardens Themes einsetzen kann, um dem eigenen Theme Charakter zu verleihen.

Wer als Administrator einer Drupal-6-Installation ähnliche Funktionen nutzen möchte, kann dies seit kurzem mit Hilfe des Sweaver-Modules [5] tun. Es bietet annähernd die selben Funktionen wie der Theme-Builder und lässt sich Dank CTools leicht erweitern und anpassen.

Die mit Drupal Gardens erstellte eigene Website lässt sich auch mit einer eigenen Domain ausstatten. Dies geschieht über den Site-Manager von Drupal Gardens. Hier werden alle Sites eines Accounts verwaltet. Neben der Zuordnung einer Domain gibt es hier auch die Möglichkeit, neue Sites anzulegen, bestehende Sites zu duplizieren oder zu exportieren. Hilfreich beim Anlegen einer Site ist die individuelle Auswahl von aktiven Funktionen für typische Einsatzgebiete wie Blog oder Community.

Beta mit vielen Funktionen

Der Funktionsumfang der Beta ist schon recht groß, neue Funktionen und Verbesserungen kommen im Monatsrhythmus hinzu. Doch einige wichtige Funktionen werden wohl länger auf sich warten lassen oder den selbst installierten Versionen von Drupal vorbehalten bleiben.

Was viele vermissen werden ist die Option, eigene Module nachladen und installieren zu können. Mit Drupal Gardens ist man an die in das Paket integrierten Module gebunden. Auch eigene Themes kann man nicht installieren. Wer sein bestehendes Design in Drupal Gardens übernehmen möchte, muss sich also auf ein paar Stunden mit dem Theme-Builder einlassen. Was Power-User vermissen werden ist „Views“. Es gibt zwar „Simple Views“, doch das bietet bei weitem nicht den Funktionsumfang eines vollwertigen „Views 3“ für Drupal 7. Was ebenfalls fehlt, ist der Import von Inhalten aus Systemen wie WordPress oder Blogger.com. Momentan ist Drupal Gardens nur in englischer Sprache verfügbar und auch der Support für Mehrsprachigkeit steckt noch in den Kinderschuhen.

All diese Makel kann man dank der eingebauten Exportfunktion im Site Manager aber schnell selbst beheben. Diese ermöglicht nicht weniger als eine komplette Drupal-Gardens-Website zu exportieren und auf einem beliebigen Drupal-7-fähigen Server zu installieren. Hiermit bietet Drupal Gardens von Beginn an eine funktionierende Exit-Strategie für seine Nutzer, deren Site über die Fähigkeiten von Drupal Gardens hinaus wächst oder die ihr eigenes Drupal 7 betreiben wollen.

Fazit

Was also bleibt dem Interessierten als Fazit nach einem Wochenende mit der Beta von Drupal Gardens festzustellen? Viel Spaß, schnelle Erfolge, einige Wow-Momente in der Benutzung des Theme-Builders, interessante Einblicke in Drupal 7 und die Gewissheit, einen neuen Eckpfeiler für den weiteren Erfolg von Drupal getestet und eingesetzt zu haben.

Mit Drupal Gardens stellt sich Acquia und die Drupal-Community erfolgreich einem großen Kritikpunkt an Drupal – der gewöhnungsbedürftigen Bedienbarkeit. Darüber hinaus stellt Drupal Gardens einen sehr einfachen und eleganten Weg dar, Drupal zu testen und selbst zu beurteilen, ob das CMS zu einem passt oder nicht.

Eignet sich Drupal Gardens für erfahrene Entwickler? Viele Projekte sind sicherlich zu speziell, um sie in Drupal Gardens vollwertig umzusetzen. Doch mit Drupal Gardens wird Einzelpersonen und Agenturen ein Werkzeug an die Hand gegeben, mit dem sie schnell und elegant typische kleine bis mittlere Webauftritte umsetzen können. Auch als Prototypenwerkzeug eignet sich Drupal Gardens. Dank der Exportfunktion kann man jederzeit auf einen eigenen Server umziehen und sich weiter entfalten.

Die kommenden Monate werden zeigen, wie erfolgreich sich Drupal Gardens gegen Mittbewerber wie das Drupal-basierte Buzzr oder Schwergewichte wie WordPress.com, Squarespace oder Blogger.com behaupten kann.

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Ein tolles Tool das es wirklich einfach macht mit Drupal7 umzugehen. Perfekt für den Einstieg. Greets Trachtenaccessoires

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