Marketing

Google Analytics als Tracking-Tool im E-Commerce

Der Onlineverkauf von Produkten und Leistungen ist dank fertiger Shopsysteme und Open-Source-Software heute spielend einfach. Für langfristigen Erfolg ist allerdings etwas mehr Einsatz erforderlich: Händler sollten die Aktivitäten ihrer Kunden aufmerksam analysieren und auswerten. Dank Google Analytics ist dieses Tracking zum Glück genauso einfach geworden, wie die One-Klick-Shoperstellung mit Software-Lösungen wie Magento.

Mit Google Analytics können Onlinehändler die Aktivitäten in ihrem Shop auswerten, etwa die Anzahl der Bestellungen, verkaufte Produkte oder die Einnahmen. Außerdem können Betreiber damit den Erfolg ihrer Marketingmaßnahmen prüfen. Woher kommen die Käufer? Was haben sie in Google gesucht? Was interessiert sie auf der Website? Vor allem die Verknüpfung mit Marketing- und Kampagnendaten macht das E-Commerce-Tracking sehr wertvoll. Um das E-Commerce-Reporting in Google Analytics zu nutzen, müssen Shopbetreiber einige Vorarbeiten leisten. [1] Grundvoraussetzung ist, dass die Website mit dem Google-Analytics-Trackingcode ausgestattet ist. Dieser erfasst die allgemeinen Webanalyse-Daten wie aufgerufene Seiten, Herkunft oder Verweildauer.

Der erste Schritt besteht darin, das Reporting im Google-Analytics-Profil zu aktivieren. Nur dann sind die E-Commerce-Reports später auch sichtbar. Nach dem Einloggen geht man dazu auf die Profileinstellungen. Dort klickt man in der Rubrik „E-Commerce-Einstellungen“ den Punkt „Ja, eine E-Commerce-Website“ an.

Im zweiten Schritt muss der Onlineshop mit zusätzlichen Trackingcodes ausgestattet werden. Diese werden auf der Bestellbestätigungsseite (oder Dankeschönseite) platziert und erfassen die Bestellung sowie die enthaltenen Produkte. Google nennt den Bestellvorgang Transaktion. Der Ablauf beinhaltet drei Schritte, die jeweils mit einer eigenen JavaScript Funktion umgesetzt werden: [2]

  1. Eine Transaktion mit „addTrans“ erstellen
  2. Artikel mit „addItem“ hinzufügen
  3. Transaktion an Google Analytics mit „trackTrans“ absenden

Transaktion erstellen

Mit „addTrans“ erzeugt man einen Speicher für die Transaktion, in dem allgemeine Informationen wie der Gesamtbestellwert oder die Versandkosten abgelegt werden. Jede Transaktion erfordert eine eindeutige Order-ID. Diese Identifikationsnummer benötigt man für das spätere Hinzufügen von Artikeln. Die Funktion beinhaltet acht Parameter, die alle beim Aufruf übergeben werden müssen. Die Order-ID und der Preis müssen einen eindeutigen Wert enthalten. Bei allen anderen Feldern ist das Einfügen eines Werts optional. Wenn es für einen Parameter keinen Wert gibt, verwendet man einen leeren String.

Neben weiteren Kosten, wie Versandgebühren und Steuern, können Händler auch Informationen über den Zielort der Bestellung erfassen.

Die Kosten sind währungsunabhängig, man übergibt kein Dollar- oder Euro-Zeichen. In Google Analytics kann man unter den Einstellungen zwar eine Währung definieren, bei der Erfassung werden aber keine Umrechnungen zwischen verschiedenen Währungen durchgeführt. Wenn man also in seinem Shop unterschiedliche Währungen anbietet und Bestellungen alle in einer einzigen Währung erfassen möchte, so muss diese Umrechnung vor dem Tracking stattfinden.

Die Kostenangaben werden in amerikanischer Notation übergeben. Außer Zahlen erlaubt das System als Zeichen nur den Punkt, um Nachkommastellen zu trennen.

Artikel hinzufügen

Der Aufruf von „addItem“ fügt der Transaktion einen Artikel hinzu. Im Prinzip entspricht dieser Vorgang einem Artikel im Warenkorb, der ein- oder mehrmals vorhanden sein kann. Damit der Aufruf richtig funktioniert, muss man zuvor, wie oben bereits beschrieben, den Transaktionsspeicher mit „addTrans“ angelegt haben. Für jeden Artikel im Warenkorb wird „addItem“ separat aufgerufen, es kann also mehrere Aufrufe für eine einzelne Transaktion geben.

Jeder Aufruf benötigt die Order-ID des addTrans-Aufrufs sowie eine eindeutige Artikelnummer (englisch SKU = Stock-Keeping-Unit). Außerdem müssen immer ein Preis und die Bestellmenge übergeben werden. Da man jede Artikelnummer nur einmal hinzufügen kann, muss man die Bestellmenge vorher bestimmen. Wird eine Artikelnummer mehrfach mit „addItem“ übergeben, so überschreibt der neue Eintrag jeweils den letzten – die einzelnen Aufrufe werden nicht addiert.

Ein Artikelname ist beim Aufruf zwar optional, sollte aber trotzdem immer vergeben werden. Ansonsten sieht man später im Report nicht, welche Artikel bestellt wurden.

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Ein Kommentar
Henryk

Ein sehr guter Überblick über die Tracking-Lösung von Google Analytics. Ich denke, dass dieses Thema von vielen Shopbetreibern noch immer deutlich unterschätzt wird, vor allem in Zeiten immer teurerer Marketing-Budgets. Zumal ohne ein vernünftiges Tracking Themen wie Usability, Conversionoptimierung oder nachhaltiges Onlinemarketing ihre Berechtigung verlieren. Wäre super, wenn ihr diesem Thema noch etwas mehr Aufmerksamkeit schenken könnt. Weitere Anmerkungen in meinem Beitrag E-Commerce Tracking – Ein immer noch unterschätztes Thema

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