Software & Infrastruktur

Eine flexible und leistungsstarke Open-Source-Lernplattform: E-Learning mit ILIAS

Mit zahlreichen Funktionen und einem modularen Rechtemanagement ist ILIAS für ganz unterschiedliche Szenarien im Bereich des webgestützten Lernens einsetzbar. Neben Online-Kursen oder virtueller Gruppenarbeit wird auch die Durchführung von Prüfungen und Evaluationen unterstützt. Das Funktionsangebot reicht bis zu einem integrierten Autorensystem und einer umfangreichen Webservice-Schnittstelle.

Das Integrierte Lern-, Informations- und Arbeitskooperationssystem (ILIAS) gehört zu den am längsten auf dem Markt befindlichen Lernplattformen und ist Vorreiter der E-Learning-Entwicklung in Deutschland. Im November 1998 an der Universität zu Köln online gegangen, steht ILIAS seit 2000 als Open-Source-Software unter der GPL zur Verfügung. Im Sourcecode der aktuellen Version 3.7 finden sich allerdings keine Spuren mehr aus der Anfangszeit des E-Learning. ILIAS wurde zwischen 2002 und 2004 für die Version 3 komplett überarbeitet und neuprogrammiert. Herausgekommen ist eine modular aufgebaute und objektorientiert in PHP geschriebene Software, die gut erweiterbar und anpassbar ist. Der ILIAS-Server verwendet als Datenbank MySQL und kann mit allen gängigen Betriebssystemen betrieben werden. Die SOAP-Schnittstelle von ILIAS ermöglicht zudem die Koppelung der Lernplattform mit anderen Softwaresystemen. Dank der Template-Engine ist die Anpassung der Benutzeroberfläche von ILIAS an das Corporate Design einer Firma oder Institution leicht möglich, sodass Anwender quasi nahtlos von der Homepage in die E-Learning-Welt wechseln können.

Lernen in der Wissenswelt

Anders als Learning-Management-Systeme aus dem angelsächsischen Raum orientiert sich ILIAS nicht am Kurs-Paradigma, sondern verfolgt das Konzept einer Wissenswelt. Alle Lerninhalte, Arbeitsmaterialien oder Kommunikationsservices werden über ein Repository (das Magazin) zur Verfügung gestellt. Dieses ist in Kategorien strukturiert und beliebig tief verschachtelbar. Ein User kann dann, je nach Interesse und Zugriffsrecht, Objekte aus dem Magazin auf seinen persönlichen Schreibtisch legen und von dort direkt auf diese zugreifen. In der Organisation und Darbietung des Learning Content ähnelt ILIAS hier stark einem Dokumentenmanagementsystem. Die Zugriffe auf diese Magazin-Objekte werden über das rollenbasierte Rechtesystem geregelt. Dabei bietet ILIAS nicht nur einige wenige Standardrollen, sondern erlaubt auch die Erstellung beliebiger globaler und lokaler Rollen mit unterschiedlichen Zugriffsrechten. Alternativ kann der Benutzer Lerninhalte mit der ILIAS-eigenen Suchmaschine direkt in der Datenbank suchen. Entsprechend konfiguriert, ist auch eine Suche mit Lucene in PDF- und HTML-Dateien möglich.
Das Magazin weist eine Baumstruktur auf, in die die jeweiligen Objekte eingehängt werden. Jedes einzufügende Objekt erstellt der Autor an der Stelle, an der es später auch ein Lernender sehen soll. Eine Trennung zwischen Autorenumgebung und Präsentationsumgebung existiert nicht. Hat ein User entsprechende Bearbeitungsrechte, so wählt er den gewünschten Objekttyp, z. B. einen Kurs oder ein Forum, aus und fügt ihn per Mausklick hinzu. Das Objekt erhält beim Anlegen eine eindeutige Objekt-ID, über die es allein identifiziert wird und die es für die gesamte Lebensdauer behält. Änderungen des Titels und das Verschieben des Objekts in einen anderen Teil des Rechtebaums im Magazin sind damit jederzeit möglich.

Umfangreiche Funktionspalette

Als Lern- und Arbeitsmaterialien können zahlreiche verschiedene Objekttypen in das Magazin eingestellt werden. Neben einer beliebigen Anzahl von Kategorien und Unterkategorien zur Strukturierung des Gesamtangebotes können dies Kurse, Gruppen, Foren, Chaträume, verschiedene Typen von Lernmodulen, Dateien, Tests oder Umfragen sein. Innerhalb eines Kurses selbst werden wiederum Gruppen, Foren, Lernmodule oder Tests eingefügt. Auf diese Weise können auch komplexere Lernszenarien in der Aus- und Weiterbildung umgesetzt werden. Speziell für Autoren stehen darüber hinaus noch Fragenpools für Tests und Umfragen sowie Medienpools zur Verfügung. Über die iLinc-Schnittstelle ist außerdem die Einrichtung von virtuellen Klassenräumen möglich, die dann aber nicht mehr Teil von ILIAS sind, sondern eine eigenständige kommerzielle Software. Im Teststadium befindet sich zudem die MediaWiki-Integration. Die vom Bildungsserver Vorarlberg (Österreich) und der FH Zentralschweiz getragene Entwicklung ermöglicht das Anlegen von Wikis in Kategorien, Kursen sowie Gruppen und wird voraussichtlich mit ILIAS 3.9 ab Herbst 2007 verfügbar sein.

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