Ratgeber

Automatisiert und trotzdem persönlich: Das sind die wichtigsten Erfolgsfaktoren im E-Mail-Marketing

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2. Trigger-E-Mails

Trigger-E-Mails sind besonders für Onlineshops interessant, denn sie bieten viele Chancen, schlummernde Umsatzpotenziale zu aktivieren. Im Prinzip sind sie per se schon personalisiert, denn sie werden automatisch bei einem bestimmten, empfängerspezifischen Ereignis oder Datum versendet. Voraussetzung für den Versand der meisten Trigger-E-Mails ist die Verwendung eines E-Mail-Marketing-Programms mit Schnittstellen zu Drittsystemen wie dem CRM-System oder der shopeigenen Webanalyse-Software.

  • Warenkorb-Abbrüche: Wird ein Produkt in den Warenkorb gelegt und dieser stehengelassen, erhält der Kunde eine E-Mail, in der ihm der Warenkorbinhalt noch einmal zum Kauf angeboten wird. Mit weiteren dazu passenden Produktvorschlägen in dieser Trigger-E-Mail könnt ihr zusätzliches Cross-Selling-Potenzial aktivieren. Der Kaufanreiz lässt sich mit einem Rabatt für das spezielle Angebot verstärken. Nach einer Umfrage des Personalisierungsdienstleisters BrainSINS halten 26 Prozent der befragten Online-Händler Warenkorbabbruch-Mails für die effektivste Strategie, um Zusatzverkäufe zu tätigen. Trigger-E-Mails könnt ihr aber auch einsetzen, um herauszufinden, warum eure Kunden den Kaufprozess abgebrochen haben. Versendet dazu statt der üblichen Warenkorberinnerung einfach eine Umfrage zu den Gründen für den Kaufabbruch.
  • Artikel-Abbrüche: Wenn ein Kunde mehrmals ein Produkt angesehen hat, ohne es zu kaufen, oder es seit längerer Zeit auf seinem Merkzettel steht, erhält er eine Mail mit Kaufempfehlungen für dieses und/oder ähnliche Produkte. Oft genügt so ein „Trigger“, um eine Kaufentscheidung auszulösen – schließlich interessiert sich der Empfänger für das Produkt. Laut Inxmail haben diese Mailings besonders hohe Konversionsraten.
  • Produktneuheiten: Ihr wisst genau, was eure Kunden mögen? Dann informiert sie per Trigger-E-Mail mit Kaufempfehlungen über Neuheiten im Sortiment. Dieses Mailing wird automatisch versendet, wenn ein neues Produkt verfügbar ist, das zu den spezifischen Interessen des Empfängers passt.
  • Wiederverfügbarkeit: Wenn sich Kunden einen Artikel anschauen, der gerade nicht verfügbar ist, bekommen sie automatisch eine Trigger-E-Mail zugesendet, sobald er wieder auf Lager ist.
  • Cross- und Upselling: Darf’s noch etwas dazu sein? Cross- und Upselling-Empfehlungen werden seit Langem von Recommendation Engines direkt im Onlineshop ausgegeben. Warum nicht auch per Post: Nach Kaufabschluss erhalten eure Kunden eine Trigger-E-Mail mit passenden Produktempfehlungen, zum Beispiel für Zubehör oder Zusatzausstattung zum Artikel.
  • Geburtstage: Mit Glückwünschen vom Team oder persönlichen Kundenberatern stärkt ihr die Kundenbindung. Onlineshops können die Gelegenheit nutzen, um mit persönlichen Rabattgutscheinen zusätzliche Umsätze zu erzielen – „Happy Birthday! Zum Geburtstag schenken wir Ihnen 10 Prozent bei Ihrem nächsten Einkauf.“
Kundenbindung durch Geburtstagsgrüße mit kleinen Extras – Das macht frontlineshop vor und sorgt so für Freude bei Kunden.

Kundenbindung durch Geburtstagsgrüße mit kleinen Extras – Das macht frontlineshop vor und sorgt so für Freude bei Kunden. (Screenshot: frontlineshop)

3. Transaktions-E-Mails

Als Transaktions-E-Mails oder System-E-Mails bezeichnet man alle Mailings, die aus Anlass bestimmter Transaktionen wie etwa bei der Eröffnung eines Kundenkontos, als Bestellbestätigung, als Status-Mailing (geänderter Lieferstatus etc.) und als Zahlungsbestätigung versendet werden. Ähnlich wie Trigger-E-Mails sind sie also empfängerspezifisch personalisiert und bergen damit ein hohes Potenzial für die Kundenbindung, Conversion-Optimierung und zur digitalen Markenführung – doch leider sind viele Transaktions-E-Mails heute immer noch unansehnliche Textwüsten. Das sollten sie aber nicht sein, denn sie sind die digitalen Visitenkarten eures Unternehmens! Als wichtiger Teil des E-Mail-Marketings sollten auch Transaktions-E-Mails sorgfältig inszeniert werden. Hier lohnt es sich, ansprechende Templates in Unternehmens-CI zu gestalten, denn damit hinterlasst ihr einen guten Eindruck beim Empfänger und bleibt ihm dauerhaft positiv in Erinnerung.

Auch schnöde Transkaktionsmails können durch ansprechende Gestaltung das Markenimage prägen. (Screenshot: Craghoppers)

Auch schnöde Transkaktionsmails können durch ansprechendes E-Mail-Marketing das Markenimage prägen. (Screenshot: Craghoppers)

Kunden binden durch personalisiertes E-Mail-Marketing

Direktmarketing-Kampagnen mit personalisierten Mailings sind ein unverzichtbarer Bestandteil jeder breit aufgestellten Crosschannel-Strategie. Insbesondere für Zielgruppen, deren Kanaltreue ausgeprägter ist als die Markentreue, leisten sie einen unschätzbaren Beitrag zur Kundenbindung. Mit Hilfe professioneller E-Mail-Marketing-Programme und einer Verknüpfung zur Webanalyse-Software könnt ihr exakt auf die Bedürfnisse der Empfänger abgestimmte Mailings automatisiert versenden – und damit Potenziale abschöpfen, die nicht ungenutzt bleiben sollten.

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4 Kommentare
Max Benz

Richtig gute Zusammenfassung der wichtigsten Faktoren. Ich denke, dass Marketing-Automation immer wichtiger wird und vor allem die Trigger- und Transaktions-Mails ein großes Potenzial bergen. Einmal richtig aufgesetzt, kann ein solches Mailing-System sehr wertvoll für das Unternehmen werden. (Die passenden E-Mail-MarketingTools könnt ihr übrigens auf suitApp.de finden.)

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Mailjet

Der Artikel fasst die wichtigsten Erfolgsfaktoren sehr gut zusammen. Eine kleine Ergänzung:

Entscheidend für erfolgreiche Marketing-E-Mails wie Newsletter ist vor allem auch eine gute Sender-Reputation. Genauer gesagt ist damit die Reputation der IP-Adressen und Domain-Namen gemeint. Die Reputation wird anhand einer Reihe von Parametern berechnet: Versandverlauf, die Anzahl der Spam-Beschwerden in Bezug auf Ihren Domain-Namen, die Anzahl der Spamfallen, auf die die E-Mails gestoßen sind, die verschiedenen festgelegten Authentifizierungsprotokolle (SPF, DKIM, DMARC…), ob das WHOIS öffentlich und korrekt ausgefüllt ist usw.

Für translaktionale E-Mails wiederum kommt es auf eine starke API-Schnittstelle zwischen Unternehmen und verwendeten E-Mail Service Provider zusammen. Nur mit einer leistungsstarken API kann der Versandprozess für automatisierte Willkommens-E-Mails, Kontobenachrichtigungen, Bestell- und Versandbestätigungen, Anmeldebestätigungen, Statusbenachrichtungen und alle weiteren E-Mails problemlos eingerichtet werden.

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DIFA
DIFA

Hipster ist heute. Was kommt morgen? Der Erfolgsfaktor schlechthin werden die individuellen Dialoge sein. Und diese an jedem Touchpoint. E-Mail, richtig genutzt und umgesetzt, eignet sich dafür super. Der Stand alone-Newsletter wird dafür in Zukunft nicht ausreichen, sondern funktioniert im Paket mit weiteren Marketingaktivitäten. E-Mail-Marketing Trends für 2017 gibt es hier:
https://mailingwork.de/know-how/trends-im-e-mail-marketing-2017/

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JMichel
JMichel

Der Artikel bietet eine sehr gute Zusammenfassung der Erfolgsfaktoren. Natürlich sind die Personalisierung der E-Mails als auch die Versandfrequenz ein entscheidender Faktor aber ich finde noch viel wichtiger ist die rechtssichere Durchführung und die Gewährleistung einer hohen Zustellbarkeit.

E-Mail Listen sollten meiner Meinung nach nur mit Double-Opt-In Verfahren generiert werden, um sicherzustellen, dass man wirklich nur Empfänger in der Liste hat, die die E-Mails auch wirklich erhalten möchten und um den hohen Datenschutz Ansprüchen gerecht zu werden. Nur so kann man erfolgreich E-Mail Marketing betreiben.
Aber auch die Zustellbarkeit, die durch die Absender-Reputation beeinflusst wird trägt zum Erfolg bei. Durch regelmäßiges säubern der E-Mail Listen und durch das Vermeiden von Spam-Inhalten garantiert man eine hohe Zustellbarkeit.

Ein guter Artikel, der diesen hier gut ergänzt gibt es hier: https://www.mailjet.de/blog/news/fuenf-erfolgsfaktoren-im-email-marketing/

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