Startups

1. Teil der Serie „Venture Capital & Business Angels“: Fabeltier Businessplan

Der „Businessplan“: Selten hört man im Geschäftsleben zu einem Begriff so viel Widersprüchliches, Unklares und Seltsames wie zum diesem Terminus. Die Grenzen des Themas verschwimmen zwischen komplexer Strategieplanung und Buchhaltungsbanalitäten, zwischen Unternehmern, Steuerberatern und anderen „Experten“ und zwischen Spreadsheets und vielschichtigen Business Intelligence Applikationen. Es ist daher kaum verwunderlich, dass im Unternehmerlager jedes Mal Unsicherheit aufkommt, wenn ein Businessplan erstellt werden soll. Teil 1 der Serie „Venture Capital & Business Angels“ vermittelt deshalb zunächst die grundlegendsten Informationen.

Auch wenn gelegentlich bei der Auswahl von Zahlenansätzen der Eindruck
entstehen mag – ein Businessplan ist kein Würfelspiel und keine
Kaffeesatzleserei mit dem Versuch, die Zukunft vorherzusagen. Genauso
ist ein Businessplan aber auch keine Formalangelegenheit, bei der man
dem einfordernden Adressaten (Bank, Partner, Business Angel, etc.) ein
paar bloße Zahlen und Diagramme (selbstverständlich mit fulminant
ansteigenden Graphen) präsentiert. Und ebenfalls ist ein Businessplan
nicht einfach ein spiralgebundenes Zahlenkonvolut zur Beruhigung des
eigenen und fremden Gewissens, bevor Investitionen getätigt werden.

Dichtung und Wahrheit

Der Plan wird primär für den Unternehmer selbst und nicht für andere Beteiligte ausgearbeitet. Er ist nicht weniger als das wohlstrukturierte, in Form gegossene und zu Papier gebrachte Gedankengebäude des Unternehmers und die DNA seines Projekts.

Der Plan ist damit (hoffentlich!) bei weitem mehr als ein Zettel, auf dem oben der Umsatz, darunter die Kosten und am Schluß der feudale „Gewinn“ steht. Der Ersteller wird praktisch gezwungen, die komplexen Zusammenhänge, Abhängigkeiten im Ursachen-Wirkungsgefüge und Tendenzen auf dem Markt und in der Branche zu identifizieren, zu charakterisieren, auszuformulieren und zu präzisieren. Der Plan ist das metaphorische Konzentrat der „unternehmerischen Denke“, das zu brauen so heilsam wie hilfreich für jeden Unternehmer ist. Und auch wenn es vorher keiner glaubt – man lernt schon während der Ausarbeitung eine Menge dabei.

Der Businessplan ist ferner ein äußerst wirksames Hilfsmittel in der Kommunikation mit Schlüsselpersonen (Finanziers, Geschäftspartner, wichtige Mitarbeiter), denn er transportiert die Komplexität und die wesentlichen Erkenntnisse in sachgerechter und doch auf das Wesentliche konzentrierter Form. Er ist das Mittel, mit dessen Hilfe man die eigene Gedanken für andere verständlich und nachvollziehbar macht.

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