Startups

1. Teil der Serie „Venture Capital & Business Angels“: Fabeltier Businessplan

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Werkzeug

Entgegen den fiebrigen Lobpreisungen der einschlägigen Vertriebler gibt es bis heute keine Planungssoftware, die wirklich in der Lage wäre, die komplizierten Wechselwirkungen der Planung in ausreichender Weise, flexibel und doch signifikant arbeitserleichternd, zu unterstützen. Neben betriebswirtschaftlichem Know-how oberhalb der Buchhaltungsebene sind eigentlich nur Papier und Bleistift, Muße und Konzentration notwendig. Hilfreich für Berechnungen von Szenarien und „Was-wäre-wenn“-Fragen ist außerdem ein Spreadsheet-Programm. Für die finale Ausfertigung des Dokuments benutzt man am besten ein gutes Grafikprogramm und eine simple Textverarbeitung – Substanz ist wichtiger als Hochglanz.

Zahlenraster

Doch wie beginnt man nun? Welches sind die zentralen Eckdaten und Aussagen, die aus der Masse denkbarer Parameter zu extrahieren sind? Auch wenn jedes Vorhaben individuell ist: Es ist wichtig, die Zahlen und Daten in eine Form zu gießen, die verbindlichen Standards folgt und übliche Termini verwendet. Das erleichtert die Verständigung und gestattet den späteren Abgleich mit IST-Zahlen.

Für Nicht-Betriebswirtschaftler mag nur die „Ergebnisrechnung“ unmittelbar einleuchtend sein – der betriebswirtschaftliche Teil eines Businessplans ist allerdings nicht allein durch eine „Plan-G&V“ (Gewinn- und Verlustrechnung), „BWA“ (Betriebswirtschaftliche Auswertung) oder einer anderen Variante einer Ergebnisrechnung zu erledigen. Die vom Handelsgesetzbuch vorgegebene Gliederung der Gewinn- und Verlustrechnung ist denkbar ungeeignet für die unternehmerische Analyse und Planung. Sie wurde vor Jahrzehnten von Juristen verabschiedet und dient allenfalls der steuerlichen Gewinnermittlung. Auch die von Steuerberatern und DATEV immer eilig und gerne angetragene „BWA“ nebst Kennzahlen-Anhang ist Flickwerk und läßt zentrale Fragen völlig unbeantwortet. Eine für Analyse- und Planungszwecke geeignete Ergebnisrechnung muss Aussagen auch über Deckungsbeiträge [1] und Gewinnschwellen erlauben. Vollständige betriebswirtschaftliche Aussagen benötigen neben der Ergebnisrechnung auch Bilanz- und Cash-Flow-Rechnung. Alle drei Zahlenbereiche greifen dann wie Zahnräder eines Getriebes ineinander, lassen sich gegeneinander prüfen und abstimmen und erlauben erst in ihrer Gesamtheit die Darstellung eines integrierten und schlüssigen Zahlenwerks.

Planungsrechnung Aussagekraft
Ergebnisrechnung Rendite, Deckungsbeitrag, Break-Even-Point
Bilanzrechnung Mittelherkunft und -verwendung
Cash-Flow-Rechnung Liquiditätswirkung

Das Zahlenwerk soll vollständig sein und darf sich nicht in Details verlieren. Im Zweifel sollte über drei bis fünf Jahre in die Zukunft geplant werden. Sofern es sich nicht um eine Neugründung handelt, ist auch die Darstellung vergangener Jahre sinnvoll, um langfristige Trends erkennbar zu machen. Jahreszahlen oder Quartalszahlen sind meistens ausreichend, Monatszahlen werden nur bei starken unterjährigen Schwankungen interessant.

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