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t3n 52

Flugtaxis und vernetzte Schienen: Startups gestalten die Mobilität von morgen

(Bild: Lilium)

Roboterautos, ­Flugtaxis, ver­netzte Infrastruk­turen. Der Mobilitäts­sektor steht vor ­einem ­drastischen Umbau. Im Rennen mit ­Tesla, Uber und Co. ­machen Unternehmen aus Deutschland ­gerade Boden gut. Ihre ­Stärken: Sie verstehen viel von Hardware – und setzen auf Teamplay.

Auf die richtige Spur geschubst hat das Startup Konux ausgerechnet ein Dinosaurier der deutschen Wirtschaft – dazu ein Staatskonzern, dem nachgesagt wird, chronisch zu spät dran zu sein. Noch an der Uni hatten die drei Konux-Gründer eine Software entwickelt, die Sensor­daten zusammenführt und so Rückschlüsse auf den Zustand von Maschinen erlaubt. Kurz nach der Gründung investierten Business-Angels zwei Millionen US-Dollar. „Wir haben geglaubt, dass wir mit unserer Lösung auf Industrieunternehmen in ganz verschiedenen Branchen zielen können“, sagt Konux-Mitgründer Andreas Kunze heute. „Tatsächlich waren wir auf dem besten Weg, uns zu übernehmen.“ Dann kam die Deutsche Bahn.

Sensoren, die die Bahn verändern: Mit der Software von Konux können Fehler etwa an Weichen frühzeitig erkannt werden. (Foto: Konux)

Konux gehörte 2015 zu den ­ersten Teilnehmern bei Mindbox, dem ­Start­up-Förderprogramm des Konzerns. In Gesprächen mit Mitarbeitern der Bahn dämmerte dem Gründertrio, dass seine Technologie prädestiniert dafür ist, das Schienennetz zu überwachen. Sie ent­wickelten Prototypen für ein Sensorenkästchen an Weichen – anhand von Daten über Erschütterungen und Temperaturveränderungen versucht die ­Konux-Software vorherzusagen, wann die Weiche gewartet werden muss. „Wir haben gemerkt: Das Thema alleine ist schon so groß, dass man sich darauf konzentrieren muss“, so Kunze.

Der neue Fokus hat sich ausgezahlt. Aus einem Startup, das „irgendetwas mit Industrie 4.0“ macht, ist ein erfolgreicher Newcomer im Mobilitätssektor geworden. Das eingeworbene Wagniskapital stieg auf mehr als 30 Millionen Euro, Pilot­projekte stehen mit Bahnunternehmen in sechs Ländern an. Entscheidend für den steilen Aufstieg war Mindbox, ist sich Kunze sicher: „Das hat uns eine neue Pers­pektive eröffnet.“ Auch für die Deutsche Bahn ist die Zusammenarbeit ein Gewinn: Der Konzern will mit digitalen Hilfsmitteln zusätzliche Züge ins Schienennetz drücken und gleichzeitig die Zahl der Störungen reduzieren. Einen wichtigen Beitrag zum Projekt „Digitale Schiene“ sollen die Sensor-Analysen von Konux leisten.

Branche im Umbruch

Die Partnerschaft ist nicht nur wegen der Aussicht auf pünktlichere Züge beachtenswert: Sie zeugt auch von der Aufbruchsstimmung, die in Deutschland auf dem aus standortpolitischer Sicht so wichtigen Mobilitätssektor eingesetzt hat. US-Techunternehmen wie ­Tesla, Google und Uber mögen der Branche früh neue Impulse gegeben haben – doch zunehmend machen deutsche Unternehmen mit ihren Konzepten für den Personen- und Gütertransport auf sich aufmerksam. Die Digitalisierung der ­In­frastruktur ist dabei nur ein Puzzlestein, um den Verkehrskollaps in Ballungsgebieten abzuwenden und das Reisen bequemer zu machen.

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Mit Lilium und Volocopter arbeiten beispielsweise gleich zwei Startups aus Deutschland an Flugtaxis, die verstopfte Straßen in Megacitys entlasten sollen. Und die deutschen Automobilkonzerne bereiten sich mit Hochdruck auf eine Zukunft vor, in der kaum noch jemand ein eigenes Fahrzeug besitzt. „Fest steht: Es wird massive Veränderungen auf dem Mobilitätsmarkt geben“, sagt Andreas Cornet, Leiter der Automobilberatung von McKinsey in Deutschland. „Umso wichtiger ist, dass Unternehmen hierzulande derzeit mit vielen neuen Geschäfts­modellen experimentieren.“ Im Rennen mit Tesla, Uber und anderen können sie zwei Stärken besonders ausspielen: Sie verstehen viel von Hardware – und sind auch zu ungewöhnlichen Kooperationen bereit.

Ein Software-Update als Weckruf

Eine Schlüsselrolle spielen dabei die Autokonzerne. Noch immer haben die Schwergewichte der deutschen Industrie mit ihren Produkten immensen ESinfluss darauf, wie sich Menschen weltweit fortbewegen. Doch die Zeiten, in denen die mächtigen Konzernbosse Uber ignorieren und Elon Musk als Spinner abstempeln konnten, sind endgültig vorbei: „Ein Wachrüttler war der Moment, als Tesla seinen Kunden per Mobilfunkverbindung neue Funktionen in die ­Fahrzeuge gebracht hat“, sagt Cornet. Nicht nur auf Produktebene, auch im Kundenkontakt und bei internen Prozessen werde die ­Digitalisierung vorangetrieben. „Die Branche hat in den letzten Jahren einen Kulturwandel durchgemacht.“

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Eine Reaktion
Oliver-K

Guten Abend,

sehr interessanter und umfassender Artikel mal wieder auf meiner Lieblingsplattform. Ich bin sehr gespannt, wie sich das alles entwickeln wird. Allerdings sehe ich ein Problem in der Bürokratie Deutschlands. Nur mal angenommen wir würden nun wirklich Flugtaxis etablieren. Dann müssten ja etliche Gesetze umgeworfen werden und da sehe ich einfach das Problem. Wir sind zu unflexibel und noch nicht bereit für solche krassen Veränderungen.

Beste Grüße
Oliver von Firmenpartnerschaft.com

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