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t3n 15

Markus Beckedahl von netzpolitik.org im Interview: „Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie zuvor“

    Markus Beckedahl von netzpolitik.org im Interview: „Die Freiheit des Netzes ist so bedroht wie nie zuvor“

Markus Beckedahl ist der Macher hinter netzpolitik.org. Schon seit vielen Jahren beschäftigt ihn, wie die Politik mit der Digitalisierung der Gesellschaft umgeht. Im Interview mit t3n erklärt er, was ihn motiviert, welche Gefahren er für die Freiheit des Netzes heute und in Zukunft sieht und welche Parallelen es zwischen Netzpolitik und Umweltschutz gibt.

t3n Magazin: Herr Beckedahl, Sie sind bereits seit vielen Jahren in Sachen Netzpolitik engagiert. Was treibt Sie an?

Markus Beckedahl: Ich habe schon früh die Digitalisierung mitbekommen und wie sie die Gesellschaft verändert. Zugleich habe ich mitbekommen, wie hilflos die Politik oftmals darauf reagiert. Politiker gestalten heute die digitalen Rahmenbedingungen unserer Generation und der folgenden 20 bis 30 Jahre. Ich habe eine andere Meinung als sie dazu, wie man den öffentlichen, digitalen Raum gestalten sollte. Außerdem habe ich eine andere Meinung dazu, was die Digitalisierung mit uns macht und wie sie unsere Gesellschaft verändert. Deshalb engagiere ich mich.

t3n Magazin: Sind Sie Mitglied einer Partei?

Markus Beckedahl: Ja, als eine typische Karteileiche.

t3n Magazin: Warum nicht aktiver?

Markus Beckedahl: Weil ich gemerkt habe, dass ich viel effektiver bin, wenn ich auf zivilgesellschaftlicher Seite Netzpolitik mache, als wenn ich die nächsten zehn Jahre weiter in einer Partei in irgendwelchen Sitzungen verbringe.

t3n Magazin: Mit netzpolitik.org betreiben Sie heute eines der einflussreichsten deutschsprachigen Blogs. Wie kam es dazu?

Markus Beckedahl: Angefangen hat es Ende der 90er mit einer Mailingliste. Ich habe interessante Artikel aus dem Netz darüber verschickt und dachte: Das wäre doch eine gute Sache, wenn alle sich daran beteiligten. Das könnte eine offene Wissensbasis ergeben. Das Frustrierende war: Ich war der Einzige, der das gemacht hat. 2002 war ich dann in den UN-Weltgipfel-Prozess eingebunden und wollte von den Vorbereitungskonferenzen in Genf berichten. Dabei bin ich zum ersten Mal auf eine Blogsoftware gestoßen – ohne überhaupt zu wissen, was ein Blog ist. Das waren die Vorläufer von netzpolitik.org.

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Eine Reaktion
Frank Garrelts

Mit diesem Interview legt Herr Beckedahl seine Finger in alle vorhandenen offenen und noch verdeckten Wunden. Ich hoffe, dass viele verantwortliche Politiker Zugang zu diesem Text erhalten und richtige Schlußfolgerungen ziehen. - Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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