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Welche Ansätze wann funktionieren (und welche nicht): Geschäftsmodelle für Open-Source-Unternehmer

    Welche Ansätze wann funktionieren (und welche nicht): Geschäftsmodelle für Open-Source-Unternehmer

Immer mehr Open-Source-Entwickler versuchen, mit ihrer Software Geld zu verdienen. Zeit für eine Analyse, wie vielversprechend die verschiedenen Konzepte zur Einnahmenerzielung mit Open Source sind. Dabei soll es nicht nur um ein paar hundert oder tausend Euro pro Monat gehen. Vielmehr ist die Frage, ob sich von den Einnahmen ein Unternehmen mit einem mehrköpfigen Entwicklerteam finanzieren lässt.

Zu Beginn die Idee, die am naheliegendsten und für einen Entwickler oder Anbieter von Open-Source-Software am einfachsten umzusetzen ist: Beratung und Schulung.

Beratung und Schulung

Beratung zu Software ist ein weites Feld. Es kann beispielsweise um die Bewertung gehen, ob eine Software für einen bestimmten Einsatz geeignet ist. Dazu gehören außerdem Empfehlungen für die passende IT-Infrastruktur, innerhalb derer die Software eingesetzt werden sollte. Nicht zuletzt sind Tipps zur optimalen Installation und Konfiguration der Software sowie zur Schulung für den operativen Betrieb eine Möglichkeit.

Der potenzielle Umfang der Beratung (und einhergehend damit der erzielbare Umsatz) ist abhängig von der Art der Open-Source-Software: Handelt es sich um ein komplexes System wie eine Linux-Distribution, eine ESB-Middleware oder eine ERP-Applikation? Oder geht es „nur“ um ein Utility wie ein Backup-Skript oder eine kleine Applikation wie eine Adressverwaltung?

Ob ein potenzieller Nutzer bereit ist, Geld für Beratung auszugeben, hängt auch davon ab, wie wichtig die Software für ihn ist. Eine Bank, die einen Open-Source-Application-Server für Ihre Online-Banking-Website sucht, ist sicherlich bereit, Geld in professionelle Beratung und Schulung zu investieren. Ein Privatanwender, der nur ein Tool zum Editieren seiner Videos sucht, wird dagegen kaum bereit sein, Geld zu zahlen.

Zu beachten ist auch, dass Beratung und Schulung oft ein einmaliges Geschäft pro Kunde ist, weil der Kunde nach einer initialen Lernphase keinen weiteren Bedarf mehr daran hat. Wenn aber wiederkehrende Einnahmen fehlen, ist man als Entwickler oder Anbieter gezwungen, ständig neue Kunden zu gewinnen, was ein hartes Geschäft ist und entsprechend hohe Marketing- und Vertriebsausgaben erfordert.

Der Autor ist aufgrund eigener Erfahrungen skeptisch, ob sich mit Beratung und Schulung – abgesehen von komplexen Installationen in Großkonzernen – nennenswert Geld verdienen lässt. Die Kunden sind es oft von proprietärer Software gewohnt, dass diese Leistungen eine kostenlose Beigabe sind. Während die Anbieter proprietärer Software diesen Aufwand jedoch über den Verkauf der Lizenzen finanzieren können, steht der Open-Source-Entwickler oder -Anbieter erst einmal mit leeren Taschen da.

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