Entwicklung & Design

Grundlagen und Tipps für Codierung, Gestaltung und Effekte: HTML5 und Video

Wer glaubt, HTML5-Videos seien unausgereift und umständlich, der irrt. Dank kostenloser Tools sind sie genauso leicht einzurichten wie Flash-Videos – und lassen sich dabei auch noch vielfältig gestalten. Wir haben die wichtigsten Grundlagen und praktische Tipps zusammengetragen.

Trotz einiger Versuche konnte sich lange Zeit keine offene Alternative für das Abspielen von Online-Videos zum proprietären Flash durchsetzen. Zwei wesentliche Gründe waren YouTube als Vorreiter für Online-Videos und die enorme Verbreitung des
Flash-Players. Doch im mobilen Zeitalter hat Flash schlechte Karten: Flash-Videos greifen auf das HTML-Element <embed> zurück, das der W3C-Standard nie enthielt. Die zusätzliche Abstraktionsebene erhöht den Datendurchsatz und Stromverbrauch – für mobile Plattformen ungeeignet. Mit Apples Entscheidung, Flash auf iOS nicht zuzulassen, war das Ende von Flash-Videos absehbar. Seit Mitte letzten Jahres ist nun der Flash Player auch für Android-Geräte im Google Play Store nicht mehr erhältlich. Windows Phone 7 und 8 unterstützen Flash-Inhalte ebenfalls nicht mehr. Stattdessen setzt sich das vom W3C und Opera entwickelte HTML5-Video-Element durch. Aber ist damit jetzt alles einfacher und besser? Leider (noch) nicht ganz. Im Folgenden geht es um die wichtigsten Grundlagen und praktische Tipps.

Das Video-Element

Die Definition eines HTML5-Videos erfolgt über das <video>-Element. Darunter definiert das Element <source> eine oder mehrere Quelldateien. Leider gibt es kein eindeutiges Videoformat, das von allen Browsern unterstützt wird. Daher empfiehlt sich die Angabe mehrerer Quelldateien. Die drei gängigsten Formate sind WebM (*.webm), Ogg Theora (*.ogv) und Mp4 (*.mp4).

Ein HTML5-Video mit drei Source-Angaben

<video> 
 <source xsrc="hello.mp4" /> 
 <source xsrc="hello.webm" /> 
 <source xsrc="hello.ogv" /> 
</video>

Listing 1

Videoformate

Jedes der Formate hat Vor- und Nachteile, weswegen sich die Browser-Hersteller nicht auf einen einzigen Standard einigen konnten. Wer generell auf Nummer sicher gehen möchte, kann an letzter Stelle einen Skript-Block in das Video-Objekt einfügen. Sollte der Browser das Video-Tag nicht erkennen, greift dieser Block als Fallback und spielt das Flash-Video ab.

Welcher Browser unterstützt welches Videoformat?
Firefox Opera Chrome Safari IE
WebM X X X
Ogg Theora X X X
MPEG4H.264 X X X

Tools zur Konvertierung

Um ein Video in die genannten Formate zu konvertieren, empfiehlt sich der Einsatz der kostenlosen Kommandozeilenwerkzeuge ffmpeg und ffmpeg2theora. ffmpeg kann alle drei Videoformate erzeugen. Allerdings muss man sehr genaue Einstellungen verwenden, um ein optimales ogv-Ergebnis zu erhalten. ffmpeg2theora ist hingegen allein auf die Konvertierung ins ogv-Format spezialisiert. Wer keine Kommandozeilenwerkzeuge verwenden möchte, kann auch auf Tools wie „Easy HTML5 Video“ zurückgreifen. Die Konvertierung in HTML5-Videos gelingt hier mit wenigen Klicks und ist für nicht-kommerzielle Zwecke kostenfrei.

Wichtige Attribute

Das Video-Element stellt zahlreiche Attribute bereit, die das Aussehen und Verhalten eines Videos genauer spezifizieren. Mit dem Flag „autoplay” startet ein Video automatisch. Durch das Attribut „loop“ wiederholt sich ein Video endlos. Und mit Hilfe des Flags „controls“ erhält ein Video eine einfache, vom Browser abhängige, grafische Oberfläche.

Wichtige Attribute des <video> Elements
autoplay Spielt Videos automatisch ab
loop Wiederholt Videos endlos
controls Zeigt vom Browser vorgegebene Video-Bedienelemente
poster=“preview.png“ Liefert ein Vorschaubild
width=“320″ height=“240″ Definiert die Video-Auflösung, im Internet Explorer ist auch
eine prozentuale Angabe möglich
preload= „none|metadata|auto“ Lädt das Video beim Seitenaufruf komplett (auto) oder
nur die Metadaten (metadata), noch
kaum unterstützt
Wichtige Attribute des <source> Elements
src=“myvideo.mp4″ Definiert die URL der Videodatei
type=“video/mp4″ Gibt MIME Types an, erspart Browser das Auslesen des Videoheaders
zur Kompatibilitätsprüfung
media=“screen and (min-device-width:100px)“ Bestimmt auflösungsabhängige Verwendung, nur von Opera und Safari
unterstützt

Grafische Oberflächen

Eigene grafische Oberflächen zum Starten, Pausieren oder Vorspulen lassen sich durch Angabe von regulären HTML-Elementen erzeugen – eine der Stärken von HTML5-Videos. So kann man mit HTML, CSS und JavaScript einen kompletten Videoplayer erstellen. Im Netz finden sich daher auch viele kostenfreie Varianten. Im Vollbildmodus können Entwickler die Oberfläche jedoch noch nicht gestalten. Um das zu tun, müssen sie den gesamten Browser in den Vollbildmodus versetzen.

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2 Kommentare
Novi
Novi

Kennt jemand eine Möglichkeit oder Anleitung, wie man mit ffmpeg2theora eine Batch Konvertierung vornehmen kann?

Ich habe schon mehrfach gute Erfahrungen mit http://sublimevideo.net/ gemacht. Man lädt die Videos auf den eigenen Server und das Script von SublimeVideo sorgt dafür, dass ein Flashplayer geladen wird, wenn kein HTML5 vorhanden ist. Nach einmaliger Einrichtung muss man sich nicht mehr um Browserkompatibilität oder ähnliches kümmern.

Antworten
Dirk

Will ich HTML5-Video nutzen, muss ich jedes Video in drei Formaten vorhalten und am besten noch zusätzlich als Flash. Damit erhöht sich der Arbeitsaufwand für die Videoeinbindung um den Faktor 4. In dieser Entwicklung kann ich auch mit viel gutem Willen keine Verbesserung zum bisherigen Quasi-Standard Flashvideo sehen.

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