Digitale Wirtschaft

Mit dem Schwarm ins Verderben? Gunter Dueck über die Herausforderungen zeitgemäßer Mitarbeiterführung

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t3n Magazin: Was kann man gegen Schwarmdummheit als Führungskraft tun?

Gunter Dueck: Nichts. Sorry. Gar nichts. Nehmen Sie es hin. Schwarmdummheit ist eine kollektive Katastrophe, die ja als solche nicht erkannt wird. Niemand weiß, dass die Schwarmdummheit herrscht. Dumme wissen nicht, dass sie dumm sind. Diese Aussage gilt auch für Systeme. Da sitzen sie alle in Meetings und suchen nach Lösungen … Wenn man die Schwarmdummen von außen betrachtet, liegt die scheinbare Lösung auf der Hand: Nachhaltigkeit, Entschleunigung, Selbstverantwortung, Agilität und so weiter.

Gunter Dueck: Diese Lösungen sind scheinbare, weil sie nur vom ganzen Team global angewendet werden können, nicht von Einzelnen. Es hilft nicht, wenn ein Einzelner nachhaltig agiert oder entschleunigt, weil es nicht ins System passt. Wenn zum Beispiel eine einzelne Führungskraft beschließt, intelligent zu managen, was dann?

Gunter Dueck: Versuchen Sie als Manager einmal dies: „Oberchef, ich mache bewusst nicht so viel Gewinn wie die anderen Teams, aber mein Gewinn ist nachhaltig, ich kann auf diese Weise mehrere Quartale durchhalten.“ Dann gibt’s die gelbe Karte. Für einen Vorschlag wie „Oberchef, ich zweige zwanzig Prozent meiner Teamgewinne für Entwicklung neuer Ideen ab, außerdem für Weiterbildung und Teamevents“ kriegen Sie schon die gelb-rote Karte.

Gunter Dueck: Wenn wir die Schwarmdummheit wenigstens eindämmen wollen, müssen wir die Ketten des Kurzfristigen und Blindwütigen abstreifen. Und zwar gemeinsam, denn wenn das ein Intelligenter allein im schwarmdummen System tut, wird er nur als Feind betrachtet werden. Agilität und Eigenverantwortlichkeit zu wagen ist eine Aufgabe für das gesamte Unternehmen, die gesamte Gesellschaft.

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