Entwicklung & Design

Ajax-Applikationen einfach mit Java erstellen: GWT: Das Google Web Toolkit

Interaktive Webseiten sind inzwischen Standard. Aber nicht alle Webseitenersteller sind bereit, sich mit einem unübersichtlichen Gemisch aus HTML, CSS und JavaScript zu beschäftigen. Nicht zuletzt aus diesem Grund verlangt der Markt nach Frameworks und Toolkits. Sie bieten Schablonen, Codefragmente und diverse Hilfen. Mit seinem Web Toolkit stellt Google nun ein Werkzeug bereit, mit dem alleine auf Basis von Java Applikationen entstehen, die erst für die Veröffentlichung in Webseiten-Quellcode übersetzt werden.

Ohne Zweifel stellt das Unternehmen Google derzeit eine der aktivsten Kräfte bei der Weiterentwicklung des World Wide Web dar. Zahlreiche seiner Programmierschnittstellen und Tools erleichtern Webseitenerstellern die Verwendung modernster Features auf ihren Seiten. Und seit Mai 2006 steht das Google Web Toolkit (GWT) als kostenloses und unter Open-Source-Lizenz stehendes Toolkit mitten in der Google-Welt. Es unterstützt Seitenersteller und Webprogrammierer in vielfacher Hinsicht.

Jede Webapplikation besteht im Kern aus HTML und elementaren Standardressourcen, wie zum Beispiel Grafiken. Dazu kommen bei modernen Webapplikationen (insbesondere im Umfeld des Web 2.0) in jedem Fall ergänzende Techniken wie JavaScript und Style Sheets (CSS). Um diese Kerntechnologien herum bildet sich zunehmend ein Dickicht aus weiteren Techniken, die entweder nativ oder mittels Plugin von einem Browser verarbeitet und dargestellt werden. Das GWT dient nun zur Erstellung von Ajax- beziehungsweise interaktiven Webapplikationen im Allgemeinen, arbeitet aber zum Erstellungszeitpunkt dieses Artikels mit Java in einem Serverumfeld. Das GWT ist also vor allem ein Hilfsmittel für jene Webseitenersteller, die sich mit Java auskennen. Einerseits grenzt das die Zielgruppe damit extrem ein, andererseits werden damit aber Programmierer für die Erstellung von Webseiten eingebunden, die keine Erfahrung in HTML, JavaScript oder CSS haben oder den Kontakt damit meiden wollen.

Die letztendlich veröffentlichte Applikation muss aber auch im Fall des GWT aus den Technologien bestehen, die ein Browser versteht. Und während vor einigen Jahren der Ansatz über Java-Applets sehr populär war, wird bei einer GWT-Applikation auf den Einsatz spezieller Plugins verzichtet. Alle eingesetzten Techniken, die schließlich zum Browser gelangen, können von ihm nativ bearbeitet werden. Die Dateien werden mittels eines GWT-Compilers generiert und können somit für den Entwickler eine Black Box darstellen, deren Aufbau er sich nicht direkt ansehen muss und wird. Im Grunde kann man eine mit dem GWT erstellte Applikation im laufenden Betrieb nicht von einer händisch mit HTML, JavaScript und CSS erstellten Applikation unterscheiden.

Der GWT-Compiler

Der GWT-Compiler ist das Herz des gesamten Toolkits und schlägt – um im Bild zu bleiben – ständig im Hintergrund, wenn Entwickler während der Arbeit eine GWT-Applikation noch auf Basis von Java zu Testzwecken im so genannten Hosted Modus ausführen. Der GWT-Compiler unterstützt zum einen die zentralen Bestandteile von Java als Sprache selbst und zum anderen emuliert die GWT-Laufzeitbibliothek im Client einen relevanten Teil der Java-Laufzeitbibliothek. Und darüber hinaus erweitert das GWT die bereits über Java vorhandenen Fähigkeiten um einige interessante Funktionen. So können speziell auf Weboberflächen abgestimmte Leistungen erbracht werden, wie beispielsweise Folgendes:

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