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Health-Gadgets: Apps und Hardware für mehr Wohlbefinden im Büro

Weniger sitzen, mehr ­trinken, gesünder ­arbeiten: Auch im Büro lässt sich mit einigen ­Kniffen viel für das eigene ­Wohlbefinden tun. Acht Gadgets und Dienste im Überblick.

Von Daniel Hüfner
6 Min.
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(Foto: Fluidstance)

Fluidstance: Ab aufs Wackelbrett

Arbeiten am Stehtisch? Ein alter Hut. „Wackelbretter“ könnte der Trend übersetzt heißen, der in den USA durch die Jungfirma Fluidstance forciert wird. Ihre These: Stehend arbeiten entlastet zwar spürbar die Wirbelsäule, verlagert die Last jedoch einseitig auf Knie und Sprunggelenke. Dem Gedanken folgend, wurde das „Level“ genannte Balance-Board (275 Euro) entwickelt: ein 70 Zentimeter langes Holzbrett mit gewölbtem Unterdeck aus Aluminium. Einmal aufgesprungen, zwingt es den Körper zum Ausgleich in alle ­Richtungen und aktiviert die beim Sitzen vernachlässigte Rumpf- und Tiefenmuskulatur. Büro­schnickschnack? Cornelia Schneider, Geschäftsführerin der Betrieblichen Gesundheits­beratung GGW Homburg ist geteilter Meinung: „Für technikaffine Büroarbeiter sind solche Gadgets eine schöne Abwechslung, aber Gleichgewichtsübungen machen und kognitiv anstrengende Aufgabe erledigen? Auf Dauer ist das wenig produktiv.“ Schneider rät Büro­arbeitern, die Verantwortung für das eigene Körpergefühl nicht allein der Technik zu über­lassen. „Wer alle 90 Minuten für drei bis vier Minuten aufsteht, einen Tennisball unterm Schreibtisch umherrollt oder gelegentlich die Knie lockert, spürt auch deutliche Ver­besserungen.“ Immerhin: Bei einem Gesundheitsaspekt haben die Fluidstance-Macher den Rückhalt der Wissenschaft: In einer Untersuchung der Mayo Clinic in Jacksonville kam heraus, dass der Kalorienverbrauch beim Einsatz des Wackelbretts um knapp 20 Prozent höher ist als beim Sitzen.

Night Shift: Schützt die Augen

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Langzeitstudien an Menschen gibt es noch keine, trotzdem warnen Forscher seit Jahren vor dem hochenergetischen blauen Licht (HEV) in Displays von Computern und Smartphones. „Es gibt Hinweise darauf, dass Zellen im Gehirn und in der Netzhaut durch eine erhöhte Exposition gegenüber künstlichem Licht geschädigt werden“, heißt es etwa in einer Studie der Oregon State University. Die möglichen Folgen: Schlafstörungen oder – so behaupten Autoren früherer Untersuchungen – ein erhöhtes Risiko für altersbedingten Sehschärfeverlust, auch „Makula­degeneration“ genannt. Die Erkenntnisse sind inzwischen sogar zu Apple durchgedrungen: Seit knapp zwei Jahren lassen sich mit der sogenannten „Night Shift“-Funktion die Farben von iPhone- und Mac-Displays automatisch in ein wärmeres Farbspektrum abändern. Als Alternative mit detaillierten Einstellungsmöglichkeiten bietet sich die Software Flux für Windows, Linux und Android-­Geräte an. Zudem gibt es diverse Anti­blau­lichtfolien und -scheiben, die man auf Smartphone oder Monitor kleben kann.

Equa Smart Water Bottle: Endlich genug Wasser trinken

Eineinhalb bis zwei Liter pro Tag: Die empfohlene Wasserzufuhr für Erwachsene kennt fast ­jeder. Trotzdem gelingt es laut Umfragen jedem Dritten nicht, täglich genug zu trinken. Vor allem Berufstätigen fällt es schwer. Wie kann das sein? „Durch die fortschreitende ­Digitalisierung in der Arbeitswelt nimmt die Menge und die Komplexität der Aufgaben zu. Diese Belastungen können zu Stress führen, sodass der Griff zum Wasserglas oft einfach ­vergessen wird“, sagt Mark Hübers, Ökotrophologe beim Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung in Konstanz. Verhindern kann das die Smart Water Bottle vom ­slowenischen Hersteller Equa.

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(Abbildung: Equa)

Die 680 Milliliter fassende ­Edelstahlflasche erinnert Nutzer über ein ­Lichtsignal am Flaschenboden an den nächsten Schluck Wasser. Ein Tippen auf das ­Gehäuse zeigt an, ob wieder Flüssigkeitsbedarf besteht. Vorab muss die Trinkflasche einmalig per Bluetooth mit dem ­Smartphone gekoppelt und per Equa-App ein personalisiertes Hydrationsprogramm erstellt werden. Eine ­Alternative ist die App „Waterminder“, die Nutzer etwa über iPhone und Apple Watch ans Trinken ­erinnert. Beide Lösungen hält auch Hübers für sinnvoll: „Sie können helfen, die Flüssigkeitszufuhr im Berufsalltag wieder zu priorisieren und so Kopfschmerzen und Konzentrationsschwächen vermeiden“, erklärt der Experte. Ein Allheilmittel sei das jedoch nicht. Er rät, sich zusätzlich Routinen anzugewöhnen: etwa ein Glas Wasser nach jedem Essen oder Toilettengang. Zudem seien auch die Unternehmen in der Pflicht, ihre Beschäftigten für das Thema zu sensibilisieren.

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Dyson Pure Cool Me: Frische Luft, ganz ohne Stress mit den Kollegen

Immer wieder ein heikles Streitthema im Office: das Durchlüften. Zwar ist sich die Wissenschaft weitgehend einig, dass regelmäßiges Öffnen von Fenstern Erkältungen, Kopfschmerzen und Schwindel vorbeugen kann. Doch besonders im Winter wird das Prozedere von so manchem Kollegen mit Argwohn beäugt: Es ist kalt, es zieht, und der Straßenlärm nervt. Abhilfe schaffen können portable Luftreiniger wie beispielsweise der Pure Cool Me von Dyson. Das 299 Gramm leichte Gerät passt auf jeden Schreibtisch und versorgt Büroarbeiter auf Knopfdruck mit frischer Raumluft. Ein Aktivkohle- und ein Schwebstofffilter im Innern saugen die Umgebungsluft an und entfernen Gase wie Formaldehyd, Benzol und Stickstoff­dioxid. Die so angeblich zu 99,95 Prozent gereinigte Luft strömt dann über einen Luftsteuerungsmechanismus im konvexen Deckel des Geräts wieder heraus – und zwar in alle gewünschten Richtungen. Über ein LCD-Display können Nutzer die Geschwindigkeit des Luftstroms, die verschiedenen Modi und die Filterlebensdauer ablesen. Kosten: 349 Euro

Ostrich Pillow Mini: Ein Schläfchen ­zwischendurch

Die Projektbesprechung am Morgen lief noch nach Plan, doch ­spätestens nach dem Mittagessen setzt die Müdigkeit ein – eine typische Stressreaktion des Körpers. Selbstoptimierer schwören deshalb seit Jahren auf sogenannte „Powernaps“, kurze Schlaf­einheiten im Büro, um Energie zu tanken und gesünder zu leben. Eine Studie von Forschern der Harvard School of Public Health zeigte, dass schon eine 30-minütige Mittagsruhe das Risiko von Herz-­Kreislauf-Erkrankungen um bis zu 37 Prozent senken kann. Bleibt die Frage: Wohin fürs entspannte Nickerchen? Ganze Schlafräume werden sich in Unternehmen ja eher selten finden. Deshalb ist in Spanien – dem Land der Siesta – der Ostrich Pillow Mini entstanden.

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(Abbildung: Oistrich Pillow)

Einmal wie ein Boxhandschuh übergestülpt, soll das Powernap-­Kissen aus Viskose und Elastan jeden Büroarbeiter in Sekunden zur ­bequemen Schlafposition verhelfen – ob am Schreibtisch oder unterwegs in der Bahn zum nächsten Geschäftstermin. Preis: 35 Euro

Daily Dozen: Gesünder essen

Es ist nie zu spät, gesünder zu essen und zu leben: Der US-Ernährungswissen­schaftler Michael Greger plädiert in seinem Bestseller „How not to die“ für eine vollwertige pflanzliche Ernährungsweise. Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst, Beeren, Leinsamen, Nüsse, Vollkornprodukte: Wer diese Lebensmittel täglich in ausreichender Menge isst, versorgt seinen Körper mit wichtigen Nährstoffen, die das Risiko, an einer der 15 häufigsten Todesursachen zu sterben, nachweislich senken. Die dazugehörige Smartphone-App „Daily Dozen“ (iPhone und Android) hilft Nutzern bei der Umsetzung im Alltag. So lässt sich festhalten, welche Lebensmittel über den Tag bereits gegessen wurden und prüfen, ­welche Nahrungsmittelgruppen vernachlässigt wurden. Technisch noch etwas ausgereifter ist die App Lifesum (­iPhone und Android, 3,33 Euro pro Monat): Auch sie bietet Tracking-Funktionen für Lebens­mittel, hat oben drauf aber noch perso­nalisierte Rezept- und ­Diätvorschläge in petto.

Kaia Health: Schmerztherapie per App

Auch Arbeitgeber können die Gesundheit ihrer Mitarbeiter gezielt fördern, zum Beispiel mithilfe der digitalen Schmerztherapie von Kaia Health aus Berlin. Anders als klassische Rückenschulen oder Präventionskurse, die bei Mitarbeitern oft nur auf wenig Interesse stoßen, braucht es für Kaia nicht mehr als eine App. Vor dem ersten Training fragt Kaia nach dem persönlichen Schmerzlevel und speichert Daten wie Gewicht, Größe und ­Fitness. Daraus erstellt das Programm einen individuell auf jeden Mitarbeiter zugeschnittenen Trainingsplan, der täglich 15 bis 30 Minuten in Anspruch nimmt. Der Clou: Auf Wunsch können sich Nutzer bei ihren Übungen von der Kamera ihres Smartphones filmen lassen. Algorithmen gleichen das Ideal der Übung mit der eigenen Performance ab und schlagen Verbesserungen vor. Wer seinen Arbeitgeber nicht überzeugen kann, kann sich die jährlichen Kosten (96 Euro) immerhin bei einer von zwölf Krankenkassen in Deutschland erstatten lassen.

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Upright Go: Vibrationsalarm für den Rücken

Rückenprobleme betreffen besonders Bildschirmarbeiter – und sind oft falschen Körperhaltungen geschuldet. Wenn also schon sitzen, dann wenigstens richtig. Hier setzt das Gadget Upright Go (99 Euro, iPhone und Android) vom Hersteller Upright aus Israel an, ein leichtes, computermausförmiges Gerät, das an den Rücken geklebt und per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden wird. Nimmt sein Träger eine schiefe Körperhaltung ein, vibriert Upright Go und erinnert daran, sich gerade hinzusetzen. Takt und Intensität der Vibration können Träger über eine App anpassen. Zwar dürfte der Nervfaktor der Warnhinweise bei Fehlhaltungen anfangs hoch sein, doch laut Testern im Netz zeigt die Methode durchaus Wirkung. Wer seine Sitzhaltung ohne das Gadget trainieren will, kann den Tipp von Gesundheits­expertin Cornelia Schneider befolgen. Sie sagt: „Erstellen Sie sich einen Bildschirmhintergrund mit einem Text, der sie an eine aufrechte Körperhaltung erinnert.“ Außerdem sei es gar nicht sinnvoll, dauerhaft aufrecht zu sitzen: „Viel wichtiger ist es, öfter mal die Körperhaltung zu ändern“, so Schneider.

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