E-Commerce

Vom Bargeld zum Smartphone: Aktuelle Payment-Trends im stationären Handel

Bargeld gibt in Deutschland beim Bezahlen am Point of Sale (PoS) weiterhin den Ton an. Zwischen 60 und 80 Prozent aller Kunden zahlen im stationären Handel noch bar. Das ist in anderen Ländern wie den USA, England oder auch Skandinavien anders, aber auch in Deutschland zeichnet sich ein Wandel ab. Der folgende Artikel gibt einen Überblick zu aktuellen Entwicklungen und Payment-Trends.

Aktuell dominieren Banken und ihre Partner bargeldlose Zahlungen am PoS. Dies betrifft sowohl Kunden (Bezahlkarte) als auch Händler (Terminal). Die aktuellen Lösungen erwecken den Eindruck, dass der Smartphone-Hype, das mobile Internet sowie der Trend zu Deals, Rabatten oder Loyalty komplett an den Banken vorbeigegangen ist. Es scheint, als konzentrieren sich die Geldhäuser mit neuen Lösungen vor allem auf die großen Händler oder geschlossene Systeme wie Fußballstadien. In die Nische, abseits der großen Händler, stoßen neuerdings allerdings auch in Deutschland ganz neue Anbieter, die sich nahezu alle an zwei erfolgreichen Vorbildern aus den USA und Schweden orientieren: Square und iZettle.

Der stationäre Handel wird mobil

Die Zielgruppe der neuen Bezahllösungen rekrutiert sich vor allem aus kleinen oder fliegenden
Händlern und Dienstleistern, die heute in der Regel nur Bargeld
akzeptieren. Denkbar sind aber auch Händler, die ihre
bestehenden Lösungen ersetzen. Nach „Vertragsunterzeichnung“ im
Internet erhält der Händler von allen Anbietern die Hardware (kostenlos
oder gegen eine geringe Schutzgebühr) in Form eines Kartenlesers zur
Erweiterung des mobilen Endgeräts sowie eine kostenlose App.

Händler
geben in der App den zu bezahlenden Betrag ein, lesen die Karte des
Kunden über ein kleines Gerät aus und der Kunde autorisiert die Zahlung
in der Regel per Unterschrift auf dem mobilen Gerät des Händlers. Anders
als bei den heutigen Kartenterminals fallen keine laufenden Gebühren
für Miete oder Bereitstellung der Hardware an. Vielmehr fällt lediglich
pro Transaktion eine Gebühr für den Anbieter an – in der Regel ein
kleiner Anteil vom Kaufpreis zuzüglich eines kleinen fixen
Cent-Betrags (Beispiel Streetpay: 2,75 Prozent plus 0,19 Euro pro
Transaktion).

Square mischt US-Anbieter auf

Wie es zusätzlich zur reinen Bezahlung weitergehen kann, zeigt heute
schon Square in den USA. Das vom
Twitter-Gründer Jack Dorsey 2009 gegründete Startup mausert sich in den
USA zu einer ernst zu nehmenden Konkurrenz für die bestehenden
PoS-Anbieter. Inzwischen akzeptieren mehr als zwei Millionen stationäre
Ladengeschäfte Square. Das Unternehmen wickelt mehr als sechs Milliarden
US-Dollar pro Jahr an Transaktionensvolumen ab.

Square vertreibt seine Kartenleser zudem nicht mehr nur über das Web,
sondern auch über einige der größten amerikanischen Outlets wie
Walmart. Durch die weite Verbreitung von Square im Handel hat das
Startup inzwischen weitere Lösungen geschaffen, die sowohl für den
Handel als auch für die Kunden erheblichen Mehrwert bieten. Händler
erhalten zum Beispiel mit dem „Square Register“ einen kompletten
Ersatz der Ladenkasse für ihr iPad, das zudem mit Loyalty und
Rabattangeboten ausgestattet ist.

Kunden die per Square bezahlen wollen, können sich eine
eigene App mit dem Namen „Pay with Square“ installieren. Die App fungiert dabei als vollwertige mobile Geldbörse
(Wallet). Kunden hinterlegen ihre Kreditkartendaten und
können bei Square-Händlern ohne Vorzeigen der Karte kontaktlos von App
zu App bezahlen. Zudem integriert die App Location-Based-Service-,
Loyalty- und Deal-Komponenten.

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