Reportage

Inside 5G: Wie gefährlich ist das Netz der Zukunft wirklich?

(Abbildung: Shutterstock / TPROduction)

5G soll alles mit allem verbinden – das Nervensystem eines digitalen Deutschlands. Wir haben mit 5G-Forschern, Herstellern und Politikern über Sicherheit, Wirtschaft und China gesprochen. 

5G, die Technik, die alles mit allem verbinden soll, sieht un­spektakulär aus. „Ich hatte Sie gewarnt“, sagt Martin Beltrop. Wir stehen in einem kleinen Hinterzimmer der Halle 16 des Messe­geländes in Hannover. Vor uns summt ein Metallschrank mit Rechnermodulen. Beltrop, Chef der Automotive-Sparte von Nokia, trägt dunklen Anzug, aufgestellte graue Haare und ein ­Tablet unter dem Arm.

In dem mannshohen Metallschrank vor uns stecken acht ­Basisstationen, in denen die Daten der 5G-Antennen aus der ­Halle ankommen. Unscheinbare Kästen mit ein paar Kabeln, die sich auf den ersten Blick kaum von Internetservern unterscheiden. Auf einem Tisch rechts daneben liegen zwei Computer übereinander, sogenannte „Cores“. Sie organisieren das 5G-Netzwerk und sorgen dafür, dass die richtigen Daten auf dem richtigen Handy landen. Sie sehen aus wie große Hartschalenkoffer mit Kabeln und Leuchtdioden an den Kopfseiten.

5G für Roboter: Notaus muss unter zwei Millisekunden gehen

Aus dem kleinen Raum gehen wir rüber zur Halle 16, in der die 5G-Antennen hängen. Bosch hat hier einen sich bewegenden Roboterarm aufgebaut. Wenn man auf dem Tablet daneben einen gelben Knopf drückt, wird ein Notaussignal gesendet: Vom Tablet zur Antenne, zur Basisstation im Hinterzimmer, zu einem der Core-Netzwerke und zurück in den Roboterarm: Stopp. Über 4G oder LTE ginge das auch, nur langsamer. „Notaus muss unter zwei Millisekunden gehen“, sagt Beltrop.

Für Deutschland bedeutet 5G viel. Mehr als nur kabellose Industrie. Das Internet der Dinge, Energienetze, smarte Städte und Äcker – alles soll miteinander kommunizieren. 5G gilt als notwendige Bedingung für Digitalisierung und wirtschaftlichen Fortschritt. Ob 5G funktioniert, kann darüber entscheiden, wie Deutschland international mithalten kann, ob wir unseren ­Exportmeistertitel verteidigen können – und unseren Wohlstand. Alles mit allem zu vernetzen, macht aber eben auch alles verletzbarer. Wenn alles um uns herum smart ist, bedeutet ein Stromausfall nicht mehr nur „Licht aus“. Dann steht plötzlich alles auf dem Spiel.

Die Industrie setzt schon voll auf 5G: Volkswagen hat eine Modell-Fertigungsstraße mit 5G Modul von Qualcomm aufgebaut. (Foto: t3n)

Die Industrie setzt schon voll auf 5G: Volkswagen hat eine Modell-Fertigungsstraße mit 5G Modul von Qualcomm aufgebaut. (Foto: t3n)

Trotz der enormen Bedeutung versteht kaum jemand außer­halb der Branche die Zusammenhänge der Funkfrequenzen Datengeschwindigkeiten und Reaktionszeiten. Ganz zu schweigen von den IT-Sicherheitsfragen. So sind zwischen Dringlichkeit und Halbwissen hitzige Diskussionen entstanden: Forschungsministerin Anja ­Karliczek (CDU) hat im vergangenen Herbst eine Debatte losgetreten, als sie sagte: „5G ist nicht an jeder Milch­kanne notwendig.“ Aber kann die Wirtschaft es sich leisten, auf die Provinz zu verzichten?

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3 Kommentare
Titus von Unhold
Titus von Unhold

„Niedrigere Frequenzen im Mega­hertz-Bereich haben eine geringere Bandbreite, transportieren also weniger Daten, diese dafür aber über längere Distanzen.“

Das ist technisch nicht korrekt. Niedrigere Frequenzen haben keine geringere Bandbreite, sondern eine geringere Datenrate bei gleicher Bandbreite. Nimmt man ein Signal mit der Bandbreite von einem Hertz und moduliert die Information analog auf die Schwingung auf, so können pro Welle exakt so viele Informationen (I/=) übertragen werden, wie die Welle Umpolungen hat (also der Sinus den Nullpunkt kreuzt; Durchgang). Höhere Frequenzen haben mehr Durchgänge, weil die Welle länger ist. Die Länge einer Welle ergibt sich immer aus den Faktoren Lichtgeschwindigkeit und Schwingungen in Hz.

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Sebi
Sebi

„Wie gefährlich ist das Netz der Zukunft wirklich?“ fragt die Überschrift.

Was dann folgt ist ein Händeschütteln mit den üblichen Nasen, und nicht ein Sterbenswörtchen zu den gesundheitlichen Risiken einer Dauerbestrahlung mit 5G in Ballungsgebieten, von Kindern usw.

Artikel Fail.

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Titus von Unhold
Titus von Unhold

Es gibt nach allen seriösen wissenschaftlichen Untersuchung keine Risiken. Als die Polizei und DVB auf diesen Frequenzen mit mehreren Kilowatt gesendet haben, sind weder Bäume gestorben, noch Vögel vom Himmel gefallen. Leider gibt es genug technisch ungebildete Amateure die blind den Rattenfängern nachlaufen weil sie den Unterschied zwischen ionisierender Strahlung und elektromagnetischen Feldern nicht kennen.

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