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Google-Sprecher Stefan Keuchel im Gespräch: „Twitter ist ein hervorragendes Instrument“

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t3n Magazin: Manche Themen wie die Frage der Privatsphäre führen schnell zu hitzigen Diskussionen. Gibt es Dinge, auf die Sie nicht mehr reagieren?

Stefan Keuchel: Die Grenze ist für mich erreicht, wenn es um persönliche Beleidigungen geht. Ich gebe zu: Da reagiere ich gegebenfalls auch ein bisschen empfindlich. Und wenn ich auf Leute treffe, die sich nicht an grundlegende Benimmregeln halten, die in meinen Augen ganz selbstverständlich sind, dann blocke ich die notfalls auch. Ich hasse es, jemanden zu blocken. Aber Leute, die beleidigend werden, akzeptiere ich dann nicht mehr. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass unter offensichtlich privaten Postings nach dienstlichen Dingen gefragt wird. Beispielsweise weiß jeder, dass ich Fußballfan bin. Und natürlich gibt es am Wochenende von mir oft etwas zum HSV zu lesen. Und dann gibt es Leute, die sagen: Das ist doch alles nicht so wichtig, kümmer dich lieber darum, dass es Feature XY bei Google gibt. Da versuche ich dann freundlich klar zu machen, dass das jetzt vielleicht die falsche Stelle ist, um das zu diskutieren und wir darauf gern an anderer Stelle zurückkommen können.

t3n Magazin: Wie hat sich allgemein gesprochen Social Media auf Ihr Berufsfeld ausgewirkt? Welche Rolle hat das Social Web inzwischen eingenommen?

Stefan Keuchel: Ich bin nun über 20 Jahre im PR-Bereich unterwegs. Und ich habe in dieser Zeit noch nichts erlebt, was einen dermaßen intensiven Einfluss gehabt hat wie der Bereich Social Media. Das hat die PR-Welt zwar nicht auf den Kopf gestellt, aber es hat einen erheblichen Einfluss auf die Arbeit. Kein PR-Schaffender kommt mehr ohne das Thema Internet aus. Die Zielgruppen, die wir erreichen, haben sich erweitert. Früher waren es ganz klar die Journalisten. Die sind immer noch extrem wichtig. Aber daneben sind beispielsweise auch Blogger von Bedeutung. Einzelpersonen können einen erheblichen Einfluss auf die Meinungsbildung haben. Das kann man logischerweise nicht verallgemeinern: Für einen Schraubenhersteller ist das noch anders als für ein IT-Unternehmen. Aber in meinen Augen hat Social Media einen riesigen Einfluss auf den PR-Beruf.

t3n Magazin: Welche Rolle spielen denn Journalisten für Sie angesichts der Möglichkeiten in Social-Media-Kanälen?

Stefan Keuchel: Die hat sich gar nicht so sehr verändert. Social Media ist vielmehr ein weiterer Kanal, über den wir uns äußern können. Man darf außerdem nicht denken, dass die ganze Welt Social Media betreibt. Bei unserer Branche ist das zwar so, aber wenn man mal einen Realitätscheck im Freundes- und Bekanntenkreis macht, dann wird da noch immer gefragt, was denn eigentlich Twitter sei. Man muss sich nur einmal die Nutzerzahlen von Twitter in Deutschland ansehen. Das hat noch viel Luft nach oben – positiv ausgedrückt. Die breite Masse an Menschen erreicht man noch immer über die klassischen Medien. Man denke da nur an einen Fernsehbericht. Aber Social Media und klassische Medien spielen auch immer mehr zusammen.

t3n Magazin: Hat das Aufkommen von Social Media Ihre Arbeit denn nun eher einfacher oder eher schwieriger gemacht?

Stefan Keuchel: Das kann man so gar nicht sagen. Es ist eine neue Dimension dazugekommen. Es ist natürlich zeitintensiv. Wenn man Social Media nicht machen müsste, könnte man sich auf reine Presse- und Journalistenarbeit konzentrieren. Bei Google aber beispielsweise ginge das gar nicht. Und wir wollen das auch gar nicht. Wir lieben die Möglichkeit, über diese Kanäle kommunizieren zu können. Es ist so gesehen nicht einfacher und nicht schwieriger geworden, sondern vielschichtiger.


Bei unserem Besuch des Hamburger Google-Büros haben wir zahlreiche Fotos der kunterbunten Einrichtung gemacht.

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2 Kommentare
cephei
cephei

Von wann ist denn das Interview? Von vor 2 Monaten?? Die überschrift hab ich so auch schon irgendwo gelesen… naja, vielleicht sagt er einfach immer dasselbe oder wird ständig dasselbe gefragt ;P

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