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Im Interview – William Quiviger, Koordinator der Mozilla-Community in Europa: „Offener Umgang, stetiger Dialog und Anerkennung sind die Schlüssel“

William Quiviger ist bei Mozilla für die europäische Community zuständig. Im Interview mit t3n erklärt der 30-Jährige, wie eng Mozilla mit seinen Unterstützern zusammenarbeitet, wie man eine so große Gemeinschaft fördert und wo die größten Schwierigkeiten und Hindernisse liegen.

William Quiviger über den besten Umgang mit Communitys: „Seien Sie offen. Hören Sie stets zu. Geizen Sie nicht mit Dankbarkeit.“

William Quiviger über den besten Umgang mit Communitys: „Seien Sie offen. Hören Sie stets zu. Geizen Sie nicht mit Dankbarkeit.“

t3n Magazin: Wie würden Sie die Beziehung zwischen Mozilla und der Mozilla-Community beschreiben?

William Quiviger: Es ist natürlich schwer, beides voneinander zu trennen, denn eigentlich handelt es sich um ein und die selbe Sache. Mozilla „ist“ die Community. Die Beziehung zwischen den Angestellten von Mozilla und den unterschiedlichen freiwilligen Mozilla-Mitarbeitern ist exzellent, und wir versuchen, diese kontinuierlich zu pflegen und zu verbessern so gut wir können. Viele unserer Angestellten arbeiten im Homeoffice, daher sind wir es gewohnt, Kontakt über IRC, Foren, Instant Messenger und Mail zu pflegen. Wenn möglich, organisieren wir auch persönliche Treffen. Die Verantwortung für Projektmodule und daraus resultierende Entscheidungsprozesse sind im Übrigen nicht an eine Festanstellung gebunden. Bei der Zusammenarbeit mit einer derartig großen Community ist die oberste Priorität, dass sich jedes Mitglied sicher sein kann, dass es Gehör findet und zu jeder Person des Mozilla-Teams Zugang hat, um Fragen zu stellen, Vorschläge zu machen, Erfahrungen auszutauschen oder einfach nur um miteinander zu reden.

t3n Magazin: Und wie sieht es andersherum aus?

William Quiviger: Es gibt hunderte von Communitys, die über den gesamten Globus verteilt sind und sich in ihrer Größe erheblich voneinander unterscheiden. Außerdem unterscheiden sich diese Communitys auch in ihrer Organisation, darin wie sie operieren und in ihrer Zusammenarbeit mit den Mozilla-Mitarbeitern. Einige ziehen es vor, sehr eng mit Mozilla zusammenzuarbeiten, während andere einen hohen Grad an Unabhängigkeit bevorzugen. Was all diese Communitys verbindet, ist ihre Begeisterung für das Mozilla-Projekt.

t3n Magazin: Was ist der Schlüssel für das Zusammenhalten der Community und für deren Unterstützung?

William Quiviger: Ein offener Umgang, stetiger Dialog und Anerkennung sind meiner Meinung nach die drei Schlüssel, um die Community am Leben zu halten und sie zu unterstützen. Communitys dürfen sich niemals gezwungen und eingeengt fühlen. Sie werden bei der Arbeit an genau dem Projekt unterstützt, bei dem sie sich am wohlsten fühlen – so lange sie den Maximen Mozillas treu bleiben. Sie müssen Communitys zuhören, damit sie diese vernünftig unterstützen können, sollte dies nötig sein. Schließlich ist es überaus wichtig, dass Sie der Community das Gefühl vermitteln, dass ihre Arbeit anerkannt wird und Sie ihr dankbar sind. Schließlich handelt es sich um ehrenamtliche Arbeit, die ausschließlich von der Leidenschaft der Community für das Projekt vorangetrieben wird.

t3n Magazin: Was sind die größten Schwierigkeiten und Hindernisse?

William Quiviger: Eine Schwierigkeit, die auf der Hand liegt, ist es, jeden Beteiligten kennen zu lernen, mit ihm oder ihr zu sprechen und zu treffen. Das liegt einfach daran, dass die einzelnen Communitys so schnell wachsen und überall auf der Welt verteilt sind. Ich reise fast wöchentlich in unterschiedliche europäische Metropolen, um Community-Mitglieder zu treffen. Es gibt aber einfach viel zu viele interessante Community-Events, als dass ich sie alle besuchen könnte. Sich überschneidende Projekte können ebenfalls zu Problemen führen. So haben beispielsweise viele Communitys Support in ihrer Region angeboten - lange vor SUMO, der Mozilla-Support-Plattform. Aus diesem Grund ist es völlig verständlich, dass einige mit der Unterstützung von SUMO zurückhaltend sind, da die Support-Plattform sich einfach mit ihrer eigenen Arbeit überschneidet. Natürlich sehen diese Communitys deshalb auch nicht ein, ihre Besucher auf SUMO zu verweisen und so Traffic von ihrem Portal umzuleiten. Über dieses spezifische Problem sprechen wir mit ihnen. Support ist sehr wichtig und SUMO ist ein mächtiges Werkzeug, das Communitys dabei helfen kann, ihren eigenen Support zu verbessern. Gleichzeitig bringen unterschiedliche Communitys ihre Erfahrungen und ihr Know-How ein, um SUMO kontinuierlich zu verbessern. Die Lösung liegt also in einer besseren Vermittlung des Faktes, dass die Beziehung zwischen SUMO und lokalem Community-Support sich eigentlich gegenseitig befruchtet und allen Beteiligten Vorteile bringt. Wir machen Fortschritte, was diesen Punkt betrifft.

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