Digitale Gesellschaft

Kolumne: Zurück zum Blog: Meins!

Lesezeit: 4 Min. Gerade keine Zeit? Jetzt speichern und später lesen

Wir Webworker können sozialen Netzwerken nur schwer widerstehen. Twitter, Facebook, Google+, Xing, LinkedIn, Foursquare, Flickr oder Pinterest – überall melden wir uns an, um ja keinen Trend zu verpassen. Und überall wollen wir mit unseren News, Fotos, Orten, Links oder Posts einen guten Eindruck hinterlassen. Da scheint ein eigenes Blog schon fast veraltet. Warum eigentlich?

Früher, so um 2005 herum, war alles ganz anders. Früher nämlich hatte jeder Webworker, der etwas auf sich hielt und mit dem Schreiben nicht gerade auf Kriegsfuß stand, sein eigenes Blog. Wahrscheinlich hat er dem Blog nicht so viel Zeit gewidmet wie er ursprünglich wollte. Und vermutlich gab es genug Gründe, mit dem Design zu hadern. Aber immerhin: Ein eigenes Blog, mühsam mit Inhalten gefüllt, gehegt und gepflegt, sodass wir stolz sagen konnten: Meine Visitenkarte! Meine Website! Mein Blog!

Nix mehr verpassen: Die t3n Newsletter zu deinen Lieblingsthemen! Jetzt anmelden

Der Verfall kam langsam, klein und unscheinbar. Was konnten 140 Zeichen schon anrichten? Auf Twitter waren einige Inhalte schließlich viel besser aufgehoben. Wer will für einen Linktipp oder einen Termin schon einen kompletten Blogbeitrag schreiben? Gewiss, das ist nachvollziehbar. Und statt ein paar Bilder über schlechte Usability für einen Artikel zu sammeln, reicht ja auch ein Bild mit knapper Beschwerde auf Twitter und Facebook. Gewiss. Und irgendwann kam Google+. Dort lassen sich sogar längere Texte in die Öffentlichkeit tragen. Gewiss, auch das.

Und so starben sie, die vielen kleinen Blogs unzähliger Webworker. In manchen Fällen blieb einfach keine Zeit dafür. Einige Autoren sind mittlerweile mit Fachartikeln, Fachbüchern oder Vorträgen beschäftigt. Kann ja vorkommen. Natürlich sind auch nicht alle Blogs verschwunden. Einige Webworker kümmern sich nach wie vor liebevoll um ihre kleinen Oasen. Andere Blogs sind neu hinzugekommen. Aber ach, wie seltsam mutiert kamen einige von ihnen in die Welt? Das Blog eines Kollegen bietet zum Beispiel keine Kommentar-Funktion. Stattdessen steht im Fuß ein „Feedback und so am liebsten bei Twitter.“ Huh, wie meinen? Wem nützt eine Diskussion auf Twitter? Wer bekommt das mit? Mit einem Kommentar können Leser auf Fehler im Artikel hinweisen, Inhalte ergänzen oder in Frage stellen. Ein Kommentar könnte wertvollen Mehrwert bieten. Warum sollten wir das outsourcen und für andere unauffindbar machen?

Meistgelesen

Bitte beachte unsere Community-Richtlinien

Wir freuen uns über kontroverse Diskussionen, die gerne auch mal hitzig geführt werden dürfen. Beleidigende, grob anstößige, rassistische und strafrechtlich relevante Äußerungen und Beiträge tolerieren wir nicht. Bitte achte darauf, dass du keine Texte veröffentlichst, für die du keine ausdrückliche Erlaubnis des Urhebers hast. Ebenfalls nicht erlaubt ist der Missbrauch der Webangebote unter t3n.de als Werbeplattform. Die Nennung von Produktnamen, Herstellern, Dienstleistern und Websites ist nur dann zulässig, wenn damit nicht vorrangig der Zweck der Werbung verfolgt wird. Wir behalten uns vor, Beiträge, die diese Regeln verletzen, zu löschen und Accounts zeitweilig oder auf Dauer zu sperren.

Trotz all dieser notwendigen Regeln: Diskutiere kontrovers, sage anderen deine Meinung, trage mit weiterführenden Informationen zum Wissensaustausch bei, aber bleibe dabei fair und respektiere die Meinung anderer. Wir wünschen Dir viel Spaß mit den Webangeboten von t3n und freuen uns auf spannende Beiträge.

Dein t3n-Team

Ein Kommentar
jens.scheider
jens.scheider

Divers diskutiert und zur gleichen Überzeugung gelangt… ein selbstbetriebener Blog ist für mich ein wichtiger Teil meiner digitalen Identität.

Antworten

Melde dich mit deinem t3n Account an oder fülle die unteren Felder aus.

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus!

Hey du! Schön, dass du hier bist. 😊

Bitte schalte deinen Adblocker für t3n.de aus, um diesen Artikel zu lesen.

Wir sind ein unabhängiger Publisher mit einem Team bestehend aus 70 fantastischen Menschen, aber ohne riesigen Konzern im Rücken. Banner und ähnliche Werbemittel sind für unsere Finanzierung sehr wichtig.

Danke für deine Unterstützung.

Digitales High Five,
Luca Caracciolo (Chefredakteur t3n) & das gesamte t3n-Team

Anleitung zur Deaktivierung