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Kontrolle über das digitale Leben ist im Web 2.0 nicht immer leicht: Command Your Data

Erst ging mit Wikipedia unser Wissen online, dann folgte mit XING, LinkedIn und nun Facebook unser soziales Leben in die Weiten des Netz. Wir haben gelernt, den Helfern aus dem Internet zu vertrauen. Und doch laufen wir Gefahr, mit den Applikationen in der „Cloud“ die Kontrolle über unsere Daten zu verlieren und uns in neue Abhängigigkeiten zu begeben. Wie man dieser Entwicklung entgegen wirken kann, beleuchtet dieser Artikel.

Wir alle nutzen Sie, die tollen neuen sozialen Netzwerke und zumeist kostenlosen Webservices. Ein berufliches Leben ohne XING und LinkedIn ist für viele unvorstellbar. Freundschaften ohne Facebook – das war einmal. Wenn wir uns bei einem neuen Dienst anmelden, dann wollen wir ihn auch möglichst sofort nutzen – und verzichten gerne auf das intensive Studium der AGBs. Wozu auch? Schließlich haben Millionen bereits den gleichen Regularien zugestimmt – und der eine oder andere wird sie schon kritisch studiert haben.

Delikates in den AGB

Dabei findet sich in den AGBs unserer Lieblingsdienste durchaus Bemerkenswertes: Beispielsweise erteilen wir Facebook mit dem Akzeptieren der AGBs die Erlaubnis „vorbehaltlich der von dir festgelegten Einschränkungen, deinen Namen und dein Profilbild“ zu verwenden. Und Google ermächtigen wir, „nach eigenem Ermessen Ihren Firmennamen, Warenzeichen, Dienstleistungsmarken, Logos, Domainnamen und andere charakteristische Marken in Präsentationen, Marketingmaterial, Kundenlisten, Finanzberichten und Online“ zu vermarkten. Und LinkedIn behält sich „das Recht vor, jeden Inhalt, der als Teil Ihres Benutzerkontos verfügbar ist, mit oder ohne Ankündigung zurückzunehmen, zu entfernen oder zu löschen“. Und auch Google nimmt sich die Freiheit, die „Inhalte seiner Kunden zu prüfen, zu ändern oder zu entfernen“

Viel Funktionalität, doch der Teufel sitzt im Detail. Ein Blick in die AGBs von Social Networks wirft viele Fragen auf.

Viel Funktionalität, doch der Teufel sitzt im Detail. Ein Blick in die AGBs von Social Networks wirft viele Fragen auf.

Solange die Webdienste so funktionieren, wie sie funktionieren sollen, ist scheinbar alles in bester Ordnung. Wenn allerdings – wie vor wenigen Wochen tatsächlich geschehen – dem CTO von Open-Xchange ohne Vorwarnung der LinkedIn-Account mit seinem kompletten Netzwerk gesperrt wurde, dann zeigt das unsere Abhängigkeit und Ohnmacht. Wenn auf diese Weise private Daten abhanden kommen, ist das schmerzlich. Aber es ist schlichtweg unverantwortlich, sich bei geschäftskritischen Daten und Dokumenten allein auf Google Mail und Google Docs zu verlassen.

Der Schritt zurück zur digitalen Selbstbestimmung kann nach Meinung des Autors nur über die autonome Datenhaltung führen. Die Nutzer müssen jederzeit die Möglichkeit haben, Kontaktdaten, E-Mails und Dokumente lokal oder auf einem Backup-Medium zu speichern und unabhängig vom entsprechenden Webservice zu nutzen. Dies entspricht nicht zuletzt auch den Anforderungen des Gesetzgebers an die Revisionssicherheit [1] der elektronischen Daten, wie Sie für jedes Unternehmen vorgeschrieben sind. Ein weiteres, heute von Vielen noch nicht wahrgenommenes Problem ist die mangelnde Archivierbarkeit von Webservices wie Twitter und Skype. Denn wer garantiert heute, dass Tweets und Chats in fünf Jahren noch zugänglich sind?

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