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Die fabelhafte Welt der Analyse: Kriterien zur Auswahl des passenden Web-Analytics-Systems

So überzeugt die Beteiligten bei der Gestaltung eines Online-Angebots auch von der Klarheit und Attraktivität ihrer neuen Website sein mögen: Am Ende entscheiden doch die Besucher über den Erfolg oder Misserfolg der Bemühungen. Die Erfassung und Messung des Besucherverhaltens werden von Web-Analytics-Systemen wie dem populären Google Analytics übernommen, die den Betreibern detaillierte Daten zur Nutzung der Inhalte liefern. Diese Systeme gibt es in großer Vielfalt – aber wie unterscheiden sie sich und worauf sollte es ankommen? Der Artikel liefert eine Übersicht und gibt Tipps zur Auswahl des richtigen Systems.

Econda bietet eine Reihe von Visualisierungen der Besucherbewegungen. Hier eine Heatmap, also die kumulierte Anzahl von Klicks mit der linken Maustaste auf die Live-Page (unabhängig davon, ob dort ein Link sitzt oder nicht).
Econda bietet eine Reihe von Visualisierungen der Besucherbewegungen. Hier eine Heatmap, also die kumulierte Anzahl von Klicks mit der linken Maustaste auf die Live-Page (unabhängig davon, ob dort ein Link sitzt oder nicht).
Professionelle Betreiber von Websites kommen heute nicht mehr ohne eine Messung des Nutzerzuspruchs aus. Zum einen dienen Daten wie Page Impressions (PI), also Seitenabrufe pro Monat oder Besucher pro Monat, zur Ausweisung der Popularität des Angebots, zum anderen liefern Kennzahlen wie Absprungraten, PI/Besuch und Abbruchraten in Bestellprozessen wertvolle Hinweise zu Optimierungsmöglichkeiten. Das richtige Tool erleichert diese Arbeit enorm, umgekehrt sorgt ein umständliches System für Frust, führt zu einer mangelnden Erfolgsmessung und letztlich zu einer suboptimalen Gestaltung der Website im Sinne der Besucher und des Website-Ziels. Und nicht zuletzt, weil ein Wechsel des Systems fast immer mit einem Verlust der bisherigen Daten einhergeht, sollte die Auswahl eines Web-Analytics-Systems sorgfältig bedacht und vorbereitet werden. Im Folgenden werden einige typische Merkmale vorgestellt, die die verschiedenen Aspekte der Systeme abdecken und die im Idealfall von einer Arbeitsgruppe im Unternehmen zusammen mit den zukünftigen Nutzern und Betreuern des Systems bearbeitet werden sollten.

Dashboards

Das Dashboard eines Web-Analytics-Systems ist im Idealfall das, was man als erstes sieht, wenn man sich im System anmeldet, sei es eine Online-Oberfläche oder eine Desktop-Applikation. Aus Erfahrung ist ein Dashboard umso nützlicher, je bedeutungsvoller die Informationen für den konkreten Benutzer sind. Im Unterschied zur meist großen Anzahl von Standard-Reports der Tools sollen Dashboards also auf einen Blick das Wesentliche zeigen: Wie gut läuft der Online-Shop heute? Lohnt sich die PPC-Kampagne?

Da sich die Inhalte der Standard-Oberflächen aber nur selten mit den individuellen Anforderungen der Nutzer decken, spielen Konfigurierbarkeit und Flexibilität der Dashboards eine entscheidende Rolle. Die verschiedenen Nutzer des Systems sollten sich am besten ohne große Umstände ihr eigenes Dashboard mit den für sie wichtigen Daten zusammenstellen können. Dazu gehört die Möglichkeit, eigene Kennzahlen zu definieren (z. B. bestimmte Konversionsraten, AdViews/Besuch oder Nutzer-Engagement), diese mit Zielen und Richtwerten auszustatten, die angeben, ob die aktuelle Performance den Erwartungen entspricht, und diese Kennzahlen anschaulich darzustellen.

Das Interface von Google Analytics glänzt durch eine aufgeräumte Optik und Interaktivität. Es hat viele weitere Systeme in der Gestaltung beeinflusst.
Das Interface von Google Analytics glänzt durch eine aufgeräumte Optik und Interaktivität. Es hat viele weitere Systeme in der Gestaltung beeinflusst.
Hilfreich und komfortabel ist es, wenn das Analytics-Tool seinen Nutzern solche Dashboards per E-Mail (z. B. als PDF) regelmäßig zustellt. Neben der Darstellung im Analytics-System selbst können auch Exportmöglichkeiten in übliche Office-Programme oder auch Office-Plugins mit direktem Zugriff auf die Datenbanken der Analytics-Anbieter hilfreich sein. Betreiber von Content-Portalen mit schnell wechselnden Inhalten nutzen zudem oft Desktop-Widgets oder spezielle Weboberflächen, die wie ein Live-Ticker die Verfolgung des aktuellen Traffic ermöglichen.

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8 Reaktionen
Frank Reese

vielen Dank für die Anmerkungen zum Text
Piwik: Ja, Piwik ist ein tolles Tool für alle, die ein System selbst auf ihren Servern einrichten können und ein Auge auf die Nutzung haben wollen. Aber leider ist es immer noch mau hinsichtlich Kampagnen, Segmentierung und Konversionen

@MS: Websuxess kenne ich auch noch aus früheren Zeiten - sehr schnelles, flexibles Tool. Aber ohne gute Besuchererkennung (keine Cookies) und vielem weiterem würde ich es heute niemandem mehr empfehlen.

@Kevin: Heatmaps sind sehr praktisch, gerade bei sich schnell verändernden Seiten. Die meisten deutschen Tools haben so etwas dabei (Webtrekk, Econda, Etracker...), die meisten amerikanischen dagegen nicht (SiteCatalyst, Webtrends, Cormetrics, Google Analytics) - warum auch immer

gedit

Bis gerade ist Yahoo! Web Analytics doch glatt an mir vorbeigegangen. Danke für diesen und die anderen Tipps.

PS: Piwik kann nun auch konfigurierbare Reporte einzelner Sites via E-Mail in vorgegebenen Zeitabständen zustellen. Der Chef wird sich also freuen.

Gerd

@asmir: ja, etracker fehlt, aber mein Gott, das ist doch sowieso nur ein Einsteigertool,oder ? - Da nehm ich für Kunden lieber gleich Google Analytics, datenschutzgeprüft ist etracker ja wohl auch nicht
@ms: vielleicht findest Du ja eine ältere Version von Webtrends? Aber eigentlich würde Logfiles für viel zu ungenau halten

MS

Mein Tophit zur Klärung sehr spezieller Zusammenhänge per Logfileauswertung ist immer noch Websuxess von Exody (http://www.exody.net). Insbesondere die Filtermöglichkeiten nach Zeiträumen, Seiten, Parameter, Referern usw. waren unübertroffen. Leider läuft die Software nicht mehr unter Win7 - obwohl das anscheinend nur am Installer liegt - und auch verschiedene Datenbankkomponenten im Hintergrund (Browser, Robots...) wurden schon seit Jahren nicht mehr gepflegt. Mittlerweile kann man auf exody.net nicht mal mehr die Sofware herunterladen.
Über Hinweise auf geeigneten Ersatz würde ich mich sehr freuen.

Kevin Lieser

Die Heatmap sieht echt gut aus.
Sicherlich sehr interessant.

@Jeffrey:
Ich glaube es gibt nicht über Google Analytics :)

Asmir

Es gibt noch andere Systeme im Einsatz.

warum wurden dien icht benutzt z.B. von der firma etracker

oder wurden hier nur alle freien systeme benutzt ?

Jeffrey

Ich persönlich setze in meinem Blog aktuell auf Piwik. Bietet zwar nicht ganz so viele Funktionen wie etwa Google Analytics, dafür bleiben die Daten aber bei mir. Ein Nachteil den man aber nicht vergessen darf: Die Datenbank wird schnell recht gross.

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