Software & Infrastruktur

Mit Flüssen gegen die Flut: Lifestreams

Für die einen das ultimative Stalking-Instrument, für die anderen ein wichtiges Werkzeug zur Bekämpfung der Informationsflut – Lifestreams bündeln die Online-Aktivitäten einer Person. Wir zeigen die Funktionsweise und stellen die besten Applikationen vor.

Man kennt sich schon ewig, liest seit langem das Blog des anderen, ist auf Facebook „befreundet“. Und plötzlich stößt man zufällig auf den flickr-Account des anderen, der randvoll mit tollen Fotos ist: Wie konnte man den so lange übersehen?

Lifestreams als Aggregatoren

Tim O’Reilly rückt in seiner Definition von Web 2.0 das „Web als Plattform“ in den Mittelpunkt seiner These. Tatsächlich besteht das Web inzwischen aus unendlich vielen Plattformen: Bookmarks werden bei del.icio.us oder diigo gesammelt, Bilder und Videos auf flickr oder YouTube zur Schau gestellt, gebloggt wird auf unzähligen Plattformen und selbstgehosteten Systemen. Öffentliche Kommunikation findet über die Statusänderung auf Facebook und Xing oder genauso über Twitter und Pownce statt.

Im Weballtag hinterlässt man überall Spuren, es entwickelt sich eine Art virtuelle, verteilte Persönlichkeit. Der eigene Output wird für Interessierte immer schwieriger nachzuvollziehen.

Genau hier setzt das Konzept von Lifestreams an. Lifestreams bündeln alle Online-Aktivitäten einer Person und ordnen sie chronologisch. Voraussetzung dafür ist, dass die Dienste eine Programmierschnittstelle (API) oder einen Feed anbieten.

DIY-Lifestreaming mit PHP oder Yahoo Pipes

Eine der ersten deutschen Lifestreamanbieter war Manuela Hoffmann. Auf ihrer Webseite [1] kann man verfolgen, an welcher Stelle sie im Web gerade aktiv ist. Sie benutzt dazu ein PHP-Skript, das die verschiedenen Feeds der von ihr benutzten Webdienste ausliest, die Inhalte zeitlich sortiert und dann wieder ausgibt. Wer sich mit PHP oder Programmierung allgemein eher schwer tut, kann auf verschiedene Webdienste oder Plugins für WordPress und Co. zurückgreifen.

Mit dem Dienst Yahoo Pipes [2] können in einer visuellen Umgebung verschiedene Elemente durch „Pipes“ miteinander verknüpft und bearbeitet werden. Das Feedfetcher-Element lädt dazu alle gewünschten Feeds in den Stream. Wenn man, wie beispielsweise bei manchen Blogs, nicht der alleinige Autor ist, filtert man den Feed noch nach den eigenen Artikeln. Die einzelnen Streams von den verschiedenen Feeds werden dann zusammengeführt und zeitlich sortiert. Fertig ist die Lifestream-Pipe, die als Ergebnis einfach wieder einen Feed ausgibt.

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