How-To

Augmented Reality: Diese großartigen Marketingstrategien gibt es heute schon

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Marken-App vs. AR-Plattformen

So vielversprechend die Entwicklung momentan anmutet, sie hat einen Nachteil: Applikationen müssen mühevoll und oft kostspielig entwickelt werden. Hinzu kommt die Distribution. Große Kampagnen-Reichweiten mit eigenen Apps wird es, so Stephan Enders von Plan.Net, auch künftig nicht geben. Auch wenn Aufwand einerseits und die Chance auf einen intensiven Kontakt andererseits in einem immer besseren Verhältnis stehen: Enders schätzt, dass auch in Zukunft nur wenige Marken tatsächlich eigene Apps auf den Markt bringen werden. „Vielmehr werden bestehende Apps um entsprechende Funktionalitäten erweitert werden“, so der Experte. Und ist überzeugt: „Wir werden mehr AR-Kampagnen sehen.“

Wer keine eigene Anwendung entwickeln will, kann sich wie Porsche an einen Partner wenden, um auf die Expertise und Reichweite von Apps wie Shazam zurückzugreifen. Bei der ­Media-Agentur Mediacom sieht man die Zukunft von AR-­Werbung sogar gänzlich jenseits der typischen Marken-Apps. „Dass Brands eigene Apps entwickeln lassen, wird die Ausnahme sein. Die Zukunft liegt in den sozialen Netzwerken“, ist ­Managing Director Norman Wagner überzeugt. Denn seit Kurzem haben sich die sozialen Medien für den kommerziellen Einsatz von AR-Technologien geöffnet.

Porsche und AR: Auf einer ausklappbaren Anzeige in der „Auto Motor Sport“konnten die Leser acht verschiedene Sportwagen mit dem Smartphone scannen und so digitale Audio-, Video-, Bild- und Textinhalte zum jeweiligen Fahrzeug aufrufen. (Abbildung: Auto Motor Sport)

So hat etwa Snapchat Ende September seine AR-Funktionalitäten für Marken freigegeben: Werbetreibende können jetzt ihre eigenen 3D-World-Lenses kreieren, also Filter für die Hauptkamera am Smartphone, mit denen die reale Welt virtuell mit dreidimensionalen Objekten überlagert wird. Das Medienunternehmen Warner Bros und die US-Brauerei Anheuser Busch waren die ersten, die eine solche AR-Kampagne launchten. Beispielsweise konnten sich Snapchat-Nutzer einen virtuellen Bud-Light-Bierverkäufer ins Kamerabild stellen.

Und auch auf Facebook kommt AR in Schwung. Im Sommer 2017 hat Facebook mit der „Camera Effects Platform“ eine AR-Plattform für 3D-Filter und -Effekte gestartet. Außerdem beinhaltet die Plattform mit „AR Studio“ und „Frame Studio“ zwei Entwickler-Tools. Gucci hat auf Facebook bereits eine Kampagne für seinen Duft „Bloom“ umgesetzt: Bunte Blüten, flatternde Schmetterlinge und Vogelgezwitscher werden bei diesem Filter in Anlehnung an die aktuelle Kampagne augmentiert. Der Eindruck lässt sich als Foto festhalten und kann mit Freunden geteilt werden.

„Für Marken ist es deutlich einfacher, bestehende Infrastrukturen zu nutzen“, erklärt Wagner die Vorteile der Zusammen­arbeit mit den großen Netzwerken. Zusätzlich attraktiv für Werbetreibende: Reichweite und Targeting-Möglichkeiten sind auf Plattformen wie Facebook oder Snapchat schon ausgebaut und erprobt.

In Zukunft werden wohl zahlreiche Marken und Unternehmen daher ihre AR-Strategie ins Social Web verlagern. Doch egal ob Stand­alone-App oder Community-Anwendung: Augmented Reality wird das Marketing der Zukunft spürbar mitgestalten. Das Nutzerverständnis ist vorhanden und die technische Basis ist besser denn je.

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Ein Kommentar
dadoc
dadoc

Dem wäre noch die App augmen.tv hinzuzufügen… die weltweit erste App, die TV Inhalte framegenau mit Interaktionen in der App verbindet und damit die sog. Second Screen nahtlos mit dem TV verbindet.

Galileo Zuschauern ist die App schon bekannt aus der AR Woche im November 2017.

Mehr dazu inkl. Demo unter http://www.eyecandylab.com

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