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Ein Marktüberblick über SaaS-Lösungen: Business-Applikationen in der Cloud

Software-as-a-Service, kurz SaaS, verfolgt als Software-Distributions-Modell die Philosophie, Software als Dienstleistung über das Internet bereitzustellen. Alle relevanten Prozesse werden dabei von einem Dienstleister übernommen. Dieser Marktüberblick beantwortet die Frage, was für und was gegen den Einsatz von SaaS-Lösungen im Unternehmensumfeld spricht. Darüber zeigt er auf, welche Business-Applikationen mittlerweile angeboten werden.

In den vergangenen Monaten und Jahren haben die Themen Software-as-a-Service und Cloud Computing verstärkt Einzug in das Geschäftsleben gehalten. Nur allzu gerne wird die Firma salesforce.com als Beispiel zitiert, wenn es darum geht, den Nachweis zu erbringen, dass auch Business-Anwendungen – in diesem Fall eine CRM-Lösung – in der Cloud betrieben werden können und sich dieses Geschäftsmodell durchaus auch finanziell für Unternehmen unterschiedlicher Größe lohnen kann. Fakt ist: Das Marktvolumen für Geschäftsanwendungen, die im Software-as-a-Service-Modell betrieben werden, ist derzeit noch gering, steigt aber rasant. Auch die Vielfalt an SaaS-Business-Applikationen ist in der jüngsten Vergangenheit deutlich gestiegen.

37signals bietet eine Reihe von SaaS-Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen an.
37signals bietet eine Reihe von SaaS-Anwendungen aus unterschiedlichen Bereichen an.
Doch gerade im Business-Umfeld spielen natürlich Fragen wie Sicherheit, Skalierbarkeit und Verfügbarkeit eine entscheidende Rolle, sodass vor einem Marktüberblick die Frage nach dem Pro und Kontra bei SaaS-Lösungen aus Anwendersicht steht. Welche Argumente sprechen also für, welche gegen einen Einsatz von Software-Lösungen, die im SaaS-Modell angeboten werden? Die nachfolgenden Ergebnisse stammen aus einer Anwenderbefragung aus dem Jahr 2006/2007, an der sich fast 200 Anwender beteiligten.

Vorteile von SaaS Nachteile von SaaS
Kostentransparenz und -flexibilität Abhängigkeit vom Anbieter
Keine zusätzlichen Investitionen Daten werden nach außen verlagert
Fokus auf das eigene Kerngeschäft Rechtliche Fragen
Zusätzliche Dienstleistungen Untransparenter Markt

Vorteile des SaaS-Modells aus Anwendersicht

Bei der Frage „Welche Gründe sprechen aus Ihrer Sicht für den Einsatz einer SaaS-Lösung?“ spielte es keine Rolle, ob das Unternehmen des Befragten bereits solche Lösungen im Einsatz hatte oder nicht. Im Rahmen der Umfrage kristallisierten sich vier Vorteile des SaaS-Modells heraus, die besonders häufig genannt wurden.

Im Gegensatz zum traditionellen Lizenzmodell, bei dem Softwareprogramme pro Arbeitsplatz gekauft werden müssen, ermöglicht das SaaS-Modell die flexible und transparente Abrechnung nach Gebrauch. Bezahlt wird nur, was auch genutzt wird. Werden Zugänge nicht mehr benötigt, können sie in der Regel innerhalb kürzester Zeit gekündigt werden. Gerade in diesem Punkt schlägt das SaaS-Modell das traditionelle Lizenzmodell um Längen.

Auch bei IT-Investitionen sprechen die Vorteile deutlich für Software-as-a-Service. Alles, was für das Arbeiten in der Regel benötigt wird, ist ein Internetanschluss. Die für den Einsatz der Anwendung notwendige Infrastruktur wird vom Anbieter betrieben. Und so gibt es nicht wenige Fachleute, die die Wirtschaftskrise als Treiber für den SaaS-Einsatz im Unternehmen sehen.

Das SaaS-Modell erlaubt es außerdem, den Fokus auf das eigene Kerngeschäft zu legen. Dieser Punkt spielt gerade in kleinen und mittleren Unternehmen ohne große eigene IT-Ressourcen eine zentrale Rolle. Die IT soll die Geschäftsprozesse unterstützen und nicht umgekehrt. Auf der anderen Seite sind Informations- und Kommunikationstechnologie mittlerweile so wichtig für die Mehrheit der Unternehmen geworden, dass nicht mehr darauf verzichtet werden kann. Der Bezug von Business-Applikationen als Service von einem externen Dienstleister wird da immer häufiger in Erwägung gezogen.

Darüber hinaus ist Software-as-a-Service mehr als nur Software auf Knopfdruck. Neben der reinen Software-Anwendung bietet der SaaS-Anbieter in der Regel eine Vielfalt zusätzlicher Dienstleistungen von der Schulung über das regelmäßige Aktualisieren der Software bis hin zum sicheren Backup der Daten und Informationen. Gerade der letzte Punkt erfolgt bei einem SaaS-Anbieter mit professionellem Rechenzentrum in einer Art und Weise, die für die meisten kleinen und mittleren Unternehmen selbst gar nicht realisierbar wäre.

Nachteile des SaaS-Modells aus Anwendersicht

Doch wo viel Licht ist, da gibt es bekanntlich auch Schatten und so wurde in der Anwenderbefragung natürlich auch nach den Nachteilen des SaaS-Modells aus Anwendersicht gefragt. Auch hier konnten die rund 200 Befragten wieder unabhängig davon antworten, ob sie selbst bereits Erfahrungen mit SaaS-Lösungen hatten oder nicht.

Die Zahl von SaaS-Business-Applikationen wächst stetig. Die force.com-Plattform ist bei der Entwicklung von Cloud Apps behilflich.
Die Zahl von SaaS-Business-Applikationen wächst stetig. Die force.com-Plattform ist bei der Entwicklung von Cloud Apps behilflich.
Viele Anwender fürchten die Abhängigkeit von einem SaaS-Anbieter und den Verlust der Kontrolle – sowohl über die eingesetzten Software-Anwendungen, als auch über die gesamte IT-Infrastruktur einschließlich Sicherungskopien. Die einzige „Lebensader“ ist ihre Internet-Verbindung in das Rechenzentrum des SaaS-Anbieters. Sperrt der sein Rechenzentrum und verschwindet auf „Nimmer-Wiedersehen“, können auch die betroffenen Anwender ihr Unternehmen zusperren.

Dieses „Worst-Case“-Szenario ist sicher übertrieben. Auch muss jeder Unternehmer einsehen, dass Unternehmen in einer vernetzten Geschäftswelt nicht überleben können, wenn sie sich nicht auch in Abhängigkeiten begeben. Die Frage ist: Wie kann diese Abhängigkeit vertraglich und vor allem organisatorisch so abgefedert werden, dass sie beim IT-GAU nicht zum Total-GAU wird? Darüber hinaus sollte sich jedes Unternehmen die Frage stellen, wie abhängig es schon jetzt von internen wie externen IT-Fachleuten ist und welche Gefahren diese Abhängigkeit birgt.

Die Angst vor der Abhängigkeit überschneidet sich mit der Scheu, Daten nach außen zu verlagern, denn natürlich möchte kein Unternehmen die Hoheit über seine unternehmenskritischen Daten verlieren. Aber auch hier genügt wieder ein Vergleich mit dem Ist-Zustand. Viele Unternehmen haben bereits heute ihre unternehmenskritischen Daten wie zum Beispiel die Buchhaltung an einen Steuerberater ausgelagert. Arbeitet dieser mit der DATEV zusammen, setzt er eines der ältesten, in Deutschland verfügbaren SaaS-Systeme ein, denn die DATEV verarbeitet bereits seit 1966 Buchhaltungsdaten im Auftrag der Steuerberater.

Ein seriöser SaaS-Partner wird die Unternehmensdaten wie seinen Augapfel hüten, denn davon hängt sein Geschäftserfolg ab. Die dafür notwendigen professionellen Möglichkeiten hat er in der Regel in seinem Rechenzentrum. Dennoch sollte jeder SaaS-Anwender im täglichen Zusammenarbeiten mit dem SaaS-Anbieter überprüfen, wie dieser mit seinen Daten umgeht und ob er selbst firmenkritische Daten seriös be- und verarbeiten kann. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

Auch rechtliche Fragen wurden in der Anwenderumfrage als Nachteil gewertet. Im Mittelpunkt stehen diesbezüglich in der Regel die so genannten Service Level Agreements (Dienstgütevereinbarungen, SLAs), die die Verfügbarkeit, Leistungsfähigkeit und Sicherheit der SaaS-Anwendung regeln. Diese spielten schon in der Vergangenheit bei komplexen Anwendungsumgebungen im Outsourcing-Bereich eine besondere Rolle, in der täglichen SaaS-Praxis haben sie jedoch an Bedeutung verloren. Die Verfügbarkeit der meisten heute am Markt verfügbaren SaaS-Lösungen wird in den AGBs des Service-Providers geregelt und erfordert in der Regel keinen gesonderten Abschluss eines SLAs.

Wie zu Beginn erwähnt, nennen die meisten Business-Anwender auf die Frage, wen sie denn als SaaS-Anbieter kennen, die Firma salesforce.com. Doch mittlerweile gibt es eine ganze Reihe weiterer Business-Applikationen, die im SaaS-Modell betrieben werden. Hier herrscht in jedem Fall Aufklärungsbedarf. Der nachfolgende Marktüberblick soll dies unterstreichen.

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9 Reaktionen
Vroni

Hallo,
in die Rubrik Fakturierung/Finanzbuchhaltung solltet ihr auch noch BuchhaltungsButler (https://www.buchhaltungsbutler.de) mit aufnehmen. Teste das jetzt gerade und bin bisher ganz zufrieden.

Florian.Kappert

Hallo Herr Grohmann, Liebes T3N-Team,

der Markt im Bereich Cloud Business Applikationen wächst weiter und weiter. Nicht nur die Kernanwendungsbereiche werden nachgefragt sondern auch Lösungen mit speziellerem Nutzen für die Anwender entwickelt. Dank moderner Partnerkonzepte (wie Salesforce und vergleichbare) verbinden sich immer mehr Business Applikationen zu einem übergreifenden Produktangebot für Nutzer.

Das hat für uns alle den Vorteil, dass auch Business-Anwendungen spezieller und anwenderfreundlicher werden können. Dabei müssen nicht alle Funktionen die sich jemals ein Kunde gewünscht hat umgesetzt werden sondern man schafft mit einem offenen Partnerkonzept die Möglichkeit, diesen Kunden trotzdem eine Lösung zu bieten. Ich persönlich bin der Meinung, dass dadurch die Kundenzufriedenheit ganz stark positiv beeinflusst werden kann. Man denke an ein mittelständisches Unternehmen mit einem ERP-System im Zentrum der eingesetzten Business Applikationen und drum herum eine Vielzahl an Systemen die jeweils einige der vorhandenen Herausforderungen perfekt lösen. Wird es nicht dadurch viel unwahrscheinlicher das der Kunde unzufrieden wird und wechselt? Meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Wir bei Bilendo (www.bilendo.de) profitieren jedenfalls ganz stark von diesem Trend zu offenen Partner-Modellen und finden ganz wunderbar neben den Anwendungen platz die unsere Kunden schon im Einsatz haben. Als Software-Anbieter im Bereich "Mahnwesen für Unternehmen" sind wir natürlich auch darauf angewiesen, dass wir in keine Konkurrenzsituation treten sondern den Gesamtnutzen und die übergreifende Kundenzufriedenheit stärken.

Sollten wir das Thema nicht also noch einmal aufgreifen und einen aktuellen Artikel unter diesem Topic planen?

emrahduman90

You should look GraphicMail for Mail Marketing

Laradi

Der Markt wächst stark im Bereich der Marketingtools, so wird nicht nur die Software in die Cloud ausgelagert, sondern auch die ganze Datenbank. Wie in diesem guten Artikel beschrieben, ist einer der großen Vorteile, die Tatsache, dass seitens des Unternehmens keine IT Administration mehr nötig ist. Gerade kleineren und mittelständischen Unternehmen spart dies viel Geld.

Gerade im Bereich Marketing gewinnen Software as a Service Tools an Bedeutung. Neben CRM, gibt es auch Anbieter, die komplette online Brand Portale stellen (wie Bynder, http://getbynder.com/de/). Unternehmen können Ihre gesamten Medien Assets online verwalten, und Informationen zentral allen Partnern und Agenturen bereitstellen. Ich denke, Marketingabteilung können besonders von Cloud Software profitieren, da es ein Mangel von Kommunikation und unnötige Arbeitsschritte (e.g. Versenden von großen Dateien) oftmals Effizienz-Blocker sind.

Jan

Am besten sollte man garnichts in der Cloud haben

Christian

auch wenn der Artikel schon was älter ist, lohnt sich doch der Hinweis auf unseren neuen SaaS Katalog http://www.appshaker.de . Dort sind ne Menge Apps aus vielen Anwendungsbereichen gelistet.

Heiko Webers

Aus dem deutschsprachigen Markt sei im Bereich Groupware/Online Projektmanagement auch noch Werkstatt42 erwähnt.

Michael Mühl

Wir haben einen Software Vergleich für Saas-Buchaltungs-Lösungen erstellt. Diesen findet man unter: http://www.steuerberaten.de/fibuonline/

Jule

Hallo,

eine weitere Alternative im Bereich der Webkonferenzen ist Mikogo. Ebenfalls aus dem Haus BeamYourscreen ist dieses einfach zu bedienende Tool für private wie auch kommerzielle Nutzung kostenlos. Weitere Informationen sind zu finden unter: http://www.mikogo.de/

Mit besten Grüßen
Jule Nowoitnick
The Mikogo Team

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