Software & Infrastruktur

Rootserver im Marktüberblick: Volle Leistung und maximale Kontrolle

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Rootserver im Griff: Die Verwaltung

Ein wichtiges Kriterium bei Rootservern ist die Verwaltung. Hier gibt es schon bei der Einrichtung des Betriebssystems deutliche Unterschiede. Manche Hoster stellen standardmäßig nur ein oder wenige Betriebssysteme bereit. Bei anderen gibt es eine ganze Liste – von CentOS über Debian bis Ubuntu. Manche Hoster ermöglichen die Wahl des vorinstallierten Betriebssystems bereits bei der Bestellung. Andere, wie Hetzner, bieten auch eine nachträgliche Installation des Betriebssystems über die Serververwaltung (hier Robot genannt).

1&1 bezeichnet seine Rootserver als „Dedicated Server“. Das Unternehmen hat in dem Rootserver-Bereich eine sehr breite Angebotspalette zu bieten. (Screenshot: 1und1.de)

1&1 bezeichnet seine Rootserver als „Dedicated Server“. Das Unternehmen hat in dem Rootserver-Bereich eine sehr breite Angebotspalette zu bieten. (Screenshot: 1und1.de)

Ein Windows Server wird mittlerweile von recht vielen Hostern angeboten und ist aufgrund der Lizenzgebühren immer aufpreispflichtig. Bei 1&1 kostet ein Windows-Server-2012-R2-Standard beispielsweise 19 Euro mehr im Monat, bei Host Europe schlägt ein Windows-Server-2008-R2-Datacenter mit 60 Euro zu Buche. Filoo bietet neben dem Windows Server zum Beispiel auch ein Red-Hat-Enterprise gegen Aufpreis an.

Für die eigentliche Verwaltung kommen ebenfalls verschiedene Systeme zum Einsatz. Der Ausgangspunkt für die Verwaltung des Betriebssystems sowie für mögliche Notfalleingriffe ist oft ein so genanntes Rescue-System. Dabei handelt es sich um ein abgespecktes Mini-Betriebssystem, das im Arbeitsspeicher läuft und die Rechnersteuerung ermöglicht.

Remote Reset und Plesk

Wie der Name schon verrät, kommt das Rescue-System im Problemfall zum Einsatz, um das System aus der Ferne zu retten. Das wird oft kombiniert mit einer Remote-Reset-Möglichkeit über einen entsprechenden Hardware-Controller, sodass niemand in das Rechenzentrum zum Rechner muss, um ihn neu zu starten. Ein Standard vieler Hardware-Hersteller – wie Intel, HP und Dell – ist beispielsweise IPMI, was für Intelligent Platform Management Interface steht.

Die nächste Verwaltungsebene betrifft die Server-Dienste, die komfortable Verwaltung der Domains und ähnliches. Hier bieten einige Hoster individuelle Plattformen. Bei den meisten ist für die Server-Verwaltung außerdem „Plesk“ im Einsatz. Vorsicht ist dabei bei den Varianten angebracht, die die Hoster zur Verfügung stellen. Zum einen sind aktuell unterschiedliche Plesk-Versionen im Einsatz (die neueste ist Version 12). Zum anderen funktioniert das Lizenzmodell von Plesk über Domains. Viele Hoster haben eine Standardinstallation für zehn Domains integriert, manche bieten Plesk nur optional und wieder andere besitzen eine Plesk-Version mit unbegrenzter Domain-Anzahl. Dazu kommt, dass nicht alle Kombinationen aus Betriebssystem und Plesk erhältlich sind.

Unsere Auswahlkriterien für die Anbieterliste
Für die folgende Tabelle galt unser Augenmerk den eher großzügig ausgestatteten Paketen: Soweit verfügbar beurteilten wir Pakete ab 32 GB RAM, im Idealfall 64 GB RAM. Der Arbeitsspeicher ist ein wichtiges Kriterium. Relevant sind auch die Prozessorkerne.

Ansonsten ist klar zu erkennen, dass die Hoster teilweise recht unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Greatnet bietet etwa recht wenig RAM, aber durchaus ordentliche Prozessorleistungen. Bei 1&1 und Strato gibt es sehr viele verschiedene Pakete. Die Pakete, die in Sachen RAM größeren Ansprüchen genügen, kommen bei 1&1 mit sehr großer Prozessorpower daher. Bei Hostnet ist das Testsystem in der Konfiguration auf 32 GB RAM aufgerüstet.

Bei einigen Hostern wie Hetzner und Host Europe lässt sich die Festplattenart konfigurieren. Hier verzichtet die Marktübersicht allerdings auf die Berücksichtigung von SSD-Angeboten. Die berücksichtigte Laufzeit beträgt zur besseren Vergleichbarkeit zwölf Monate oder weniger, wenn es unterschiedliche Optionen gibt.

Die Leistungskriterien

Die Leistungskriterien für einen Rootserver lassen sich direkt mit denen eines dedizierten Managed Servers vergleichen (siehe t3n Nr. 36). Allerdings fällt auf, dass sich die Leistungsausprägungen der Anbieter deutlich unterscheiden. Wie im Kasten „Unsere Kriterien“ erläutert, gibt es Anbieter, die Rootserver mit maximal 8 GB RAM ausstatten.

Andere bieten 64 GB, eine Aufrüstung ist direkt auf der Website möglich. In jedem Fall lohnt es sich beim bevorzugten Hoster nachzufragen, ob eine Wunschkonfiguration machbar ist. Oft wird Hardware nämlich erst angeschafft, wenn ein Kunde bucht.

Vor der Hoster- und Paketwahl sollte man sich daher auf jeden Fall Gedanken über die Leistungsschwerpunkte machen: Soll der Server für viele verschiedene Dienste oder virtuelle Maschinen zum Einsatz kommen, so sind RAM und Prozessorkerne oft besonders wertvoll. In Sachen Festplatte ist SSD der ultimative Performanceboost, der sich jedoch kostentechnisch nicht für alle Daten lohnt.

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Dein t3n-Team

7 Kommentare
Leser
Leser

Ihr erstellt eine Marktübersicht ohne HostEurope?! *kopfschüttel*

Wieso fehlen die denn?

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max.vogl
max.vogl

Steht doch im Dokument…

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Patrick

Die totale Verwirrung bezüglich Root Servern und Dedicated Root Servern kann ich gut verstehen. Man muss teilweise schon sehr genau lesen, damit man wirklich auf der sicheren Seite ist. Hosteurope hat ja auch teils virtuelle Rootserver im Angebot. ;)

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Leser2
Leser2

Gibt’s einen Grund, warum Domainfactory fehlt?

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Mondoshiva
Mondoshiva

Wieso fehlt da webtropia.com? Die haben eigentlich immer ein gutes Angebot in der Oberklasse?!

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RRL
RRL

Meiner Meinung nach gibt es hier ein Missverständnis zu den Begrifflichkeiten:

root = voller Zugriff (Adminstration ohne Einschränkungen; oft per Konsole oder RemoteDesktop)
managed = vom Betreiber gewartet (regelmäßige Updates, Backup)
virtual = virtualisiert
dedicated = garantierte Leistungen (z.Bsp. 2 CPU-Kerne, 4 GB RAM, …)
physical = richtige Hardware

Oft wird mit „dedicated“ die reale Hardware gemeint.

Der Begriff „Root-Server“ bedeutet noch lange nicht das es sich tatsächlich um einen wie von Ihnen so schön genannten „Boliden“ handelt.

Ich habe selbst mehrere kleine „virtual root“ Server – also kleine virtualisierte Systeme mit teilweise nur 64 oder 128 MB RAM, einer „halben“ CPU (also 50% Rechenleistung eines Prozessorkerns) ;)

Ich habe im Zusammenhang mit „Rootserver“ auch noch nie direkt eine physikalische Maschine gesehen – gibt es für diese Begriffsdefinition eine Quelle?

„Dedicated Managed Root Server“ heisst also nichts anderes als reale Hardware mit garantierter Leistung (da man den Server allein nutzt); vom Anbieter gewartete Software; mit vollem Zugriff auf das Betriebssystem. Tatsächlich eine eher gegenläufige aber nicht unmögliche Kombination. Sobald man selbst Veränderungen am System vornimmt ist das kein richtiger „managed“ Server mehr.

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