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Software & Entwicklung

All inclusive, Fast Food oder à la carte?: Mehr als nur Bloggen mit Textpattern

Es ist keine leichte Aufgabe, aus der unüberschaubaren Fülle von Content Management Systemen das zu wählen, das zum Zweck passt, mit überschaubarem Lernaufwand beherrschbar ist und auch in Zukunft nicht zu eng wird. Die Entscheidung orientiert sich oft an bekannten Namen oder an der Frequenz von Fachbuchveröffentlichungen zu einem CMS. So fällt die Wahl im Open-Source-Bereich schließlich entweder auf Joomla! oder TYPO3 für die große Unternehmenssite oder auf WordPress für den kleinen persönlichen Blog. Für die Website dazwischen ist Textpattern eine echte Alternative.

5 Min.
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Textpattern ist ein leichtgewichtiges CMS, das innerhalb von zehn Minuten auf dem üblichen Mietwebspace mit Apache, PHP und MySQL installiert werden kann. Sein optimales Einsatzfeld sind Blogs und Websites für kleine und mittlere Unternehmen oder Freiberufler. Als Open-Source-Software unterliegt Textpattern der GPL, ist daher frei verfügbar und kostenlos einzusetzen.

Werkzeug für Autoren

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Der Name ist Programm: Textpattern ist ein Werkzeug für Autoren, deren Fokus auf Text liegt. Die Indizien dafür sind eindeutig: Das zentrale Element sind „Artikel“, die im Wesentlichen aus einem Exzerpt, dem eigentlichen Artikeltext und einigen Verwaltungseigenschaften zur Kategorisierung und Datierung bestehen. Nach dem erfolgreichen Login an der Administrationsoberfläche von Textpattern erscheint unmittelbar das Formular für die Eingabe eines neuen Artikels. Es kann direkt losgeschrieben werden.

Inhalte werden entweder in gewöhnlichem X/HTML oder einfacher in der Markup-Sprache „Textile“ [1] eingegeben. Textile hat eine leicht erlernbare Syntax für die Auszeichnung von Überschriften, Listen oder Zitaten und automatisiert die technischen Feinheiten wie das korrekte Schließen von Tags. Der bekannte WYSIWYG-Editor TinyMCE kann, wenn es nötig ist, über eine Erweiterung nachgerüstet werden.

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Der weite Weg zu Textpattern 4

Im Jahr 2001 entwarf Dean Allen, der heutige Präsident des Application Service Providers Joyent, Buchcover und verfasste Texte für seine Website „textism.com“. Um sich sein Leben als Autor zu erleichtern, begann er mit der Entwicklung von Textpattern. Nach einer 3-jährigen Betaphase wurde TXP im Jahr 2005 mit der Versionsnummer 4.0 offiziell veröffentlicht. Seither hat sich Dean Allen anderen Aufgaben zugewandt, während Textpattern von einem internationalen Team weiterentwickelt wird. Um das Kernteam herum besteht eine Gruppe aus Übersetzern, Dokumentationserstellern und Programmierern von Plugins und Patches. Das Versammlungszentrum für alle ist das Textpattern-Forum [2].

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Planen und bauen

Um zu einer darstellbaren X/HTML-Seite zu gelangen, verwendet Textpattern verschiedene, in seiner Datenbank liegende Inhaltsbausteine:

  • Artikel mit ihren verbundenen Kommentaren
  • Bilder mit den dazugehörigen Vorschaubildern (Thumbnails)
  • Links
  • Downloadbare Dateien

Jedem dieser Elemente können bis zu zwei frei definierte Kategorien zugeordnet werden. Tagging ist nur über ein Plugin möglich.

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Die Datenbank enthält die weiteren, eher „bürokratische“ Komponenten:

  • Seitenvorlagen
  • Style Sheets (CSS)
  • Code für Erweiterungen und Plugins
  • Benutzerverwaltung mit Rechtezuordnung
  • Wiederverwendbare Code- oder Layoutbausteine
  • Zugriffsprotokoll

Mit TXP lassen sich sehr flexibel unterschiedliche Seitenbereiche erstellen. Dazu nutzt man die so genannten Sektionen (sections), die in beliebiger Anzahl erstellt werden können. Jeder Sektion wird eine Seitenvorlage (page) zugeordnet. Jeder Seitenvorlage kann wiederum ein eigenes Stylesheet zugewiesen werden. Dadurch lassen sich zum Beispiel Haupt- und Unterseiten grafisch unterschiedlich gestalten.

Die oben genannten Inhaltsbausteine werden über so genannte Textpattern-Tags aus der Datenbank gefiltert. Das Tag <txp:article /> filtert zum Beispiel alle Artikel, die einer bestimmten Sektion zugewiesen wurden. Tags können in Bausteinen (forms) kombiniert und mit CSS gemischt werden. Manche werden direkt in der Seitenvorlage platziert. In dem dieser T3N-Ausgabe beiliegenden HOWTO ist ein Tutorial dazu enthalten.

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Ein interaktiver Tagbuilder unterstützt den Neuling beim Erkunden der Möglichkeiten. Im „Textbook“–Wiki [3] findet sich eine Auflistung aller Tags sowie deren Attribute. Darüber hinaus bietet das Textbook eine für Open-Source-Verhältnisse recht zufriedenstellende Sammlung von Anleitungen für die Installation und die Administration einer Textpattern-basierten Website.

Standardista!

Selbstverständlich unterstützt Textpattern Webdesign nach akzeptierten Standards, erlaubt Layouts ohne HTML-Tabellen und vom Styling getrennten Inhalt. Ebenso ist die Nutzung akzeptierter Technologien wie RSS und Lauffähigkeit des Backends auf allen verbreiteten Browsern keine Frage.

In Sachen Sitestruktur und URL-Design kennt Textpattern den dynamischen Wechsel zwischen mehreren Verfahren, darunter auch die bei Benutzern und Suchmaschinen beliebten „sprechenden“ Varianten (z. B. http://example.com/jahr/monat/tag/artikel-titel oder http://example.com/sektion/artikel-titel).

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Falls die Technologie des Webservers keine URL-Rewrites unterstützt, werden „unordentliche“ URLs verwendet (z. B. http://example.com/index.php?id=42)

Gemäß dem Prinzip „Wenig Arbeit für den Autor“ werden die URLs automatisch aus den Titeln der Artikel abgeleitet. Umlaute oder andere ungültige Zeichen werden glattgebügelt. Wenn Besucher trotz dieser eingängigen Struktur und der guten Zugänglichkeit für Suchmaschinen orientierungslos bleiben, hilft die integrierte Volltextsuche.

Für Individualisten

Textpattern verfügt über eine sehr strukturierte Admin-Oberfläche. Plugins können leicht installiert und selbst das Backend kann erweitert werden. Neben der schon erwähnten Möglichkeit, einen WYSIWYG-Editor anstelle des Standardtextfilters einzusetzen, glänzen Plugins zum Caching für hochfrequentierte Sites, zur Integration der beliebten „Web 2.0-Ikonen“ wie YouTube, digg.com oder del.icio.us oder zur Verwaltung von Mailinglisten. Das Plugin–Spektrum ist ausgesprochen weit. Eine umfassendes Verzeichnis mit Detailinformationen und Downloadadressen findet sich auf der Site „Textpattern Ressources“ [4].

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Eine Wollmilchsau legt keine Eier

Obwohl Textpattern im Prinzip fast beliebig durch Plugins erweiterbar ist, kann es Anforderungen geben, die das System eher gegen den Strich bürsten. So fehlen Textpattern tragfähige Konzepte für mehrsprachige Websites oder ausgefeilte Workflowfeatures für größere Systeme wie Versionsverwaltung oder interne To-Do-Listen für Autoren. Ein fein granuliertes Permission Rights System ist nicht vorhanden und kann auch nicht nachgerüstet werden. Auf die einfache Anbindung von Shoplösungen, die über einen simplen Warenkorb hinausgehen, wartet die Textpattern-Community noch.

Dress for the moment – das spontane, endanwendertaugliche Wechseln des Site-Stylings, die WordPress über Themes so attraktiv machen – befindet sich für Textpattern in der vagen Planungsphase. Die auf Textgarden.com [5] downloadbaren Fertigtemplates müssen daher vom Sitedesigner mit einigen manuellen Handgriffen installiert werden.

Nativ beherrscht TXP kein Trackback. Wer dieses Blog-Feature unbedingt benötigt, muss es per Hand nachinstallieren.

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Fazit

TXP ist ein schlankes, flexibles blogCMS mit dem sich sehr individuelle Websites realisieren lassen. Die Lernkurve ist gemessen an etlichen großen CMS nicht steil. Wer sich von den Möglichkeiten dieser Software überzeugen möchte, werfe einen Blick in die beiden TXP Sites Collections des TXP Mag [6]. Auch eine deutchsprachige Seite bietet Informationen zum Thema [7].

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