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Moderne Mitarbeiterführung: Von oben herab geht gar nicht mehr [Interview]

Führungsstrategien (Foto: so&amp:#776:r alex / Photocase)

Mitarbeiterführung in der digitalen Wirtschaft bricht mit althergebrachten Führungsstilen und muss daher neu gedacht werden. Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter fördern und fordern? Welche Softskills brauchen Führungskräfte heute? Wir haben bei fünf Unternehmen der Digitalbranche nachgefragt.

Im t3n-Interview:

  • René Maudrich, Geschäftsführer von Fastbill
  • Constanze Buchheim, Geschäftsführerin von i-potentials (Seite 2)
  • Jeff Diana, Personalchef bei Atlassian (Seite 3)
  • Julia Hartz, Mitgründerin von Eventbrite (Seite 4)
  • Sirka Laudon, Leiterin Personalentwicklung bei Axel Springer SE (Seite 5)

René Maudrich im t3n-Interview

Mitarbeiterfuehrung-Maudrich

t3n Magazin: Wie stellt ihr sicher, dass ihr eure Mitarbeiter entsprechend ihrer Fähigkeiten fördert und fordert?

René Maudrich: Die meisten unserer Mitarbeiter starten bei uns im Kunden-Support und haben so die Möglichkeit, sich intensiv mit unserem Produkt und den Wünschen oder Problemen unserer Kunden zu beschäftigen. Das bietet ihnen die Chance, herauszufinden, welche Aufgaben und Themen ihnen besonders liegen, in welche Arbeitsbereiche sie sich vertiefen und wofür sie Verantwortung übernehmen möchten. Das fördern wir und bieten entsprechende Freiheiten, sodass jeder das macht, was er am besten kann. Damit gehen dann natürlich auch Ziele einher, die jeder Mitarbeiter erreichen soll.

t3n Magazin: Wie motiviert ihr eure Mitarbeiter?

Maudrich: Jeder hat die Möglichkeit, sich in seinem Arbeitsbereich zu entfalten und zu bestimmen, wo es langgehen soll. Wir geben dabei wenig Regeln vor, solange die Ergebnisse stimmen. Das führt dazu, dass alle Mitarbeiter ihre Arbeit räumlich und zeitlich sehr flexibel gestalten und fast alle Ideen probieren können.

Es gibt wenige Vorteile, die nur den Chefs vorbehalten sind: Unsere Mitarbeiter sind genauso auf Netzwerk-Events unterwegs oder arbeiten auch gerne mal aus Bolivien oder Irland. Das Team-Klima ist uns sehr wichtig und wir versuchen, unseren Kollegen so wenig Wünsche wie möglich abzuschlagen. Dazu kommt, dass alle Teil der „FastBill-Vision“ sein und an der Gestaltung der eigenen Zukunft und der des Unternehmens teilhaben können. Das motiviert natürlich besonders.

t3n Magazin: Was tut ihr, um eure Mitarbeiter im transparenter werdenden Arbeitsmarkt zu halten?

Maudrich: Wir lassen jeden Mitarbeiter entscheiden, welches Arbeitsfeld sie oder er bearbeitet, sodass jeder auch Neues ausprobieren kann. Darüber hinaus achten wir darauf, dass das Privatleben nicht zu kurz kommt – ja, sich sogar ins Arbeitsleben integrieren lässt. Wir unternehmen viele Dinge zusammen und treffen uns auch nach der Arbeitszeit. So entstehen enge Bindungen zum Team und der Job ist mehr als die Zeit, in der man acht Stunden arbeitet, um Geld für das Wochenende zu verdienen. Wir glauben, wenn man viel Zeit seines Lebens in einem Unternehmen verbringt, muss es dort auch ein besonders gutes soziales Umfeld geben.

t3n Magazin: Welche Softskills muss jede Führungskraft heute mitbringen?

Maudrich: Führungskräfte müssen sich mit der Materie in ihrem Arbeitsbereich sehr gut auskennen und nicht nur als Manager auf dem Top Level agieren. Daneben müssen sie die Arbeit der Kollegen wertschätzen und sich auch deren Stil unterordnen können. Um die gewünschten Ziele zu erreichen, müssen sie Impulse setzten statt den Kollegen jede Denkarbeit abzunehmen. Die Steuerung der Mitarbeiter sollte idealerweise auf Basis fachlicher Kompetenz erfolgen, nicht auf Basis von Hierarchien und der Frage: Wer hat das Sagen?

t3n Magazin: Wie wichtig ist es euch, eure Mitarbeiter bei wichtigen Entscheidungsfindungsprozessen zu involvieren?

Maudrich: Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Management das Fernziel kennen und wichtige Entscheidungen darum grundsätzlich selbst treffen muss. Allerdings benötigt man dafür immer so viele Daten und Inspirationsquellen wie möglich. Deshalb müssen Mitarbeiter ihre Meinungen, Erfahrungen und vor allem kreative Ideen einbringen. Es ist dabei oft schwierig, allen das Gesamtbild zu vermitteln. Daher sollte jeder vor allem in seinem Arbeitsbereich beurteilen, was die möglichen Optionen bieten können. Aber genau diese Einbeziehung in Kombination mit dem Mut, auch verrückte Ideen einfach mal auszuprobieren, bringen mehr Motivation und Engagement. Nicht zuletzt sind die Mitarbeiter die Experten in den verschiedenen Bereichen des Unternehmens und können diese häufig am besten einschätzen.

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