Entwicklung & Design

Ajax-Entwicklung mit dem modular aufgebauten Framework: Mootools

Mootools ist ein schlankes Open-Source-Framework für JavaScript, das die Skriptsprache um ein vollwertiges Klassensystem erweitert. Darüber hinaus bietet es eine große Anzahl von nützlichen Klassen und Funktionen, die den Anwender bei der Entwicklung von JavaScript-Anwendungen unterstützen. Von Animation über Eventhandling bis zum XMLHttpRequest deckt Mootools alle Bereiche der clientseitigen Programmierung ab.

Frei verfügbare JavaScript-Bibliotheken gibt es inzwischen zuhauf. Im weitesten Sinn erfüllen sie alle den gleichen Zweck: Sie machen dem Entwickler das Leben leichter, indem sie eine Reihe hilfreicher Funktionen zur Verfügung stellen. Dabei geht es in der Regel um die Kapselung komplexer oder oft benötigter Funktionalitäten. Ein oft strapaziertes Beispiel ist die Funktion „$( )“, die in vielen Bibliotheken zur Verfügung steht. Mit dieser Funktion können Elemente eines HTML-Dokuments anhand von CSS-Selektoren ausgewählt werden. Eine Bibliothek besteht dabei aus einer oder mehreren JavaScript-Dateien, die im Head-Bereich eigener HTML-Dokumente eingebunden werden. In diesen Dokumenten können dann die Funktionen der Bibliothek genutzt werden.

Der Status quo

Je nach Umfang bezeichnet man JS-Bibliotheken auch als Toolkits oder Frameworks. Toolkits bieten normalerweise einfach einsetzbare Funktionen für spezielle Einsatzbereiche, wie Animation oder UI-Komponenten. Gerade wenn der Umfang der Bibliothek darüber hinausgeht und eine grundlegend andere Art der Programmierung ermöglicht, spricht man auch von Framework. Bekannte Bibliotheken sind die Yahoo! UI Library, Jquerry oder das Dojo Toolkit. Der momentan wichtigste Vertreter ist vermutlich Prototype, das aus dem Umfeld von Ruby on Rails stammt. Prototype enthält unter anderem ein eigenes Klassen- und Vererbungskonzept und ermöglicht so das volle Spektrum objektorientierter Programmierung in JavaScript.

Den gleichen Ansatz hat auch Mootools. Die verwendete Implementierung des Klassenkonzepts ist von Dean Edwards‘ base.js [1] übernommen, auf dem gleichen Prinzip basiert inzwischen auch Prototype. Im direkten Vergleich fällt auf, dass Mootools neben allgemeinen Hilfen und Erweiterungen für DOM, Events etc. auch vorgefertigte Lösungen für komplexe Anwendungsbereiche wie Drag & Drop und Animationen mitbringt. Außerdem enthält es einige vorgefertigte UI-Elemente („Widgets“), die sich auf einfachste Weise einbinden lassen. Bei Prototype wird diese Lücke durch zusätzliche Effekt- und UI-Bibliotheken geschlossen, beispielsweise Scriptaculous oder Rico.

Auch Mootools stammt aus dem Dunstkreis des Prototype-Projekts. Bereits im Oktober 2005 veröffentlichte Valerio Proietti mit Moo.fx eine Effektbibliothek auf Basis von Prototype, die durch einfache Handhabung und Kompaktheit besticht – das Skript ist nur 3 kB groß. Nachdem im Lauf der Zeit weitere Komponenten zur Effektbibliothek hinzukamen, wurde im September 2006 ein eigenes, von Prototype unabhängiges Framework veröffentlicht.

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