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Die KBSt als Wegbereiter für offene Standards und Open Source in der Verwaltung: Offene Standards – ein Widerspruch in sich?

    Die KBSt als Wegbereiter für offene Standards und Open Source in der Verwaltung: Offene Standards – ein Widerspruch in sich?

Die Koordinierungs- und Beratungsstelle der Bundesregierung für Informationstechnik in der Bundesverwaltung (KBSt) gibt die Verwendung von offenen Standards und Open Source in deutschen Verwaltungsapparaten vor. Damit weist sie den Weg, wie öffentliche Einrichtungen von den Vorteilen freier und unabhängiger Lösungen profitieren können.

Es gibt kaum einen Lebensbereich, der keine Standards kennt, besonders in der Welt der Technik und Methodik. Standards dienen als Richtschnur und geben konkrete Maße, Normen und Regeln vor. Auch die Öffentliche Verwaltung leistet mit ihren Vorgaben und Regeln – häufig in der Form von Gesetzen – ihren Teil für ein reibungsfreies Zusammenspiel im Alltag. Doch kann ein Standard gleichzeitig normierend und offen sein, wie es der Begriff „offene Standards“ nahe legt? Sollte es sich dabei um einen sprachlichen Irrtum handeln oder hat der Begriff Standard mehrere Bedeutungen? Und warum setzt auch die deutsche Bundesverwaltung auf offene Standards und ist längst in der internationalen Open-Source-Community zu Hause?

Beweggründe – Ziele – Erfahrungen – Erfolge

Der Begriff „offene Standards“ gehört in den Bereich der modernen Informationstechnologie. Im Unterschied zu urheberrechtlich geschützten IT-Standards, die spezifische Merkmale beziehungsweise Anforderungen an ein Produkt oder eine Software beschreiben und das Zusammenspiel verschiedener Einzelkomponenten ermöglichen, sind offene Standards mehr als eine bloße Spezifikation. Sie zeichnen sich unter anderem durch die freie Verfügbarkeit und die breite Nutzbarkeit für Anwender aus. Die Prinzipien, denen die Standards unterliegen, machen offene Standards zu dem, was sie sind: offen.

Ähnlich wie Open-Source-Produkte gelten offene Standards nicht als geistiges und geldwertes Eigentum eines einzelnen Unternehmens. Sie werden von verschiedenen Akteuren aus dem IT-Bereich entwickelt und öffentlich zur Verfügung gestellt. Lösungen beziehungsweise Produkte, die auf offenen Standards basieren, weisen eine höhere Kompatibilität untereinander auf. Die Abhängigkeit vom wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg eines einzelnen Herstellers oder einer proprietären Technologie kann dadurch reduziert oder gar vermieden werden. Das bedeutet, dass die auf offenen Standards basierten Produkte investitionssicher sind. Gleichzeitig können die Lösungen kostengünstig in vorhandene Systeme oder Prozesse implementiert beziehungsweise mittels geeigneter Werkzeuge je nach Bedarf weiterentwickelt werden. Für die Bundesverwaltung sind das gewichtige Gründe für den Einsatz offener Standards neben proprietären Technologien und für die Weiterentwicklung und Realisierung von Pilotprojekten auf dem Gebiet.

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