E-Commerce

Newcomer sorgt für Wirbel im Open-Source-Shop-Markt: Oxid eShop

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Das vom Hersteller als „integriertes CMS“ angepriesene „CMS-Seiten-Modul“ fällt jedoch spärlicher aus als erwartet. Auf einen Rich-Text-Editor, der die Verwaltung der Inhaltsseiten von weniger versierten Mitarbeitern ohne HTML-Kenntnisse ermöglichen würde, wurde ebenso verzichtet wie auf eine übersichtliche Darstellung und Ordnungsmöglichkeit der Seitenstruktur – hier stößt die strikte Listen-Darstellung dann doch an ihre Grenzen.

In Bezug auf die bei Online-Shops mit erfolgsentscheidende Suchmaschinen-Optimierung muss man klar festhalten: Der Hersteller Oxid hat an allen kritischen Stellen darauf geachtet, die Möglichkeiten der Onsite-Optimierung auszuschöpfen und diese in die Verwaltungsoberfläche einzubauen. So ist es beispielsweise möglich, Artikel mit korrekter Meta-Description zu versehen oder die sprechende URL direkt in der Artikelverwaltung zu pflegen – Dinge, die bei Shop-Systemen durch eine bessere Suchmaschinen-Präsenz zu unmittelbaren Mehreinnahmen führen können.

Ralf Trapp, Technischer Produktmanager eShop
„Durch den konsequent objektorientierten, modularen und sauberen
Aufbau des eShops ist es jedem PHP-Entwickler möglich das Grundsystem
durch eigene Module zu erweitern, ohne dabei die Upgrade-Fähigkeit zu
verlieren.“

Schaut man dem eShop einmal unter die Haube, treten neben dem soliden Aufbau in objektorientiertem PHP5 weitere spannende Details zu Tage: Neben dem Templating-System Smarty [3] kommen beim eShop einige bekannte Open-Source-Projekte zum Einsatz. So basiert die Datenbank-Abstraktionsschicht zum Beispiel auf ADOdb Lite [4], das PDF-Rendering übernimmt fpdf [5] und die bekannte Mailklasse PHP Mailer [6] sorgt für das ordnungsgemäße Versenden der Newsletter. Wer mit diesen Grundbausteinen bereits vertraut ist, wird es nicht schwer haben, den Shop an seine Bedürfnisse anzupassen und vielleicht sogar Teil der eShop-Open-Source-Community zu werden. Leider lassen detaillierte Coding-Guidelines für die Erweiterung des eShops auf sich warten.

Das einfache Aufsetzen eines Dummy-Shops mit wenigen Klicks macht die Funktionen des eShops für Neueinsteiger greifbar.

Das einfache Aufsetzen eines Dummy-Shops mit wenigen Klicks macht die Funktionen des eShops für Neueinsteiger greifbar.

Fazit

Mit dem eShop steht die erste Open-Source-Shop-Lösung zur Verfügung, die den Spagat zwischen "solider Technologie" und „überschaubarer Komplexität“ mit bisher ungekannter Praxisnähe meistert. Der eShop überzeugt durch seinen schlanken Aufbau mit sehr guter Performance, ohne diese mit zu wenig Out-Of-The-Box-Funktionen oder mangelnder Erweiterbarkeit kompensieren zu müssen. Lediglich die fehlende SOAP- und CSV-Schnittstelle, die ab der 1.990 Euro teuren Professional-Edition im Paket enthalten ist, hinterlässt einen leichten Beigeschmack. Im Gesamteindruck merkt man aber in vielen kleinen Details, dass diese Shop-Lösung von Grund auf für den deutschen Markt entwickelt wurde: keine unnötigen Funktionen und eine aufgeräumte Benutzeroberfläche, der man die vielen Jahre Praxiseinsatz bei jedem Klick positiv anmerkt. Auf der Soll-Seite muss man allerdings klar anführen, dass man sich im Vergleich zu anderen Lösungen, wie einem 44.000 Mitglieder starken Magento-Projekt (Stand 11/2008), in Sachen „Open Source“ und „Entwickler-Freundlichkeit“ am Anfang eines langen und anstrengenden Wegs befindet. Hier ist der Hersteller gefordert, seine hochgesteckten Ziele in Form umfangreicher Dokumentationen, einem guten Support-Forum [7] und gezielter Community-Arbeit in die Tat umzusetzen. Das Potenzial des eShops als praxisnahen „Open-Source-Überflieger“ im heiß umkämpften eCommerce-Markt ist in jedem Fall unverkennbar.

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