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Software & Entwicklung

TYPO3 5.0 – Phoenix lernt fliegen

Die Entwicklung an TYPO3 5.0 – Codename Phoenix – nimmt immer konkretere Formen an. Wir zeigen, was Phoenix kann und wie weit die Entwickler mit ihrer Arbeit schon sind.

6 Min.
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Wenige Tage vor Weihnachten 2010 erschien der TYPO3 Phoenix Christmas-Release [1]. Neben Features wie einer Dashboard-Ansicht implementierten die Entwickler im Rahmen des Sprints auch das Interface-Design.

Flexibles User Interface

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Das User Interface von TYPO3 Phoenix kann man flexibel kundenspezifisch anpassen. Außerdem ermöglicht eine Wallpaper-Funktionalität das Individualisieren der Benutzeroberfläche des Systems. Hierbei kann man für den Login-Screen und das Backend jeweils passende Wallpaper und zugehörige Repeater-Grafiken hinterlegen sowie die gewünschte Darstellung konfigurieren. Per Klick-Interface soll diese Einstellung später auch aus Redakteurssicht möglich sein und erfordert dann keine Integratoren- oder Administratorenkenntnisse. Alle in TYPO3 Phoenix verwendeten Icons basieren auf einem umfassenden großen Icon-Set, das man an zentraler Position austauschen und erweitern kann.

Die Individualisierbarkeit beschränkt sich dabei nicht auf kosmetische Anpassungen. Auch die Standard-Menü-Einträge können Anwender flexibel um eigene Elemente erweitern. Darüber hinaus ist auch die Integration individueller Module in das Backend möglich. Bereits vorhandene Formulare kann der Nutzer anpassen und erweitern. Hieraus ergibt sich ein Höchstmaß an Flexibilität und Offenheit für die eigenen Bedürfnisse.

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Revolutionäres Editing

Mit der Integration von Aloha [2], einem neuartigen Rich Text Editor, vermittelt TYPO3 Phoenix ein neues Gefühl des Frontend-Editings. Aloha ermöglicht als vermutlich erster Editor echtes WYSIWYG. Dies erleichtert Redakteuren ihre Arbeit, denn sie können Inhalte direkt auf der Website editieren, ohne eine spezielle Editoransicht. Semantische Bearbeitungsmöglichkeiten reduzieren das User Interface, abhängig vom gerade bearbeiteten Element, auf relevante Funktionen. Aloha stellt einen zentralen Bestandteil des Bearbeitungskonzepts von TYPO3 5.0 dar, das sich zu einem Großteil auf das Frontend-Editing konzentriert. Dank der anstehenden Integration des geplanten Designs (innerhalb der kommenden Sprints) wird sich das Bearbeitungskonzept vollständig in das Phoenix-UI einfügen.

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Dank des neuen Editors „Aloha“ in TYPO3 5.0 können Redakteure ihre Inhalte direkt im Frontend bearbeiten.

Dank des neuen Editors „Aloha“ in TYPO3 5.0 können Redakteure ihre Inhalte direkt im Frontend bearbeiten.

Komfortables Templating

Die Templating-Engine Fluid [3] hat bereits einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt. Mit FLOW3 [4] wurde Fluid für die Nutzung ab TYPO3 4.3 zurückportiert. Innerhalb von TYPO3 Phoenix stellt Fluid einen zentralen Bestandteil des Templating dar und liegt sämtlichen Templates, egal ob Seiten-Template oder Plugin, zugrunde. Durch die hohe Flexibilität und die Verlagerung logischer Operationen in die Templates über einfach zu nutzende ViewHelper erhält der Benutzer auch ohne Programmierkenntnisse reichhaltige Möglichkeiten, logisches Verhalten außerhalb von TypoScript abzubilden. Vergleichbar mit dem Template-Mapping von TemplaVoilà erhält auch TYPO3 Phoenix ein komfortables grafisches Mapping-Modul für Fluid-Templates. Durch die Möglichkeit, Fluid bereits in jetzigen TYPO3-Versionen zu nutzen, konnten Interessenten bereits vor einiger Zeit mit der Nutzung von Fluid beginnen, wodurch der Umstieg auf TYPO3 Phoenix im Hinblick auf das Templating leicht fallen sollte.

Content und Ressourcen

TYPO3 5.0 modularisiert den Ansatz zur Verwaltung von Content viel stärker als Version 4 – es ist vergleichbar mit den flexiblen Contentelementen aus TemplaVoilà, jedoch mit klareren Strukturen. In TYPO3 5.0 wird es nur wenige Basisinhaltstypen wie Bild oder Text geben. Daraus kann der Administrator komplexe Typen, wie Text mit Bild(ern) zusammenstellen. Auf diese Weise stehen zum einen wenn nötig alle Teile eines solchen Elements immer einzeln zur Verfügung (so könnte ein Text einmal in einem Text-/Bildkontext auftreten und einmal alleine) und zum anderen kann man beliebige Zusammenstellungen von Content leicht vordefinieren.

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Der Default-Login-Screen von TYPO3 5.0 wurde deutlich aufpoliert.

Der Default-Login-Screen von TYPO3 5.0 wurde deutlich aufpoliert.

Eine Ressourcenverwaltung kümmert sich um die Bereitstellung der Assets (beispielsweise Bilder, PDF und JavaScript) und sorgt erstmals auch direkt für Sicherheit bei der Dateibereitstellung (das System gibt nur Dateien zum Download frei, die der aktuelle Besucher auch tatsächlich aufrufen darf). Die Asset-Verwaltung führt zudem eine Bereinigung von nicht mehr genutzten Dateien durch – das spart Serverplatz und entfernt veraltete Daten.

Content Management

TYPO3 Phoenix bietet erstmals die Möglichkeit, Inhalte in ganz anderen Dimensionen als nur Seiten zu strukturieren. Möglich macht das zum einen die technische Basis, die nicht länger ausschließlich von einem Page Tree ausgeht, und zum anderen der Management View, der die Seitenbaum- und Listenansicht aus der aktuellen TYPO3-Version ersetzt. In der derzeitigen Entwicklungsversion zeigt der Management View einen Page Tree, dies ist allerdings nur eine Möglichkeit. Denkbar ist zum Beispiel eine auf Kategorien oder Tagging basierende Ansicht oder eine Zeitschiene. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten und ganz neue Einsatzgebiete.

Workspaces

TYPO3 5.0 wurde von Anfang an mit Workspaces geplant, daher sind diese bereits in der aktuellen Entwicklungsversion fester Bestandteil des Content Workflow. Jeder Benutzer verfügt automatisch über seinen eigenen Workspace und alle getätigten Änderungen des Benutzers gelten vorerst nur für ihn und in seiner Vorschau. Gefällt ihm was er sieht, kann er die Änderungen veröffentlichen. Natürlich sind später auch komplexere Workflows mit Freigabeberechtigungen möglich, aber durch die konsequente Nutzung von Workspaces besteht schon jetzt die Möglichkeit, einen einfachen Workflow zu nutzen – jegliche folgenden Funktionen von TYPO3 Phoenix werden direkt workflowfähig sein.

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TypoScript 2

TypoScript war schon immer ein wichtiges Feature von TYPO3 und macht die Flexibilität des CMS aus. Das wird sich auch in Version 5 nicht ändern, allerdings hat sich auch in diesem Bereich einiges getan. TYPO3 5 bietet in diesem Zusammenhang einen erweiterten Funktionsumfang und erleichtert Erweiterungen der Sprache deutlich. Darüber hinaus wurde vieles vereinfacht, sodass die Einarbeitung einem Neueinsteiger wesentlich leichter fällt. Das folgende Codebeispiel vergleicht zwei einfache Menüs in TYPO3 v4 und TYPO3 v5. Dabei fällt auf, dass in TYPO3 Phoenix jegliche Information zum HTML fehlt. Neu ist, dass jedes TypoScript-Element über ein Fluid-Template verfügt, sodass sich Menüs direkt aus einer Vorlage generieren lassen.

Menü mit TypoScript 1
mainMenu = HMENU
mainMenu {
	entryLevel = 0
	1 = TMENU
	1.wrap = <ul>|</ul>
	1.NO.wrapItemAndSub = <li>|</li>
	2 < .1
}

Listing 1

Menü mit TypoScript 2
mainMenu = Menu
mainMenu {
	entryLevel = 0
	maximumLevels = 2
}

Listing 2

Fluid-Template für TypoScript2-Menü. Beispiel: Menükonfiguration
...
<f:section name="itemList">
	<ul>
		<f:for each="{items}" as="item">
			<li class="{f:if(condition: item.state.active, then: 'active')}">
				<typo3:link.node node="{item.node}">{item.label}</typo3:link.node>
				<f:if condition="{item.subItems}">
				<f:render section="itemList" arguments="{items: item.subItems}" />
				...

Listing 3

Framework-Basis und Pluginsystem

Mit FLOW3 als Basis ist es nun möglich, eine komplette FLOW3-Applikation zu entwickeln und diese dann über das Plugin-System in eine TYPO3-Seite zu integrieren. Dadurch ist die Entwicklung einer Businessapplikation nicht mehr zwangsläufig so stark an eine entsprechende Internetseite gekoppelt. Damit sind FLOW3-Applikationen möglich (zum Beispiel eine Groupware), die eigenständig funktionieren, aber zusätzlich auch in die Webseite eingebunden werden können.

Security

Das FLOW3-Security-Framework arbeitet zwar in den aktuellen TYPO3-Phoenix-Entwicklungsversionen unauffällig im Hintergrund, kommt aber zum Beispiel schon beim Backendlogin zum Einsatz. Das Besondere ist, dass man nun ausnahmslos alle Ressourcen und Funktionen mit Rechten belegen kann. Dies ermöglicht eine noch feinere Zugriffssteuerung. Zusätzlich setzt die Security auf aspektorientierte Programmierung, dadurch sind bei der Entwicklung von Extensions keine gesonderten Funktionen für Security nötig. Stattdessen reicht eine einfache Sicherheitskonfiguration aus, um den eigenen Code durch das Framework sichern zu lassen.

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Blick in die Zukunft

Bereits in diesem Jahr soll TYPO3 Phoenix so weit sein, dass Interessierte erste Projekte mit dem CMS umsetzen können. Mit dem Beta-Release von FLOW3 kann TYPO3 Phoenix bereits optimal als Content-Verwaltung für angehende FLOW3-Applikationen Verwendung finden. Im Rahmen des aktuellen Sprints wird es möglich sein, neue Inhaltselemente über Aloha anzulegen, womit die Entwickler einen wichtigen Grundstein der Content-Pflege legen.

Auf lange Sicht betrachtet sind bereits einige Featureblöcke angedacht, die im Rahmen späterer Sprints Konkretisierung finden. Dazu zählt die Umsetzung eines durchgängigen und bedienungsfreundlichen Lokalisierungskonzepts, komplexere Workflow- und Workspaces-Optionen, die Integration einer Unterstützung für Continuous-Deployment-Prozesse und flexibles Contenttargeting.

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Interessenten können sich auf der TYPO3-Phoenix-Demoseite [5] eine eigene Meinung über den aktuellen Entwicklungsstand des Systems schaffen. Dort ist es möglich, einen individuellen Demobenutzer anzulegen, der über einen eigenen Workspace verfügt und so eine ungestörte Testumgebung zur Verfügung stellt.

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Kommentare (3)

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Norman Paschke

Ich weiß noch nicht genau, ob mir dieses Fluid-Template gefällt.. vorher alles schon in einem TS-Block zu haben, ist doch eigentlich schön. Zumindest sieht es nach weniger Schreibarbeit aus, oder?

Sebastian

Hallo!
Hat jemand einen Downloadlink? Der in der Quellenliste und alle die ich auf die schnelle bei Google gefunden habe, funktionieren leider nicht.

Grüße!

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