Software & Infrastruktur

Praxistipps zur Steigerung der Website-Performance: High-Performance-Websites

In fünf Jahren hat sich die Durchschnittsgröße von Websites vervierfacht und die Anzahl an HTTP-Objekten verdoppelt. Multimediale und interaktive Inhalte bringen Browser an ihre Grenzen. Gleichzeitig entscheidet immer öfter die Performance von Websites über deren Erfolg. Eine Analyse einiger der meistgenutzten Websites unterstreicht die Vorteile schneller Inhaltsauslieferung und zeigt sinnvolle Bereiche zur Performance-Optimierung.

Von 2003 bis 2009 wuchsen Websites von durchschnittlich 97 KB um mehr als den Faktor 4 auf 412 KB [1]. Dieser Zuwachs resultiert hauptsächlich aus komplexen JavaScript-Libraries sowie multimedialen Inhalten. Gleichzeitig nahm die globale Internetgeschwindigkeit ab: 2009 fiel die Internet-Geschwindigkeit weltweit um 11 Prozent [2]. Grund ist die intensivere Belastung bestehender Netze durch Streaming-Media, während weltweit weniger in den Netzausbau investiert wurde.

Neben der verstärkten Nutzung konventioneller Internet-Anbindungen hat der Einsatz des mobilen Breitband-Internets zugenommen. Nach aktuellen Schätzungen surfen alleine in Deutschland 1 Million Menschen über Mobilfunknetze. Dadurch ist eine neue Herausforderung für Web-Developer entstanden: Vergleichsweise schwache CPUs der Endgeräte und stark variierende Bandbreite erfordern große Sorgfalt bei der Performance-Optimierung.

In den letzten 5 Jahren wuchsen Websites massiv in ihrer Größe.

In den letzten 5 Jahren wuchsen Websites massiv in ihrer Größe.

Während Websites immer größer werden und das Netz immer stärker ausgelastet wird, werden die Benutzer immer versierter im Umgang mit dem Medium Internet. Für fast jede vorstellbare Aufgabe wählen sie bewusst aus einer Vielzahl an verfügbaren Diensten. In dieser konkurrenzbetonten Netzwelt ist erfolgreiches Interaktionsdesign oftmals der entscheidende Faktor für Erfolg oder Scheitern von Webangeboten. Performance ist dabei ein Kernelement erfolgreicher Benutzer-Interaktion: Ist eine flüssige Interaktion nicht möglich, werden Benutzer frustriert und wenden sich alternativen Angeboten zu.

Bereits 100ms entscheiden

Benutzer reagieren bereits auf feine Performance-Unterschiede, wie aktuelle Untersuchungen der Betreiber einiger der meistgenutzten Websites weltweit zeigen. So experimentierte Amazon mit einer gezielten Verzögerung von 100ms bei der Auslieferung der Produktseiten, um den Einfluss auf die Verkaufszahlen zu messen. Das Ergebnis: ein Prozent weniger Einkäufe.

Yahoo verzögerte testweise die Auslieferung der Startseite um 400ms. Resultat: Neun Prozent aller Benutzer schlossen die aufgerufene Yahoo-Startseite, noch bevor diese komplett geladen war [3]. In einer Kooperation zwischen Google und Microsoft Bing analysierten die beiden Marktführer im Suchmaschinen-Sektor den Einfluss von Ladezeiten auf die Benutzung ihrer Websites. Eine Verzögerung um 500ms bei der Auslieferung der Suchergebnisse führte zu 20 Prozent weniger Suchanfragen, insbesondere bei Folgesuchen [4].

Shopzilla, eine Shopping-Suchmaschine, unterzog die eigene Website einer ausführlichen Performance-Optimierung und konnte dadurch die Ladezeit um ganze 3,5 Sekunden senken. Durch die flüssigere Interaktion stiegen die Umsätze um 12 Prozent [5]. Netflix, ein Video-Streaming-Dienst, optimierte sein Angebot mit Fokus auf die Reduktion von HTTP-Requests und besseres Caching und konnte somit seinen Traffic um 50 Prozent senken – eine signifikante Kostenersparnis [6].

Vorteile der Optimierung

Anhand dieser Untersuchungen von Website-Performance lassen sich folgende Vorteile von High-Performance-Websites ausmachen:

  • Mehr Benutzer
  • Erhöhte Interaktion
  • Vertrauensvorschuss
  • Niedrigere Betriebskosten

Für die Performance-Optimierung ist es nötig, sinnvolle Bereiche zur Bearbeitung zu erkennen und deren Potenzial einzuschätzen. Im Folgenden erfahren Sie, dem Potenzial nach geordnet, was Sie bei der Performance-Optimierung besonders voran bringt.

GZip

Mit GZip können Inhalte einer Website serverseitig vorkomprimiert und dadurch schneller ausgeliefert werden: Geeignet sind HTML, CSS und JavaScript, aber auch nicht direkt performancerelevante Inhalte wie RSS-Feeds lassen sich komprimieren, um die zu übertragende Datenmenge zu reduzieren. Das Entfernen von Whitespace und Kommentaren aus CSS und JavaScript noch vor dem Zippen, das so genannte Minifying, spart zusätzlich Platz und damit Bandbreite [7].

Obwohl fast alle moderneren Browser den Empfang von komprimierten Daten unterstützen, setzen immer noch viele Website-Betreiber auf eine unkomprimierte Datenübertragung. Der Umstieg lohnt sich jedoch: GZip kann die Zeit bis zum vollständigen Seitenaufbau halbieren.

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Ein Kommentar
Hannes

Schön aber alles sehr basic, etwas erweitertes über caching Lösungen wäre nett gewesen (Varnish usw.)

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