Porträt

Ryzon: Wie der Sportartikelhersteller im Vergleich zu großen Marken punktet

Ryzon setzt bei seinen Produkten auf hochwertiges Material – wie bei Triathlonanzügen, Rad- und Laufhosen.(Foto: Ryzon/Sergej Djattschenko)

Ryzon aus Köln stellt hoch­wertige Bekleidung für Triathleten her und vertreibt sie im Internet. Auch wenn die Konkurrenz hart ist, besteht das kleine Unternehmen am Markt. Denn den großen Konzerne ist der Onlineshop in einigem Voraus.

Es gibt Startups mit Business-Cases im E-Commerce, die widersprechen in vielerlei Hinsicht dem, was in jedem Lehrbuch steht, und funktionieren dennoch oder vielleicht gerade deswegen hervorragend. Das Kölner E-Commerce-Startup Ryzon ist so ein Beispiel.

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Gegründet von den Brüdern Mario und Markus Konrad sowie von Fabian Jung hat sich Ryzon inzwischen als bekannter Versand für hochwertige Triathlonbekleidung in der Szene ­etabliert. Zunächst vertrieben die drei die Sportbekleidung eines österreichischen ­Triathlonausrüsters und bauten für das Unternehmen den deutschen Direktvertrieb auf – eigentlich nur, um sich selbst mit ein wenig Preisnachlass damit einzu­decken. Beim vertikalen Ansatz mit Direktvertrieb blieben sie dann auch, als sie sich auf eigene Produkte fokussierten: die Rundumausstattung für Radfahrer, Läufer und Schwimmer, dazu ein paar Freizeitaccessoires – alles aus hochwertigen Materialien angefertigt und in gedeckten Farben gehalten. Produziert wird, das betont Mario Konrad nicht ohne Stolz, fair und nachhaltig in Europa.

Die Gründer von Ryzon: Mario Konrad, Fabian Jung und ­Markus Konrad (v.l.n.r.). (Foto: Ryzon/Sergej Djattschenko)

Die Gründer von Ryzon: Mario Konrad, Fabian Jung und ­Markus Konrad (v.l.n.r.). (Foto: Ryzon/Sergej Djattschenko)

Vertriebskooperationen mit großen Sportartikelhändlern passen dabei aus systemischen Gründen nicht zu Ryzon. „Wir entwickeln nie nach Zielpreis, sondern immer so weit wie möglich nach Zielprodukt“, erklärt Konrad. „Wir gönnen uns, dass viel aus dem Margenvorteil ins Produkt fließt – weil wir beispielsweise den besten Reißverschluss oder die besten Materialien haben wollen, auch wenn das deutlich mehr kostet.“ Nur zwei oder drei Euro mehr in der Produktion, so rechnet der CEO vor, bedeuten kalkulatorisch für Großhändler und Händler ebenfalls entsprechend mehr, sodass das dann schnell zehn oder zwölf  Euro Unterschied machen würden.

Das ist aber nicht der einzige Grund, warum man eine Zusammenarbeit mit den großen Sportartikelketten ablehnt. Ebenso wichtig ist, dass Ryzon keine kurzfristig angesagte Marke sein will, von der in zwei, drei Jahren keiner mehr spricht. Stattdessen möchten sich die Kölner als innovative und nachhaltige Love Brand positionieren: „Du hast sonst die Marke, die Preise, die Präsentation nicht mehr selbst in der Hand, du hängst zwischen anderen Marken. Und du verlierst einen Teil des Kundenkontakts, was für uns aus vielerlei Gründen ein Problem wäre.“ Diese enge Kundenkommunikation ist entscheidend für den Erfolg ihres Geschäfts. Das haben die Gründer sehr früh gemerkt.

Schon dadurch, dass die Konrad-Brüder selbst aktiv Triathlon betreiben, waren sie in der Szene von Anfang an gut vernetzt und hatten die nötige Credibility. Einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Standing in der vergleichsweise homogenen und familiären Triathlon­welt, in der es eine überschaubare Anzahl wirklich relevanter Veranstaltungen, Fachzeitschriften und Persönlichkeiten gibt, verdankt Ryzon aber auch Jan Frodeno. Der deutsche Ausnahmetriathlet hat neben olympischem Gold 2008 auch drei Mal den Iron Man in Hawaii gewonnen – erst kürzlich, im Oktober 2019, mit Rekordzeit. „Frodo“ ist in der Szene mehr als nur ein Testimonial oder Werbegesicht: Er entscheidet mit, testet die Produkte, gibt wertvolles Feedback und trägt sie bei Wettkämpfen selbst. Und er ist nicht zuletzt auch Teilhaber von ­Ryzon, was dazu beigetragen hat, dass die Firma in der Triathlon­szene eine feste Größe geworden ist.

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