Software & Infrastruktur

OpenAtrium: Schicke Intranet-Lösung auf Drupal-Basis

Drupal scheint prädestiniert für Intranet- oder Projektmanagement-Lösungen, doch hat es bis auf wenige Ausnahmen wie STORM oder CiviCRM noch kein System zu einer nennenswerten Bekanntheit und Verbreitung gebracht. Die neue Drupal-Distribution OpenAtrium tritt an, dies zu ändern.

OpenAtrium ist eine Drupal-Distribution, die von der Washingtoner
Agentur Development Seed (DS) aus frei verfügbaren und selbst
entwickelten Drupal-Modulen zusammengestellt wurde. DS ist eine sehr
bekannte und angesehene Agentur, die für eine Vielzahl von
Organisationen tätig ist. Aus ihren Erfahrungen, Projekte international
verteilt eng mit ihren Kunden umzusetzen, entwickelte sich das DS-interne System „8 Trees“, das DS Mitte Juli nach umfangreicher Weiterentwicklung
als OpenAtrium veröffentlicht hat.

Funktionsübersicht

OpenAtrium gibt sich in Bezug auf die angebotenen Funktionen derzeit
noch übersichtlich. Die aktuelle Version 1.0 Beta 3 besitzt sechs Kernfunktionen.
Dazu zählen ein Blog, ein Case-Tracker für die Projekt- und
Aufgabenverwaltung, ein Bereich für die strukturierte Ablage von
projektrelevanten Informationen, ein Kalender, eine Shoutbox und ein
Dashboard. Diese Grundbausteine sind für eine einfache Intranet- oder
Projektmanagement-Lösung mehr als ausreichend, gut aufeinander
abgestimmt und schlüssig präsentiert.

Das Blog fungiert als Nachrichtenzentrale einer jeden Gruppe und
bietet gewohnte Funktionen wie Dateianhänge, Kommentarfunktion und
Keyword-Tagging. Dazu kommt die Möglichkeit, auf Inhalte in einer Gruppe
zu referenzieren und Gruppenmitglieder direkt per E-Mail über neue
Posts zu benachrichtigen.

Der Case-Tracker ist das Herz von OpenAtrium. Mit
ihm lassen sich Projekte und Aufgaben verwalten. Es können beliebig
viele Projekte in einer Gruppe verwaltet und mit Aufgaben versehen
werden. Projekte sind dabei reine Container. Aufgaben bestehen aus
einer Aufgabenbeschreibung, bieten aber zusätzlich die Möglichkeit,
diese Aufgabe einer Person aus der aktuellen Gruppe zuzuordnen sowie
mit Status, Priorität und Aufgabentyp zu versehen.

Um Inhalte strukturiert und zentral zugänglich zu verwalten, gibt es
den Bereich „Documents“. Er bietet die Möglichkeit, Textinhalte mit
Anhängen anzulegen und hierarchisch strukturiert zu speichern. In
Drupal nennt sich diese Funktionalität „Buch“ und genauso verhält sich
das System. Es können beliebig viele Bücher mit Unterkapiteln
geschrieben und veröffentlicht werden. Dazu kommt eine Druckfunktion,
die es ermöglicht, ganze Bücher oder einzelne Kapitel zu
drucken. Für Übersicht in komplexen Strukturen sorgt ein
Inhaltsverzeichnis, das auf allen Inhaltsseiten verfügbar ist.

Ein weiteres Element ist der Kalender. In ihm lassen sich beinahe
alle im System auftretenden Ereignisse abbilden. Zu allererst dient er
aber dazu, Termine (Veranstaltungen, Projektmeilensteine, Aufgaben) in
einem Monatskalendarium darzustellen. Neben der Option, Termine händisch
in OpenAtrium zu erfassen, können auch iCal-Feeds importiert werden.
Die im Feed enthaltenen Termine werden dabei automatisch in
Termin-Inhaltselemente gewandelt. Beim Anlegen eines Termins können alle
Gruppenmitglieder automatisch über E-Mail informiert werden.

Ähnlich
wie bei Twitter, können OpenAtrium-Nutzer über die so genannte Shoutbox kurze Statusmeldungen in der aktuell gewählten
Gruppe veröffentlichen. Die Shoutbox ist dabei immer zentral im
Dashboard einer Gruppe sichtbar. Meldungen könnten direkt über das
Dashboard oder den Shoutboxbereich gepostet, verwaltet und
durchsucht werden.

Das Dashboard bündelt alle Aktivitäten in OpenAtrium.

Das Dashboard bündelt alle Aktivitäten in OpenAtrium.

Das Group Dashboard ist das zentrale Verbindungselement zwischen
allen zuvor genannten Features einer Gruppe. Direkt nach dem Login wird
man zum Dashboard weitergeleitet. Hier werden alle relevanten
Ereignisse, die in einer Gruppe stattfinden, gebündelt dargestellt.
Dazu gehören Einträge im Blog und in der Shoutbox, eine Übersicht der
Projektdateien, neue und bearbeitete Dokumente, Kalendereinträge,
Kommentare und projektbezogene Aufgaben. Um nicht die
Übersicht zu verlieren, können Nutzer das Dashboard an ihre jeweiligen
Anforderungen anpassen.
Informationsbereiche können hierbei sowohl ein- und ausgeschaltet als auch in
der Position innerhalb des Dashboards verändert werden.

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